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10:58 10.09.2021
Früher gefürchteter Torjäger, heute Stabilisator in der Innenverteidigung des TSV Kirchhain II: Rolf Schütze (links, hier gegen Niederwalds André Sieler).
Früher gefürchteter Torjäger, heute Stabilisator in der Innenverteidigung des TSV Kirchhain II: Rolf Schütze (links, hier gegen Niederwalds André Sieler). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Knapp vier Wochen ist die neue Fußballsaison jung, und siehe da: Es gibt sie noch, die Mannschaften, die in ihren bisherigen Partien kein Gegentor kassiert haben: der TSV Kirchhain II (8:0 Tore) in der Kreisliga B Marburg 1, die SG Niederweimar/Haddamshausen (7:0) in der B-Liga Marburg 2 und der FC Kombach (15:0) in der B-Liga Biedenkopf haben eine weiße Weste.

Alles Zufall? Nicht unbedingt, sind sich Kirchhains Spielertrainer Felix Heiner (30) und SG-Coach Denis Müller (41) einig. „Uns ist es wichtig, gut zu stehen. Das ist die Basis für Erfolg“, sagt Heiner – Ex-Hessenligastürmer Müller pflichtet ihm bei: „Wir sehen immer zu, dass wir nach einem Ballverlust schnell wieder hinter den Ball rücken.“ Auch die Restabsicherung, etwa wenn mit einem Pass gleich mehrere Spieler überspielt werden, müsse sichergestellt sein, meint Müller.

Super Tag des Keepers

Nicht selten hängt der Erfolg aber auch von anderen Faktoren ab – etwa davon, gegen welche Kaliber ein Team bisher gefordert war und vor allem, welche personellen Optionen dem Trainer zur Verfügung stehen, in der Abwehr, aber auch im Tor. Bei der SG ist Keeper Nico Damm seit 270 Liga-Minuten ohne Gegentreffer – und das, obwohl das Team schon gegen die Reserve des VfB Marburg, für Müller der große Aufstiegsfavorit, gespielt hat.

Beim 1:0-Sieg zum Saisonauftakt „hatten wir etwas Glück“, räumt der 41-Jährige ein – und lobt zugleich seinen Torhüter, der „einen super Tag“ gehabt habe. „Nico hat in diesem Spiel zwei, drei Unhaltbare rausgeholt“, erzählt Müller.

Weiße Weste seit vier Spielen

Auch Kombachs Torwart Fabian Harnack musste in drei Meisterschaftsspielen noch nicht hinter sich greifen. Seinen Trainer Markus Bende wundert’s nicht, denn: „Er könnte durchaus ein bis zwei Klassen höher spielen, wenn er etwas mehr tun würde“, meint der 42-Jährige über seinen jungen Torwart, der erst in seinem letzten Jahr in der Jugend vom Feld in den Kasten wechselte.

Erfahrener ist da schon Tim Görge, Stammkeeper der Kirchhainer Reserve, verfügt er doch schon über Einsätze in der Gruppenliga Gießen/Marburg. Görge ist zugleich der einzige der drei Torhüter, der sogar schon seit vier Partien eine weiße Weste wahrt. Heiner ist froh, dass er in seinem Kader gleich über mehrere gute Keeper verfügt – um defensiv erfolgreich zu sein, brauche es aber noch mehr, gibt der zentrale Mittelfeldspieler zu bedenken.

Nicht die ganz hohen Hürden

Heiner lässt Rolf Schütze als Innenverteidiger spielen, obwohl der 35-Jährige früher als Stürmer fürs Toreschießen verantwortlich war. „Er ist für uns extrem wichtig – wegen seiner Erfahrung, aber auch, weil er sehr kommunikationsstark ist“, lobt Heiner seinen Routinier. „Dass wir nach vier Spielen noch ohne Gegentor sind, hätte ich vor der Saison allerdings nicht erträumt.“

Vom Aufstieg will Heiner auch nicht träumen. Und dies nicht nur, weil die bisherigen Gegner VfR Niederwald (4:0), TSV Speckswinkel (1:0), SV Großseelheim II (0:0) und FV Bürgeln (3:0) noch nicht die ganz hohen Hürden waren. „Aufzusteigen wäre schwierig“, sagt der Spielertrainer angesichts der Konstellation: Denn so gut es für die Reserve der Ohmstädter aussieht, so schwierig stellt sich die Situation der „Ersten“ dar. Noch ohne Punkt nach fünf Partien hält der TSV die Rote Laterne in der Kreisoberliga Nord in der Hand, kämpft also bereits darum, nicht abgehängt zu werden. „Ich hatte uns aber auch nicht ganz oben auf dem Zettel“, sagt Heiner.

Müller will weiter „oben mitspielen“

Denis Müller würde derweil mit der SG Niederweimar/Haddamshausen, aktuell erster Verfolger der VfB-Reserve, gerne weiter „oben mitspielen“. Der kurz-, aber auch langfristige Erfolg hänge aber ganz entscheidend davon ab, ob er mit einer eingespielten Mannschaft antreten kann. Müller ist sich aber sicher, dass die Meisterschaft „nur über den VfB“ gehen wird.

Ein Ziel hatte man beim FC Kombach vor der Saison nicht ausgegeben, entsprechend genießt Trainer Markus Bende den Blick aufs Tableau, grüßt sein Team dank der besten Tordifferenz doch von der Tabellenspitze. „Wir wollen eine vernünftige Saison spielen“, sagt der 42-Jährige, „werden jetzt aber nicht größenwahnsinnig, zumal wir ja erst gegen drei Mannschaften gespielt haben.“ Allerdings: „Unseren Torwart freut’s, dass er noch kein Gegentor kassiert hat. Er will seine Serie ausbauen“, sagt Bende.

Spielfrei für Kombach

Harnack, der aktuell an einem Muskelfaserriss laboriert, muss allerdings noch warten: Denn während der TSV II (12. September, 12.45 Uhr) zu Hause gegen die SG Schröck/Kleinseelheim II und die SG Niederweimar/Haddamshausen (12. September, 12.45 Uhr) beim FV Cölbe II gefordert sind, haben die Kombacher am Wochenende spielfrei.

Von Marcello Di Cicco