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Lokalsport Der FV Wehrda hat ein Platzproblem
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14:58 30.03.2022
Entsteht hier ein Kunstrasen-Kleinfeld, das vom FV Wehrda genutzt werden könnte? Alexander (links) und Rolf Usinger auf dem Sportgelände unterhalb der Waldschule.
Entsteht hier ein Kunstrasen-Kleinfeld, das vom FV Wehrda genutzt werden könnte? Alexander (links) und Rolf Usinger auf dem Sportgelände unterhalb der Waldschule.
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Wehrda

14 Fußball-Mannschaften hat der FV Wehrda im Spielbetrieb – da können nur wenige andere Vereine aus der Stadt Marburg und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf mithalten. Allein drei Senioren-Teams stellt der Verein, so viele wie in der näheren Umgebung sonst nur der SV Großseelheim. Die meisten Kicker des Vereins sind aber im Nachwuchsbereich aktiv, allein rund 150 in den jüngeren Altersklasse von der D- bis zur G-Jugend. Alexander Usinger freut sich „natürlich“ über Zuspruch und Zulauf. Allerdings, erklärt der Jugendleiter, gebe es seit Jahren ein großes Problem: „Uns fehlt es einen Teil des Jahres an Trainings- und Spielmöglichkeiten.“

Dabei nutzt der Verein drei Fußballfelder: Neben dem großen Platz zwischen Ort und Kaufpark, umgeben von der Lahn, gibt es ein kleinen im Industriegebiet „Auf der Beute“, der ebenfalls mit Flutlicht ausgestattet ist, und das Sportgelände unterhalb der Waldschule. Überall wird auf Rasen gekickt, allerdings nicht überall auf ebenem Untergrund. Rolf Usinger sagt trotzdem: „Für den Zeitraum von Mitte März bis Ende Oktober ist das okay.“

Abhängig von der Jahreszeit

Für die nächsten Monate sieht es also gut aus – „im Herbst und Winter ist es dann wieder anders“, sagt der Vorsitzende und Bruder des Jugendleiters. Dann sind die Plätze im Marburger Stadtteil oft nicht nutzbar, müssen Erwachsene und Nachwuchs, soweit zu dieser Zeit nicht nur in der Halle aktiv, stets „umziehen“, etwa auf die Kunstrasenplätze in Michelbach und im Marburger Sportpark. „Das betrifft zehn Mannschaften. Logistisch ist das immer ein immenser Aufwand“, sagt Rolf Usinger.

Die Vereinsverantwortlichen wünschen sich auch für ihren Stadtteil einen Kunstrasenplatz, der zumindest vom Nachwuchs, möglichst auch von den Senioren genutzt werden könnte. Ideal wäre es ihrer Vorstellung nach, würde der „Hauptplatz“ umgebaut. „Er müsste dafür nach Untersuchungen um 70 Zentimeter angehoben werden“, erklärt Rolf Usinger. Grund ist der Schutz vor Hochwasser.

Kunstrasen an Lahn nur mit großem Aufwand möglich

Umsetzbar wäre dies wohl, Aufwand und damit Kosten wären aber höher als an anderen Orten, an denen bereits Rasen- zu Kunstrasenplätzen umgebaut worden sind. Ähnlich wäre es beim Trainingsplatz im Industriegebiet, der ebenfalls im Überschwemmungsgebiet liegt.

„Wir brauchen eine Lösung“, sagt Alexander Usinger, wünscht sich, dass die Stadt Marburg insbesondere im Interesse des Fußballnachwuchses gemeinsam mit dem Verein an einer solchen arbeitet. Er nimmt das aktuell nur selten genutzte Sportgelände im Westen der Ortslage, unterhalb der Waldschule und des Hallenbads, ins Visier. Der Zustand des mehr als 50 Jahre alten Platzes ist alles andere als gut, der Untergrund ist sehr uneben, die Erde extrem hart.

Pläne gab es bereits länger

Bereits 2013 habe es Pläne gegeben, das Gelände mit einem kleinen Rasenplatz, der von einer Aschebahn umgeben ist, umzubauen und aufzuwerten. „Es sollten auch ein Beachvolleyballfeld, eine neue Laufbahn und ein Klettergarten entstehen“, berichtet er, andere Vereinsabteilungen hätten davon profitieren können, die Schule ebenso. Zur Umsetzung kam es nicht.

Aus seiner Sicht als Jugendleiter wäre „schon viel geholfen“, würde auf diesem Gelände ein Kunstrasen-Kleinfeld mit Flutlicht entstehen, auf dem Spiele von Teams bis zur D-Jugend möglich wären. „Andere Mannschaften könnten dort zumindest trainieren, wenn es auf Rasen nicht möglich ist“, meint Alexander Usinger, der hier im Vergleich zum Gelände an der Lahn einen großen Vorteil im Hinblick auf die Sicherheit gerade von jüngeren Kindern sieht: „Der Platz liegt nicht an einer stark befahrenen Straße und auch nicht am Wasser.“

Stadt befasst sich mit Gelände an Waldschule

Hoffnung macht den Usinger-Brüdern, dass sich die Verantwortlichen der Stadt erneut mit dem Gelände unterhalb der Waldschule beschäftigen möchten, bereits in wenigen Tagen eine Ortsbegehung geplant ist. Sie wünschen sich, dass bald eine pragmatische Lösung gefunden wird. „Wir haben hier sehr viele Kinder und Jugendliche, die mit Begeisterung Fußball spielen“, sagt Jugendleiter Alexander Usinger. „Aber in Sachen Infrastruktur hinken wir hinterher.“

Von Stefan Weisbrod