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Lokalsport Ex-Profi Reiner Künkel wäre mit einem Remis im Spitzenspiel zufrieden
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09:23 20.02.2021
Mit 17 Jahren, im Eintracht-Trikot: Reiner Künkel.
Mit 17 Jahren, im Eintracht-Trikot: Reiner Künkel. Quelle: Privatfoto
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Biedenkopf

In gewisser Weise, erzählt Reiner Künkel im Gespräch mit der OP, würden „bei diesem Spiel zwei Herzen in einer Brust“ schlagen. Na ja, das macht er dann doch direkt deutlich: Das Herz für den FC Bayern ist doch ein gutes Stück größer. „Ich habe in München gespielt, habe noch viele Kontakte dorthin und zu ehemaligen Mitspielern“, sagt er. Und doch: Er freut sich über die Entwicklung der Frankfurter Eintracht – und erzählt aus seiner Jugendzeit.

Denn früher, als Kind, als Jugendlicher, war er großer Fan der SGE. „Ich hatte Bettwäsche und Trikots, mein ganzes Zimmer war mit Eintracht-Sachen tapeziert.“ Mit der Zeit, mit seinem eigenen Aufstieg als Fußballer, nahm die Begeisterung für den Verein vom Main jedoch ab. Mit 20 Jahren wechselte Künkel vom FV Breidenbach zum damaligen Zweitligisten Hessen Kassel, wurde später beim SV Darmstadt 98 zum gefürchteten Torjäger, bekam ein Angebot vom FC Bayern. Von Januar 1976 bis Mitte 1978 stand er in München unter Vertrag. Stammkraft war er nicht, auch weil er von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Er machte in dieser Zeit trotzdem immerhin rund 50 Pflichtspiele, erzielte elf Tore.

Beim Pokalfinale 2018 war der Biedenkopfer im Stadion

Wenn die Bayern gewinnen, jubelt Künkel mit. Mehrmals pro Saison besorgt er sich Tickets für Spiele in der Allianz-Arena, freut sich, im Stadion (oder auch beim Golfen) frühere Teamkameraden wiederzutreffen – hofft, dass dies bald wieder möglich sein wird, dass die Corona-Pandemie bald überstanden ist.

2018 war der Biedenkopfer beim Pokalfinale in Berlin, sah das Spiel im Olympiastadion zusammen mit einem Freund, einem Eintracht-Fan. Von einer „schlechten Erfahrung“ spricht er im Rückblick; damals freute er sich nicht mit den Frankfurtern, war enttäuscht über die Niederlage der Bayern. Dann sah er, wie der Titel von der Mannschaft und den Fans der SGE gefeiert wurde. „Schöne Bilder“ seien das gewesen.

SGE in der Königsklasse? Künkel kann es sich vorstellen

Vor fast drei Jahren waren die Bayern klarer Favorit, der 3:1-Sieg der Frankfurter war eine riesen Überraschung. Diesmal ist die Ausgangslage zumindest ein Stück weit anders, findet Künkel: „Ich wäre aktuell mit einem Unentschieden zufrieden“, sagt er aus Perspektive des Bayern-Fans. „Die Eintracht ist in überragender Form. In der kann sie das Spiel ganz sicher auch gewinnen.“

Am Ende der Saison, das ist für den 70-Jährigen keine Frage, kommt der Meister wieder aus München. Und die Eintracht zieht in die Champions League ein? „Ich sage ja!“, antwortet er, relativiert etwas: „Ich glaube, fürs internationale Geschäft reicht es auf jeden Fall.“ Das könnte auch die Europa League oder die Europa Conference League sein. „Aber warum sollte es am Ende nicht Platz drei oder vier werden? Das ist auf jeden Fall drin.“

Damit würde es für die SGE zum ersten Mal überhaupt in die Königsklasse gehen. Verdient wäre es, sagt Künkel, lobt die Vereinsführung für die Transferpolitik der vergangenen Jahre, Trainer Adi Hütter für seine Arbeit mit den Spielern: „Da ist eine Top-Mannschaft entstanden.“

Von Stefan Weisbrod