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Lokalsport Viel Lob und ein wenig Kritik für Turnier
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13:56 11.01.2020
Eine Szene aus dem Endspiel, in dem der SV Bauerbach (rote Trikots) mit 3:2 gegen den VfB Marburg gewann. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Es waren nicht nur Verpflichtungen gegenüber den Sponsoren wegen Bandenwerbung, die den Fachdienst Sport der Stadt Marburg dazu verleitet haben, den Hallenfußball-Charakter der Stadtmeisterschaft beizubehalten und nicht auf Futsal-Regeln wie bei den Turnieren in Kirchhain und Niederwalgern umzuschwenken. „Wir haben im Vorfeld mit den teilnehmenden Vereinen gesprochen und sie haben sich für Hallenfußball ausgesprochen“, informiert Björn Backes, Fachdienstleister Sport, auf OP-Nachfrage.

Das Fußballspielen mit Bande und ohne Seiten- und Torauslinie sei laut Backes für die Teams eine willkommene Abwechslung. Dieses Alleinstellungsmerkmal mache unter anderem den Reiz des Turniers aus, das Verbandsligist SV Bauerbach am Sonntag (5. Januar) gewann. Auch im kommenden Jahr, wenn die SG Niederweimar/Haddamshausen Ausrichter ist, werde sich am Regelwerk nichts ändern.

Fakt ist aber auch, dass sich der Endrundentag in die Länge zog. Um 11 Uhr begannen die Partien und endeten um 19.30 Uhr mit dem Finale der Männer. Das war jedoch nicht das einzige Endspiel. Denn zum ersten Mal wurde parallel die komplette Endrunde der Frauen ausgespielt. Hessenligist SF BG Marburg sicherte sich unter den sechs Klubs den Titel.

SF-BG-Coach Volker Münn freut sich darüber, dass den Frauenteams die Chance geboten wurde, ihre Fähigkeiten vor großem Publikum zu zeigen – am Sonntag waren es 550 Zuschauer. „Ich finde es gut, dass die Frauen beim Finaltag der Männer integriert wurden und die Spiele abwechselnd stattfanden. Diesbezüglich habe ich viele positive Meinungen gehört. Über die Länge des Turniertages gab es von dem ein oder anderen Kritik“, schildert er.

Stefan Clasani, Fußballabteilungsleiter beim FV Wehrda, ist einer derjenigen, die Kritik üben. „Ich finde es super, dass die Frauen auch eine Stadtmeisterschaft ausspielen, aber ich bin am Finaltag nicht gekommen, weil mir das alles zu lange gedauert hat“, erklärt er. Ansonsten habe er sich die Endrunde immer angeschaut.

Unabhängig von der Länge des letzten Turniertages loben Trainer und Vereinsfunktionäre den FSV Cappel, der das Turnier ausrichtete. Der FSV bot viele helfende Hände auf – ob beim Verkauf von Verköstigungen, an der Kasse oder beim Abbauen nach dem Turnier. „Das hat alles super funktioniert. Auch für die Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Sport und den Hausmeistern bedanken wir uns herzlich“, lobt Turnierorganisator Mario Lefebre. Auf dem Spielfeld stieß der FSV bis in die Endrunde vor, scheiterte jedoch vor der K.-o.-Phase. Diese erreichten neben Bauerbach der VfB Marburg, der FSV Schröck sowie der christliche Verein „Sportler ruft Sportler“ (SRS) – die spielstärksten Teams.

Nichtsdestotrotz wartete das Turnier mit einigen „Cinderella-Storys“ auf. Dazu gehörte der SV Großseelheim, der als einziger Kreisligist an der Endrunde teilnahm. „Wir waren froh, dass wir am letzten Tag noch dabei waren und uns gut verkauft haben“, lobt Spielertrainer Nils-Yannik Steitz. Ferner verdiente sich Torhüter Volker Schneider vom TSV Moischt großen Respekt. Wie jemand, der nur 51 Jahre jung, nicht 51 Jahre alt ist, war er einer der besten Torhüter des Turniers.

von Benjamin Kaiser