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Lokalsport Trotz positiver Bilanz auf Abstiegsplatz
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14:54 22.03.2022
Viele Tore, trotzdem in der Tabelle weit unten: Die Cappeler Lukas Erne (links) und Tim Elmshäuser bejubeln einen Treffer beim 4:2-Sieg in Wehrda.
Viele Tore, trotzdem in der Tabelle weit unten: Die Cappeler Lukas Erne (links) und Tim Elmshäuser bejubeln einen Treffer beim 4:2-Sieg in Wehrda. Quelle: Nadine Weigel
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Cappel

Er sei „grundsätzlich ein Freund davon, neue Sachen auszuprobieren“, sagt Jan Kuschnir, findet es „richtig, dass man sich Gedanken gemacht hat“. Es geht um den Modus, nach dem in dieser Saison in der Fußball-Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord gespielt wird, in der es nach der Qualifikation nun eine Aufstiegsrunde mit sechs Teams und eine Abstiegsrunde mit 13 Mannschaften gibt.

Der FSV Cappel, das Team Kuschnirs, ist in zweiterer dabei, startet dort mit 18 Punkten. Dabei hatte sie in der Qualifikation 28 Zähler geholt, in der Tabelle mittendrin gestanden. „Die Theorie ist das eine. Manchmal treten dann in der Praxis Dinge auf, an die man vorher so nicht gedacht hat“, sagt er zum „Verlust“ von zehn Punkten.

Diese zehn Zähler hatte seine Mannschaft in der Qualifikation gegen Teams geholt, die schließlich in den Top sechs landeten, nun also in der Aufstiegsrunde um den Sprung in die Gruppenliga streiten. Die Resultate aus diesen Partien fallen für die Abstiegsrunden-Teilnehmer aus der Wertung. Kurios: Der FSV, der in der Qualifikation neun Mal gewann, acht Mal verlor und einmal remis spielte, also eine positive Bilanz hatte, steht in der neugebildeten Tabelle auf dem fünftletzten Platz. Und fünf Absteiger sind vorgesehen.

FSV-Trainer zum Modus: „So bestimmt nicht noch mal“

„Ich glaube nicht, dass man an so etwas gedacht hat, als der Modus ausgearbeitet wurde“, sagt Kuschnir, der es auch „alles andere als gut“ findet, dass Mannschaften teilweise unterschiedlich viele Heim- und Auswärtsspiele in die Wertung einbringen, außerdem Teams gegen manche Gegner zweimal zu Hause oder auswärts antreten. „Ich denke, die Verantwortlichen werden nach den Erfahrungen die richtigen Schlüsse ziehen“, sagt er, macht deutlich, was seiner Meinung nach das Ergebnis sein sollte: „So wird man es bestimmt nicht noch mal machen.“

An der aktuellen Situation lässt sich rückwirkend aber nichts mehr ändern. Für den Trainer ist es „keine Frage“, dass seine Mannschaft das sportliche Potenzial hat, den Abstieg zu vermeiden. Kuschnir ärgert sich etwas, dass in der Qualifikation die engen Spiele meist verloren wurden.

Abgang von Niklas Kornmann ist „schmerzlich“

„Wir haben zu oft die falschen Entscheidungen getroffen“, sagt er, macht das an fehlender Erfahrung der überwiegend jungen Spieler fest, hofft, dass die Chancenverwertung in der Abstiegsrunde besser wird: „Wir haben viel zu viel liegengelassen“, meint der 34-Jährige – dabei sind seinem Team in den 18 Partien mehr als ordentliche 44 Treffer gelungen. „Es hätten mehr sein müssen.“

In Niklas Kornmann hat der FSV in der Winterpause einen Leistungsträger an Verbandsligist SF BG Marburg verloren. „Schmerzlich“ sei das, sagt Kuschnir. Es gelte, den Abgang des 23-Jährigen als Team zu kompensieren. Gelingt das, ist er sich sicher, wird der FSV am Ende nicht auf einem Abstiegsplatz stehen.

Von Stefan Weisbrod