Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Statt keiner nun zwei Mannschaften
Sport Lokalsport Lokalsport Statt keiner nun zwei Mannschaften
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 13.07.2019
Eine Szene aus der Saison 2017/2018: Borts-/Ronhausens Nico Cappeller (links) verfolgt Lahnfels’ Marc Prenzer. In der neuen Runde ist der FSV wieder in der Kreisliga B dabei – mit Cappeller, der vom TSV Caldern zu seinem Heimatverein zurückkehrt.  Quelle: Thorsten Richter
Bortshausen

36 Spieler stehen auf der Liste, eventuell könnten noch welche hinzukommen. „Das sind zu viele, um nur mit einer Mannschaft in die Saison zu gehen“, erklärt Paul Nieth. Gemeinsam mit Moritz Zwick bildet der 30-Jährige – wie zuletzt bereits beim FV Cölbe II – ein Trainerduo, will mit dem FSV Borts-/Ronhausen eine erfolgreiche Saison in der Kreisliga B Marburg II spielen.

Wobei sich Erfolg nicht vorrangig am Tabellenplatz misst, wie der 32-jährige Zwick betont: „Wir wollen ein Gefüge herstellen und guten Fußball spielen. Wir werden sehen, was sich daraus entwickelt.“ Beide sind davon überzeugt, dass das Team Potenzial hat, ebenso wie Jörg Rekate: „Wenn sie spielen können, wie sie feiern, dann wird das sehr gut“, sagt das Vorstandsmitglied mit einem Augenzwinkern über die Spieler mit 14 verschiedenen Nationalitäten.

Lockere Mittwochskicks ziehen 25 Spieler an

Die Gemeinschaft, ist Rekate bereits vor Beginn der neuen Saison überzeugt, funktioniert. Schon bevor am Montag vorvergangener Woche – sozusagen offiziell – in die Vorbereitung auf die im August beginnende Spielzeit gestartet worden ist, wurde mittwochs ein lockeres Kicken auf dem Rasenplatz in Bortshausen angeboten. 25 Leute waren im Schnitt dabei, einige von ihnen sagten dem Verein nach den ersten Eindrücken für die bevorstehende Saison zu.

„Der Spaß am Fußball, unsere schöne Sportanlage, das engagierte Trainerteam und das funktionierende Vereinsleben – damit wollen und können wir überzeugen“, sagt der FSV-Schriftführer. Bezahlt werde keiner der Spieler, betont er. Stattdessen ist eine Punktprämie vereinbart, sodass – abhängig vom Erfolg – Geld in die Mannschaftskasse kommt.

Vor knapp einem Jahr, Anfang August 2018, war eher nicht zu erwarten, dass beim FSV bald wieder um Punkte gespielt wird. Es gab einige Abmeldungen, der Kader schrumpfte in der Vorbereitung weiter, letztlich standen 16 Abgänge zu Buche. Drei Tage, bevor das erste Saisonspiel stattfinden sollte, zog der Vorstand das Team zurück. Nun kommt es zum schnellen Comeback des FSV – nicht zuletzt dank Rekate.

Der 61-Jährige, der in den 1980ern in Bortshausen für die erste und die zweite Mannschaft spielte und später viele Jahre bei den Alten Herren mitkickte, ergriff die Initiative, sprach „ein paar Leute“ an, versammelte sie Anfang des Jahres mit dem Ziel, wieder einen Spielbetrieb auf die Beine zu stellen. Es gelang ihm und seinen Mitstreitern um den Vorsitzenden Thorsten Meier, „eine gewisse Aufbruchstimmung“ zu erzeugen.

In Zwick und Nieth, die per Anzeige nach einem Verein gesucht hatten, wurde schnell ein Trainerduo gefunden, das nach Einschätzung Rekates „sehr gut zu uns passt“. Dann begann die Spielersuche. Einige Akteure, die bereits in der Vergangenheit für den FSV aktiv waren, wurden angesprochen; eine Handvoll entschied sich zur Rückkehr.

Trainer von der Aufgabe beim TSV überzeugt

Rund die Hälfte der Spieler wurde von Zwick und Nieth nach Bortshausen gelotst, ein paar folgten ihnen aus Cölbe. Andere wurden durch die Mittwochskicks angelockt und blieben, manche von ihnen standen zuvor nie in einer offiziellen Mannschaft auf dem Fußballplatz. „Wenn man ein bisschen trommelt, dann wird man auch gehört“, sagt Rekate.

Die neuen Trainer sind topmotiviert, das wird im Gespräch deutlich. Vor allem der „familiäre Zusammenhalt“, wie es Nieth ausdrückt, und das „immense Bemühen, hier wieder etwas aufzubauen“, von dem Zwick spricht, haben sie von der Aufgabe beim FSV überzeugt.

„Jetzt geht es darum, gut zu trainieren und ein gutes Team zu formen“, erklärt Nieth, der selbst unter anderem beim VfB Wetter in der Gruppenliga und zuletzt bei der SG Lahnfels gespielt hatte, seine Spielerlaufbahn jedoch aufgrund von Rückenproblemen beenden musste. Nach der Teilnahme am Turnier in Bauerbach stehen fünf Testspiele sowie ein kurzes Trainingslager auf dem Programm, ehe die B-Liga-Saison Anfang August beginnt.

Nieth und Zwick, der in der Jugend beim VfB Marburg und später unter anderem für Eintracht Stadtallendorf in der Landesliga spielte, aufgrund seines zweiten Knorpelschadens aber schon mit 22 Jahren aufhören musste, kümmern sich sowohl um die erste als auch um die zweite Mannschaft. Bei Spielen der Reserve sollen sie durch Spielausschussmitglied Dirk Rohrbach unterstützt werden.

von Stefan Weisbrod