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Lokalsport Sportbegeisterte Brüder kämpfen um den Hessen-Titel
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21:20 24.02.2022
Julian (links) und Jonathan Grebing vom Fechtclub Marburg.
Julian (links) und Jonathan Grebing vom Fechtclub Marburg. Quelle: Foto: Marcello Di Cicco
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Marburg

„Wir machen immer das Gleiche“, sagt Jonathan (11) forsch, als Julian (13) die Sportarten aufzählt, die er und sein Bruder schon ausprobiert haben: Leichtathletik, Schwimmen, Karate, Tennis, Breakdance – die Grebing-Brüder haben einfach Spaß daran, sich sportlich auszuleben. So richtig angetan hat es den beiden Schülern der Stiftsschule Amöneburg seit knapp sechs Jahren aber eine andere Sportart: das Fechten.

„Unsere Mutter hat mal was vom VfL Marburg zum Fechten in der Zeitung gelesen und uns gefragt, ob wir es nicht mal ausprobieren wollen“, erzählt Achtklässler Julian, wie alles anfing. Nach einem Probetraining schlossen sich die Brüder dem VfL an, inzwischen gehen sie für den Fechtclub Marburg auf die Planche. Was für sie die Faszination am Fechten ausmacht? „Du fichst für dich. Beim Fußball etwa hängt es manchmal an der Mannschaft. Aber beim Fechten liegt es an einem selbst, nicht am Teamkameraden. Zudem ist die Sportart vielfältig. Es gibt so viele Dinge, die man erlernen kann“, sagt Julian. Außerdem, ergänzt Jonathan, seien „die Kinder und die Trainerin super“, verteilt der Sechstklässler aus Marburg ein Lob an seine Vereinskollegen und an FC-Übungsleiterin Linda Petersohn.

Im Finale aufeinander treffen 

Außerdem sind sie begeistert von den Turnieren, von denen jeder der beiden schon etwas mehr als 60 absolviert hat. „Und wenn man erfolgreich ist, macht’s noch mehr Spaß“, sagt Jonathan, der im vergangenen Jahr bei einem internationalen Jugend-Turnier in Paris erfolgreich war und der mit seinem Bruder am kommenden Wochenende bei den Hessischen Jugendmeisterschaften in Marburg die nächsten Erfolge einfahren will (siehe Infobox). Das Ziel dort: „Gewinnen, wenn möglich“, sagt Julian, der bei den Meisterschaften auch auf seinen Bruder treffen könnte, gehen beide doch in denselben Klassen an den Start: im Einzel der U 13 und U 15 sowie in den Teamwettbewerben dieser Altersklassen.

Klar konkurrieren die Brüder auch miteinander, wenn es im direkten Duell mal gegeneinander geht, sagen sie. Gleichwohl gönnen sie dem anderen den Erfolg. „Direkt nach dem Gefecht ist es erst mal blöd, wenn man verloren hat“, gesteht Julian, „aber danach freut man sich für den anderen und feuert ihn an.“ Das Tollste, sagt Jonathan, wäre, „wenn wir uns im Finale treffen würden“. Es wäre nicht das erste Mal – aber es wäre das erste Mal, dass einer der Brüder dann Hessenmeister würde. Freuen würden sich Julian und Jonathan, sollten sie es einmal zu den Olympischen Spielen schaffen. „Cool wäre aber erst mal, die Hessenmeisterschaften zu rocken und uns dann vielleicht für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren“, sagt Julian.

Sollte das nicht klappen, wird es den Grebing-Brüdern aber ganz sicher nicht langweilig. Schließlich haben sie genug Interessen, denen sie nachgehen, wenn sie mal nicht das Florett schwingen: Kung-Fu, Wakeboard, Wasserski und Ski fahren, aber auch Klavier spielen. Sie sind eben sportbegeisterte Brüder.

Von Marcello Di Cicco

Titelkämpfe an zwei Tagen in Marburg

An diesem Samstag und Sonntag richtet der Fechtclub Marburg in der Sporthalle der Kaufmännischen Schulen die Hessenmeisterschaften für die Altersklassen U 11 bis U 17 im Einzel- und Teamwettbewerb aus. Etwas mehr als 200 Meldungen für die Wettkämpfe im Säbel und Florett aus  14 Vereinen liegen vor. Die Wettbewerbe beginnen an beiden Tagen um 9 Uhr.

Aus dem hiesigen Kreis gehen Sporttreibende des Fechtclubs und des VfL Marburg auf Medaillenjagd. Zuschauerinnen und Zuschauer sind pandemiebedingt nicht zugelassen.  mdc