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Lokalsport FV Wiesenbach ist vom Verletzungspech verfolgt
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14:58 31.03.2022
Andrej Seibel (links, gegen Breidenbachs Nino Crispino) ist nur einer von vielen Verletzten beim FV Wiesenbach. Er fällt derzeit wegen eines Kreuzbandrisses aus.
Andrej Seibel (links, gegen Breidenbachs Nino Crispino) ist nur einer von vielen Verletzten beim FV Wiesenbach. Er fällt derzeit wegen eines Kreuzbandrisses aus. Quelle: Jens Schmidt
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Wiesenbach

Diese Fußballsaison hatte sich Ersen Aksöz wahrlich anders vorgestellt. „Unsere Sommervorbereitung hat gut begonnen, die Euphorie war groß“, erzählt der Trainer des FV Wiesenbach. Etwas mehr als ein halbes Jahr später ist Tristesse eingekehrt beim Verein aus dem Breidenbacher Ortsteil, denn die sportliche Situation könnte kaum schlechter sein.

Noch keinen Punkt hat der FV in der Kreisliga A Biedenkopf nach 19 Partien auf der Habenseite, erst 15 Tore geschossen, bereits 83 kassiert. Unterm Strich steht der letzte Tabellenplatz. Es müsste schon ein kleines Wunder geschehen, damit der Verein nach dem Aufstieg in der Saison 2016/17 nicht wieder den Gang in die B-Liga antreten muss. „Wenn wir gegen die direkte Konkurrenz nicht punkten, ist der Zug irgendwann abgefahren“, weiß Aksöz.

Der Trainer mag daran nicht so recht glauben – und dies trotz der Tatsache, dass die Wiesenbacher laut ihm vor der Runde einen Platz im gesicherten Mittelfeld als Ziel ausgegeben hatten. „Das wäre mit unserem Potenzial auch möglich gewesen“, ist sich Aksöz sicher. Doch die Mannschaft kam so gut wie nie in die komfortable Situation, dieses Potenzial ausschöpfen zu können. „Es folgte eine Verletzung nach der anderen, und es hört nicht auf. Gefühlt ist unsere komplette erste Mannschaft verletzt“, sagt der FV-Coach.

Die Verletzungssorgen sind groß

Nur drei, vier Akteure, die für die „Erste“ eingeplant waren, spielen dort. Kicker aus der zweiten Garde füllen das Team auf, einige Altherrenspieler nun die „Zweite“. Ob Kreuzbandriss, Leistenbruch, ausgekugelte Schulter oder gebrochener Daumen – die Wiesenbacher hat es hart getroffen.

Unterkriegen lassen sich Aksöz und Co. aber nicht – im Gegenteil. „Es gibt einige Spieler, die leidenschaftlich gerne spielen.“ Vor allem sie sind der Grund, warum der Trainer noch dabei ist. Denn eigentlich, verrät Aksöz, habe er bereits im Oktober sein Amt niederlegen wollen, „weil die Situation ziemlich schlimm war“. Doch auf Bitten der Verantwortlichen machte er weiter – zumindest bis zum Sommer. „Wie es nächste Saison weitergeht, weiß ich noch nicht. Der Verein würde gerne mit mir verlängern“, sagt Aksöz.

Klub gibt sich nicht geschlagen

Zeit, sich um Personalplanungen Gedanken zu machen, bleibt dieser Tage kaum in Wiesenbach. Schließlich steht für das abgeschlagene Liga-Schlusslicht an diesem Sonntag (3. April, 15 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz in Altenvers das Gastspiel bei Spitzenreiter SG Versbachtal an. Alles andere als eine Niederlage für den FV Wiesenbach wäre eine Überraschung. Das weiß auch Aksöz, der dennoch nicht die weiße Fahne hisst. „Wir geben uns nicht geschlagen, werden als Mannschaft auftreten“, verspricht er nicht nur Zusammenhalt bis zum Schluss, sondern auch, es der Spielgemeinschaft „so schwer wie möglich“ zu machen.

Von Marcello Di Cicco