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Lokalsport Fans einig: FC Bayern verdienter Champions-League-Sieger
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20:58 24.08.2020
Bayern-Fans feierten nach dem Triple-Triumph auf der Münchner Leopoldstrasse.
Bayern-Fans feierten nach dem Triple-Triumph auf der Münchner Leopoldstrasse. Quelle: Foto: Felix Hörhager/dpa
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Marburg

Armin Dahlhoff blickt nicht nur auf Sonntagabend zurück, der Trainer des Hinterländer Fußball-A-Ligisten VfL Weidenhausen schaut auch weiter in die Vergangenheit: „Nie im Leben hätte ich damals, am 2. November, als ich aus Frankfurt nach Hause gefahren bin, damit gerechnet“, sagt er. „Damit“, das ist der Triumph des FC Bayern, der nach Meisterschaft und Pokal auch die Champions League gewonnen hat. „Damals“, das war eine 1:5-Niederlage in der Bundesliga bei der Eintracht. Anschließend musste Trainer Niko Kovac gehen. Hansi Flick wurde zum Chefcoach befördert. Ein Glücksfall, meint nicht nur Dahlhoff.

Auch Erika Lapp sieht das so: „Toll, wie sich die Mannschaft unter ihm präsentiert“, sagt die Vorsitzende des Bayern-Fanclubs Ebsdorf über Flick. Die Entlassung Kovac’ habe ihr „damals leid getan. Es ist ja erst später herausgekommen, dass es zwischenmenschlich mit einigen Spielern nicht gepasst hat.“ Unter Flick starteten die Münchner eine Rekordserie, gewannen seit Mitte Februar 21 Spiele in Folge. Darunter waren 3:0- und 4:1-Siege über den FC Chelsea und das 8:2 gegen den FC Barcelona. „Das hat einfach nur Spaß gemacht.“

Bedauern, dass keine Fans dabei sein konnten

Lapp verfolgte das Spiel am Fernseher, Dahlhoff ebenso. Gern wären beide live in Lissabon dabei gewesen – so wie vor sieben Jahren in London. „Das war ein unvergessliches Erlebnis“, sagt Lapp über das damalige Spiel im Wembleystadion, den 2:1-Sieg über Borussia Dortmund, überhaupt die ganze Tour mit einem großen Bus nach London. „So was fehlt in diesem Jahr“, das sei bei aller Freude über den 1:0-Sieg über Paris Saint-Germain und das Triple, das damit perfekt gemacht wurde, „auf jeden Fall ein Wermutstropfen“.

Reiner Künkel schaut die zweite Halbzeit allein

Ähnlich empfindet es Dahlhoff, der 2013 ebenfalls im englischen Nationalstadion mitjubelte, zuvor bereits die Finalniederlagen 1999 (1:2 gegen Manchester United) und 2012 (3:4 im Elfmeterschießen gegen Chelsea, nachdem es nach der Verlängerung 1:1 stand) vor Ort in Barcelona beziehungsweise „dahoam“ in München erlebt hatte: „Bedauerlich, dass das diesmal nicht möglich war.“

Dass der Sieg verdient war, steht für sie außer Frage, ebenso wie für Hendrik Lapp. Der Trainer des SV Bauerbach, nicht verwandt mit Erika Lapp, verfolgte das Spiel mit einigen seiner Spieler im Vereinsheim des Verbandsligisten. Der 28-Jährige war „seit Tagen voller Vorfreude und auch ein bisschen angespannt“, wie er berichtet. Nach dem Halbfinale, dem letztlich klaren 3:0-Sieg über Olympique Lyon, hatte er sich „etwas Sorgen um die Abwehr“ gemacht. „Aber im Finale wurde sehr gut verteidigt. Und Manuel Neuer hat überragend gehalten.“

Auch Reiner Künkel hebt den Torhüter hervor: „Er hat wieder einmal bewiesen, dass er einer der besten der Welt ist“, sagt der Biedenkopfer, der zwischen Januar 1976 und Frühsommer 1978 selbst beim Rekordmeister aktiv war und 1976 zum Kader gehörte, als der FC Bayern mit einem 1:0-Sieg über die AS Saint-Étienne ihren dritten Europapokal der Landesmeister gewann. Das Spiel am Sonntag verfolgte der 70-Jährige vorm Fernseher – genauer gesagt: vor zwei Fernsehern. Die erste Halbzeit schaute er gemeinsam mit seiner Frau, die zweite dann vor einem anderen Gerät allein. „Es stand zur Pause 0:0. Ich hatte einfach das Gefühl, etwas tun zu müssen, damit ein Tor fällt“, erzählt er mit einem Lachen – und kann bilanzieren: alles richtig gemacht!

Von Stefan Weisbrod

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