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Lokalsport FSV Sterzhausen überzeugt bislang nur zu Hause
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11:00 11.03.2022
Jan-Niklas Ehm (links) in einem Spiel gegen die SG Lahnfels II um Michael Götte. Aufgrund einer Operation hat der Spielertrainer in der aktuellen Saison erst eine Partie für den FSV Sterzhausen bestritten.
Jan-Niklas Ehm (links) in einem Spiel gegen die SG Lahnfels II um Michael Götte. Aufgrund einer Operation hat der Spielertrainer in der aktuellen Saison erst eine Partie für den FSV Sterzhausen bestritten. Quelle: Archivfoto: Michael Hoffsteter
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Sterzhausen

Als die Vorsaison coronabedingt unter- und schließlich abgebrochen wurde, stand der FSV Sterzhausen in der Tabelle der Fußball-Kreisliga B Biedenkopf ganz oben – brachte dem Team aber nichts. „Natürlich“, sagt Jan-Niklas Ehm, „will man dann wieder vorn mitspielen.“ Tatsächlich ist die Marburger „Leihgabe“ in der Biedenkopfer B-Liga derzeit aber nur Siebter – wobei der Abstand nach oben gering ist. „Wir haben noch alle Chancen, das macht es sehr interessant“, sagt der 30-Jährige, der gemeinsam mit Manuel Eichert das Spielertrainer-Duo beim Lahntaler Verein bildet.

Ein Spiel der Rückrunde hat der FSV bereits bestritten, gegen die SG Wommelshausen/Dernbach II mit 3:1 gewonnen. Elf weitere Partien stehen noch auf dem Programm; Ehm hofft, in einigen davon als Spieler dabei sein zu können. Nach dem ersten Spieltag hatte er sich einer Operation unterziehen müssen, fiel aus. Aktuell sei er „noch nicht ganz fit“, sagt er, „aber auf einem guten Weg“. Qualitativ würde er der Mannschaft, die in der Hinserie immer wieder mit Ausfällen zu kämpfen hatte und der auch im kommenden Spiel am Sonntag gegen die SG Morns-/Erdhausen mehrere Stammkräfte aus unterschiedlichen Gründen fehlen werden, sicherlich weiterhelfen.

Als Jugendlicher hatte der Sterzhäuser von einer Profikarriere geträumt. Von der C- bis zur A-Jugend spielte er insgesamt fünf Jahre bei Eintracht Frankfurt. „Jeder, der in dem Verein aktiv ist, will es schaffen, tatsächlich schaffen aber nur die wenigsten den Sprung“, sagt er rückblickend. Für den SC Waldgirmes und Eintracht Wetzlar war er in der Hessenliga am Ball, für den VfB Wetter in der Verbands- und der Gruppenliga. Knorpelschäden in beiden Knien bremsten ihn aus, die Trainingsbelastung auf höherem Amateurniveau war für ihn nicht mehr möglich.

Ohne Fußball geht es nicht

Als in Sterzhausen 2018 nach einer Zwangspause aufgrund fehlender Spieler ein Neustart gewagt wurde, war er dabei. „Ohne Fußball geht es nicht“, sagt er, hat „einfach Spaß“ bei seinem Heimatverein, will den auch weiterhin haben. Vor knapp vier Jahren bildete zunächst sein Bruder Daniel ein Trainerduo mit Eichert, inzwischen trägt Jan-Niklas Ehm im dritten Jahr die Teilverantwortung für die Mannschaft, der ein paar Routiniers wie die beiden 38-jährigen Eichert und Luca Alfano sowie einige junge Leute angehören, darunter in Kasimir Knoth, Tim Rösser und Niklas Brücke Spieler, die auch noch in der A-Jugend der JSG Lahntal aktiv sind. „Wo es uns etwas fehlt, ist das mittlere Alter um 26, 27“, berichtet Ehm.

Keine Rolle spielt das Alter der Kicker auf der Suche nach dem Grund für die eklatante Auswärtsschwäche: Während bislang alle sechs Heimspiele gewonnen wurden, das mit einem Torverhältnis von 34:6, wurden auswärts aus sieben Partien gerade einmal fünf Punkte geholt, 18 Treffer erzielt, 21 Tore gefangen. Negativer Höhepunkt war das Hinspiel bei Morns-/Erdhausen, das nach 3:0-Führung mit 3:5 verloren ging. Wie kann das sein? „Ganz ehrlich, das frage ich mich auch“, sagt Ehm. Der große Platz in Sterzhausen, meint der Coach, käme den vielen schnellen Spielern entgegen, „aber das allein kann es nicht sein“.

Klar ist: Will der FSV noch mal ganz vorn mitmischen, muss er auswärts besser punkten. Alles ist noch drin: Gerade einmal zwei Punkte trennen Sterzhausen von Tabellenführer VfL Biedenkopf II. „Wir machen uns keinen Druck“, betont Ehm, sagt aber auch: „Wir wollen erfolgreich sein. Jeder spielt, um etwas zu erreichen.“ Also den Aufstieg? „Wir würden dazu nicht nein sagen.“ Das ist aber bei den zahlreichen Konkurrenten sicherlich nicht anders.

Von Stefan Weisbrod