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Lokalsport Eintracht-Fans nach Sieg beim FC Bayern glücklich
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15:00 05.10.2021
Immer wieder Kevin Trapp! Der Eintracht-Torhüter (links) pariert in dieser Szene gegen Robert Lewandowski und machte auch in vielen weiteren Situationen alles richtig.
Immer wieder Kevin Trapp! Der Eintracht-Torhüter (links) pariert in dieser Szene gegen Robert Lewandowski und machte auch in vielen weiteren Situationen alles richtig. Quelle: Foto: Matthias Balk/dpa
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Marburg

Nein, damit hatten selbst die kühnsten Optimisten unter den Fans der Frankfurter Eintracht wohl kaum ernsthaft gerechnet. Andererseits wurde es auch mal Zeit mit dem ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Am Sonntag ist er gelungen – gegen den Meister, das auch noch auswärts. Das 2:1 beim FC Bayern versetzte die Anhänger in Jubelstimmung, manche in Euphorie. Aber bei einer OP-Umfrage gab es auch mahnende Worte.

Eine besondere Stimmung herrschte am Sonntagnachmittag im Hause Novosad. Während Dirk Novosad, langjähriger Torhüter bei Eintracht Stadtallendorf, der SGE die Daumen drückt, fiebert seine Frau Britta mit dem Team von der Säbener Straße mit – beide schauten sich das Spiel zusammen an. „Dass die Eintracht gewinnen würde, war für mich überhaupt nicht zu erwarten“, sagt Dirk Novosad, „einerseits weil der FC Bayern so stark ist, andererseits weil sich bei den Frankfurtern viel im Umbruch befindet.“

Von einer Trendwende will der 41-Jährige nach dem ersten Sieg in der Bundesliga und dem 1:0 drei Tage zuvor in der Europa League bei Royal Antwerpen aber nicht sprechen, denn: „Angesichts des Spielverlaufs war der Sieg sehr glücklich. Torwart Kevin Trapp hat wohl nie zuvor so gut gehalten.“

Der SGE-Schlussmann selbst spricht von der „besten Mannschaftsleistung“. Solch ein Erfolg könne „dazu beitragen, dass der Glaube an unsere Stärke gefestigt wird“, so Trapp. Auch Christian Heidelbach, Fan aus Sterzhausen, hofft auf gestiegenes Selbstvertrauen im Team. Die Leistung hat ihn aber nicht überzeugt: „Fußballerisch war das eher ein schlechtes Spiel“, fand er. „Die Defensive stand so weit gut, trotzdem ist noch einiges zugelassen worden. Trapp war überragend, nachdem er in den letzten Wochen ja durchaus von den Fans gescholten wurde.“ Gleichwohl meint er: „Das Ergebnis ist natürlich überragend. Ich glaube, das kann Auftrieb geben, ebenso wie der dreckige Sieg in Antwerpen. Auch solche Spiele braucht man, wenn es nicht richtig rund läuft.“ Nach den beiden Erfolgen könne „man als Eintracht-Fan beruhigt in die Länderspielpause gehen“.

Er hoffe, „dass wir den Schwung bis nach der Länderspielpause mitnehmen“, sagt Abwehrchef Martin Hinteregger, der zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte. In gut anderthalb Wochen, am 16. Oktober, gastiert der kriselnde Hauptstadtclub Hertha BSC am Frankfurter Stadtwald. Trainer Oliver Glasner wünscht sich, den Sieg in München gegen die Berliner „zu vergolden“. Wichtig sei, „dass wir nicht 14 Tage die Hände oben haben und dann kommt gegen Hertha das böse Erwachen“.

Dirk Novosad hat ebenfalls bereits diese nächste Partie im Kopf. Mindestens genauso wichtig wie der „Dreier“ beim Meister sei es nun, dass die Glasner-Elf gegen Hertha nachlegt. „Sonst ist der Sieg gegen die Bayern nichts wert“, meint er.

Ähnlich sieht es Johannes Landau aus Marburg, der sagt: „Gegen Hertha sollten drei Punkte drin sein.“ Dem 20-jährigen SGE-Anhänger imponierte vor allem „die kämpferisch starke Leistung“ gegen den Rekordmeister. Festlegen will sich der Fußballer der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg aber nicht, ob damit der Knoten endlich geplatzt ist. „Man sollte erst einmal die nächsten Spiele abwarten“, tritt Landau auf die Euphoriebremse.

Von Marcello Di Cicco und Stefan Weisbrod