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Lokalsport FSG Ebsdorfergrund verliert Spitzenspiel im Aufstiegsrennen
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10:58 20.04.2022
Ebsdorfergrunds Elaine Lina Albrecht (links) geht gegen Eschenburgs Dayana Holighaus nicht in den Zweikampf.
Ebsdorfergrunds Elaine Lina Albrecht (links) geht gegen Eschenburgs Dayana Holighaus nicht in den Zweikampf. Quelle: Nadine Weigel
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Strahlender Sonnenschein, 18 Grad und rund 60 Zuschauerinnen und Zuschauer: Besser hätten die Voraussetzung für das Spitzenspiel in der Aufstiegsrunde der Regionsoberliga Gießen/Marburg zwischen der Erstplatzierten SG Eschenburg und der direkt dahinter liegenden FSG Ebsdorfergrund eigentlich kaum sein können. Dennoch boten beide Mannschaften insbesondere in der ersten Halbzeit eine überschaubare Leistung.

Erst zum Ende des Spiels wurde es dann doch noch hitzig. „Die erste Halbzeit war ein Spiel auf Augenhöhe mit vielen langen Bällen. Spielerisch war das sicher nicht unsere beste Leistung“, resümierte FSG-Co-Trainer Mark Parsons. Lediglich in der 14. Minute kam es zu einem großen Aufreger nach einer vermeintlichen Notbremse an einer FSG-Stürmerin gut 20 Meter vor dem Eschenburger Tor.

Glanzparade von SG-Torfrau

Ebsdorfergrunds Trainer Marcel Zimmer forderte an der Seitenlinie vehement eine Rote Karte für SG-Verteidigerin Laura Erner und auch sein Co Parsons sprach nach dem Spiel von einem „Angriff von hinten“, dessen richtige Konsequenz eine Rote Karte gewesen wäre. Schiedsrichter Jannis Euker beließ es jedoch bei Gelb. Eine fragwürdige Entscheidung, durch welche Euker auch den Unmut der heimischen Fans auf sich zog.

Der anschließende Freistoß durch die an diesem Tag beste FSG-Spielerin Amela Adrovic hätte perfekt in den oberen linken Winkel gepasst, doch die gut aufgelegte Eschenburg-Torhüterin Mary-Jane Jentsch konnte den Ball mit einer Glanzparade entschärfen – ohne weitere Großchancen und wenigen Abschlüssen auf beiden Seiten ging die Partie folgerichtig in die Halbzeitpause.

Eines Spitzenspiels würdig

Aus dieser kam Eschenburg dann wie verwandelt. Nachdem SG-Stürmerin Ylianna Stoll zunächst zwei Großchancen vergab und Lisanne Hardt nur die Latte des FSG-Tors traf, war es ausgerechnet SG-Stürmerin Dayana Holighaus, die kleinste Spielerin auf dem Platz, die in der 67. Minute nach einer Ecke unbedrängt einköpfen konnte. Doppelt ärgerlich für die FSG: Der Eckball vor dem Eschenburger Führungstreffer war nur durch einen Querschläger und einer Unsicherheit von FSG-Torhüterin Sina Marie Kargeler zustande gekommen.

Die letzten 15 Minuten der Begegnung waren dann denen eines Spitzenspiels würdig, insbesondere weil sich die Ebsdorfergrunder Frauen nicht kampflos geschlagen geben wollten. Zuerst scheiterte Adrovic wieder an der Eschenburger Torhüterin, die einen wuchtigen Schuss noch an den Pfosten lenken konnte, anschließend verpassten gleich mehrere FSG-Spielerinnen nach einer gut getretenen Ecke von der linken Seite.

Strittige Szenen in der Schlussphase

Knifflig wurde es in der 81. Minute, als Ebsdorfergrunds Celine Feil nach einem vermeintlichen Foulspiel im Strafraum zu Boden ging. Zimmer, Parsons und die anwesenden Zuschauer reklamierten lautstark einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Euker ließ weiterlaufen.

Knapp sechs Minuten später hatte er dann auf der gegenüberliegenden Seite keine andere Wahl als auf Strafstoß für die Gäste aus Eschenburg zu entscheiden, nachdem FSG-Verteidigerin Fiona Kempf die schnelle Holighaus nur mit einem Foul stoppen konnte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Hardt zum 2:0-Endstand. „Der Elfmeter für Eschenburg geht in Ordnung, aber vorher müssen wir auch einen bekommen. Die Entscheidungen des Schiedsrichters waren heute spielentscheidend“, so Parsons. Obwohl die Partie zu diesem Zeitpunkt entschieden war, kam es nach dem verwandelten Elfmeter zu einer kurzzeitigen Rudelbildung unter den Spielerinnen, da SG-Torhüterin Jentsch nach dem zweiten Treffer über den Platz schrie: „Jetzt können die Duschen gehen.“

„Durch die Niederlage wird es schwierig für uns“

Nach kurzem Wortgefecht mit Zimmer und einigen Gegenspielerinnen schob sie in Richtung des FSG-Trainers nach: „Du heulst rum, weil ihr verliert.“ Zwei Unsportlichkeiten, die in der Summe mindestens eine Gelb-rote Karte bedeuten, verwarnte der Schiedsrichter nur mit Gelb – ganz zum Unmut von Zimmer, der eine „klare Rote Karte“ forderte. „Leider hat der Schiedsrichter heute nur in eine Richtung gepfiffen“, kommentierte Parsons das Geschehen. Eschenburg liegt nun sechs Punkte vor der FSG Ebsdorfergrund – bei zwei verbleibenden Spielen muss die FSG auf einen Patzer der Konkurrenz hoffen, um doch noch Platz eins und den damit verbundenen Aufstieg zu erreichen.

„Der erste Platz ist das Ziel, aber durch die Niederlage wird es schwierig für uns“, sagte Parsons. Gleichzeitig zeigte sich der Co-Trainer enttäuscht über den Modus der Aufstiegsrunde, dem nur vier Mannschaften beiwohnen. So spielt die FSG in der Aufstiegsrunde jeweils zweimal gegen Fleisbach und Eschenburg – die Punkte aus den Spielen gegen den SV Langenstein aus der Hauptrunde wurden mitgenommen.

„In vier Spielen ist nicht viel möglich, da kann man eigentlich keinen verdienten Sieger ausspielen. Wir hoffen, dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen und wollen im Rückspiel gegen Eschenburg konzentrierter agieren“, formulierte Parsons das Ziel für die beiden verbleibenden Spiele.

Von Luca Hartmann

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