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Lokalsport FSV Schröck will um den Aufstieg mitspielen
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18:07 18.08.2020
Vergangene Saison spielten Schröcks Jersid Pellumaj (links) und Leusels Serkan Erdem noch gegeneinander. Seit dieser Saison sind sie Teamkollegen.
Vergangene Saison spielten Schröcks Jersid Pellumaj (links) und Leusels Serkan Erdem noch gegeneinander. Seit dieser Saison sind sie Teamkollegen. Quelle: Foto: Miriam Prüßner
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Schröck

Wenig hat gefehlt, dass mit dem FSV Schröck eine fünfte Marburger Fußball-Mannschaft in der Verbandsliga spielt. In die neue Gruppenliga-Saison geht die Mannschaft von Cheftrainer Maurice Jauernick mit einem verbreiterten Kader von etwa 20 Spielern auf ähnlichem Niveau.

Der Rückblick: Die Unterbrechung und schließlich der Abbruch der vergangenen Saison aufgrund der Corona-Pandemie kamen für den FSV Schröck zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Einen Punkt – oder nach Anwendung der Quotientenregelung 0,05 Durchschnittszähler – lag Jauernicks Team zu diesem Zeitpunkt als Dritter hinter dem Zweitplatzierten TSV Steinbach II. Der Platz reichte nicht, da der Zweite der Gruppenliga Wiesbaden, die SG Walluf, mit 2,05 Punkten im Durchschnitt ebenfalls hauchdünn vor dem FSV (2,05) lag.

Nachgetrauert wird dem knapp verpassten Sprung in die Verbandsliga aber nicht, jedenfalls nicht vom Trainer: „Keine Ahnung, wie es am Ende ausgegangen wäre. Vielleicht wären wir aufgestiegen, vielleicht wären wir aber auch nur Sechster geworden.“

Die Veränderungen: Jakob Teuteberg und Tobias Franz, beide mit unbekanntem Ziel, sowie Jakob Nordlohne, der sich Ligakonkurrent VfB Wetter angeschlossen hat, werden als Abgänge geführt, waren aber bereits zuletzt nicht mehr aktiv. Anders Stig Weber, der drei Jahre am Elisabethbrunnen aktiv war und zu seinem Heimatverein SV Beltershausen zurückkehrt. „Sein Abgang ist für uns sportlich und auch menschlich ein Verlust“, sagt Jauernick.

In Serkan Erdem kommt ein Stürmer mit Hessenliga-Erfahrung beim FC Ederbergland zum FSV; zuletzt hatte der 25-Jährige bei der Spielvereinigung Leusel gespielt. Enrico Zucca, der aus Wetter geholt wurde, war mit den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg bereits in der Verbandsliga aktiv und soll das Zentrum der Schröcker verstärken. Dort könnte auch Tuncay Kepenek, der vom TSV Kirchhain kommt, agieren. Verteidiger Yannik Grau kehrt nach einem Jahr bei der SG Kesselbach/Odenhausen/Allertshausen zurück in den Marburger Stadtteil.

Luca Mankel rückt aus der eigenen Jugend in den Seniorenkader auf. Bereits in der Vorsaison kam der 18-jährige Torhüter zu einem Gruppenliga-Einsatz. In der Vorbereitung soll er – ebenso wie Daniel Wagner, der in der vergangenen Spielzeit meist zwischen den Pfosten stand, und Marvin Schwitalla – seine Bewährungschancen erhalten.

Die Taktik: Jauernick spielt – auch abhängig vom Gegner – bislang am liebsten in einem 4-2-3-1-System mit zwei „Sechsern“ und einem Mann davor, „um die Räume im Zentrum dicht zu machen“. Der Trainer lässt aber offen, ob er daran festhalten wird, verweist auf den Zugang von Erdem: „Er ist offensiv flexibel einsetzbar, kann auf den Außen aber auch vorn im Zentrum spielen.“ Neben Alban Ademi könnte er eine zweite Spitze bilden.

Rückkehrer Grau ist erster Kandidat auf den Platz des abgewanderten Weber in der Defensive. „Sportlich haben wir den Abgang damit kompensiert“, ist Jauernick überzeugt. Überhaupt ist er mit seinem Kader „sehr glücklich“, wie er betont. „Wir haben für alle Positionen zwei oder mehr Optionen. Die brauchen wir aber auch“, meint er mit Blick auf einige Englische Wochen im Spätsommer und Herbst.

Ein spezielles Augenmerk legt der Trainer in der Vorbereitung auf das Defensivverhalten: „Wir haben in der vergangenen Saison vor allem zu Beginn viel zu viele Gegentore kassiert“, blickt er zurück, wünscht sich „gern auch mal den ein oder anderen 1:0-Sieg“. In der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 fielen im Schnitt rund fünf Tore in den FSV-Partien: knapp drei für und gut zwei gegen Schröck.

Das Ziel: Platz eins bis fünf – so die offizielle Angabe des Vereins. Jauernick macht aber keinen Hehl daraus, dass er auf die Plätze eins und zwei und somit auf den Aufstieg schielt. „Wir haben keinen Druck, aufsteigen zu müssen, aber wir wollen gern ganz vorn mitspielen.“ Als Konkurrenten sieht er unter anderem den VfL Biedenkopf, der sich nach Ansicht des FSV-Trainers „richtig verstärkt“ hat. FC Burgsolms, SSC Juno Burg, SG Waldsolms und TSV Bicken traut er ebenfalls den Aufstieg zu. Und: „Oft mischt dann noch eine Mannschaft mit, die man vorher gar nicht auf dem Zettel hatte.“

Und sonst? Torhüter Julian Hilbert hat aufgrund von Knieproblemen die komplette Vorsaison verpasst, mehrmals musste er operiert werden. „Es schien eine endlose Sache zu werden“, berichtet Jauernick. Doch jetzt ist der 33-Jährige ins Aufbautraining eingestiegen. „Es ist zu hoffen, dass es bei ihm keinen weiteren Rückschlag gibt“, sagt sein Trainer.

Von Stefan Weisbrod