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FSV Schröck hängt im Tabellenmittelfeld fest
FSV Schröck hängt im Tabellenmittelfeld fest
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14:00 15.01.2022
Alban Ademi mit dem FSV Schröck in einem Turnierspiel gegen die SF BG Marburg. Sportlich läuft es für den Vize-Kapitän und sein Team in dieser Saison nicht rund, den Spaß am Sport lässt sich der 32-Jährige davon aber nicht verderben.
Alban Ademi mit dem FSV Schröck in einem Turnierspiel gegen die SF BG Marburg. Sportlich läuft es für den Vize-Kapitän und sein Team in dieser Saison nicht rund, den Spaß am Sport lässt sich der 32-Jährige davon aber nicht verderben. Quelle: Thorsten Richter
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Schröck

Als die Spielzeit 2019/2020 im Frühjahr 2020 Corona-bedingt vorzeitig beendet wurde, stand der FSV Schröck in der Tabelle der Fußball-Gruppenliga Gießen/Marburg auf Platz drei, verpasste nach Berechnung der Durchschnittspunkte hauchdünn den Sprung in die Verbandsliga Mitte. Als die Saison 2020/2021 im Herbst 2020 zunächst unter- und schließlich im Frühling 2021 abgebrochen wurde, belegte das Team aus dem Marburger Stadtteil den zweiten Platz, doch Auf- und Abstieg wurden ausgesetzt. Aktuell ist geplant, dass die laufende Spielzeit im März fortgesetzt wird. Aber diesmal ist der FSV von der Spitze ein gutes Stück entfernt.

Enttäuschend? Alban Ademi redet nicht drumherum: „Auf jeden Fall!“ Von 17 Spielen wurden nur sieben gewonnen, ebenso viele verloren. Mit 24 Punkten steht der FSV, der trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Pascal Köhler und Michael Xenokalakis erneut vorn mitspielen wollte – so die ausgegebene Zielsetzung – auf Rang acht, hat 17 Zähler Rückstand auf den zweiten Aufstiegs- und nur fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. „Damit können wir absolut nicht zufrieden sein“, sagt der Vize-Kapitän.

Vize-Kapitän kämpft mit muskulären Problemen

Aber warum hinkt die Mannschaft ihren Ansprüchen hinterher? Der 32-jährige Routinier sieht dafür mehrere Ursachen, zu denen auch schwächere Leistungen zählen: „Es gab mehrere Spiele, in denen uns individuelle Fehler Punkte gekostet haben.“ In anderen habe das Spielglück gefehlt. Und schließlich sei die Personalsituation zwischenzeitlich angespannt gewesen, hätten teilweise nur 13 gesunde Spieler zur Verfügung gestanden: „Durch Verletzungen und Sperren haben uns wichtige Leute über längere Zeit gefehlt.“ Er nennt Spielführer Leon Berthold, Rene Blümke, Roman Herdt und Jersid Pellumaj als Beispiele.

Blümke, der zur Spielvereinigung Rauischholzhausen wechselt, und Pellumaj, den es zu den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg zieht, sind in der Rückrunde überhaupt nicht mehr dabei. Sorgen, dass die Schröcker gar in den Abstiegskampf geraten könnte, hat Ademi aber nicht, verweist auf die Qualität des Teams. Ziel müsse es sein, in der Tabelle noch ein paar Plätze zu klettern – das „sollte drin sein“, meint er, schiebt aber hinterher: „Wenn alle fit sind.“

Auf ihn selbst trifft das derzeit nur bedingt zu. Probleme mit der Leiste hatte er schon länger, immer wieder plagte er sich in der Hinserie mit muskulären Problemen herum, ist damit nicht der Einzige in der Mannschaft – seiner Meinung nach eine Nachwirkung des rund neunmonatigen Sport-Lockdowns: „Die Pause hat körperliche Auswirkungen gehabt“, sagt der junge Familienvater, der in Kirchhain lebt.

Am 6. März soll es für die Schröcker in der Gruppenliga mit einem Heimspiel gegen den FSV Braunfels weitergehen. Den Start der Vorbereitung hat Trainer Mehmet Sakarya für den 1. Februar vorgesehen. Ademi hofft, dann „voll da“ zu sein, hält sich ohnehin individuell fit. „Ich muss dranbleiben“, sagt er, verweist schmunzelnd auf sein Alter: „Die Spritzigkeit lässt nach.“

Folgt auf die Fußballer- eine Trainerkarriere?

Die Frage, wie lang er noch Fußball spielt, beschäftigt ihn zwar hin und wieder, aufzuhören ist derzeit aber noch keine Option für den Offensivspieler, der unter anderem auch schon beim VfB Marburg aktiv war und mit dem SV Bauerbach 2018 in die Verbandsliga aufgestiegen ist: „Solange der Körper mitspielt und es mir Spaß macht, will ich weitermachen.“

Offen lässt Ademi, ob er über die aktuelle Saison hinaus in Schröck bleibt: Er fühle sich im Verein sehr wohl, aber „da möchte ich nichts ausschließen“. Mittelfristig könnte er sich vorstellen, Trainer zu werden, zuvor eventuell als spielender Co-Trainer zu agieren. Dem Sport will er auf jeden Fall noch lange Zeit verbunden bleiben. „Ich weiß gar nicht, ob ich ohne Fußball kann“, sagt er im Gespräch mit der OP, die Corona-Pausen hätten ihm „richtig weh getan“, da habe etwas gefehlt.

Von Stefan Weisbrod