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Lokalsport Für die Eintracht zählt nur Weiterkommen
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11:00 21.02.2019
Der angeschlagene Kapitän David Abraham (links) war gestern beim Abschlusstraining dabei und hatte sichtlich Spaß mit Torjäger Luka Jovic.  Quelle: Arne Dedert
Frankfurt

Die Ausgangslage ist gut, die Zuversicht groß – vor ausverkauftem Haus will Eintracht Frankfurt im Zwischenrunden-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk die nächste Fußball-Party feiern und die Festspielwochen in der Europa League verlängern. „Die Fans lieben Europa, die Spieler lieben Europa, der Verein insgesamt liebt Europa. Es wäre schön, wenn wir noch ein bisschen in Europa verweilen könnten“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic vor dem Duell mit dem ukrainischen Meister und Pokalsieger heute (18.55 Uhr/Nitro und DAZN).

Zum 17. Mal ist die Eintracht in einem internationalen Wettbewerb dabei, achtmal stand sie bisher im Achtelfinale. Dort wollen die Hessen nach dem 2:2 im Hinspiel erstmals seit der Saison 1994/95 – damals im Uefa-Pokal – wieder hin. „Wir haben ein sehr gutes Ergebnis im Hinspiel erzielt. Die Ausgangslage ist positiv“, sagte Bobic. Aber: „Es wird uns alles abverlangt werden, denn das ist eine brutal starke Mannschaft.“

Auch Eintracht-Trainer Adi Hütter warnte vor den Ukrainern. „Wenn wir Donezk Räume anbieten, können sie uns mit ihrer Schnelligkeit und Dynamik wehtun“, sagte er. Ihm geht es deshalb ausschließlich um das nackte Ergebnis. „Wir müssen kein wunderschönes Spiel zeigen. Es geht nur um das Weiterkommen“, betonte Hütter. Die seit Wochen ausverkaufte Partie habe eine „hohe Bedeutung“, ein Einzug in die nächste Runde hätte nicht nur wegen der Uefa-Prämie von 1,1 Millionen Euro einen „riesigen Stellenwert“.

Bobic: "Natürlich wollen wir noch weiter kommen"

„Es hat natürlich immer eine positive Wirkung, wenn man in der Europa League spielt. Wir haben schon in der Gruppenphase unseren Stempel hinterlassen und sind sehr glücklich, wie es bisher gelaufen ist“, sagte Bobic. „Aber natürlich wollen wir noch weiter kommen.“

Dabei sollen die enthusiastischen Fans mithelfen. „Sie sind das Non-Plus-Ultra in der Europa League und haben uns in allen Spielen beflügelt. Ich hoffe, dass wir den Funken wieder überspringen lassen“, sagte Hütter. „Wir wollen diese Atmosphäre, diese Energie aufsaugen und auf dem Platz umsetzen.“

Ausgerechnet jetzt plagen die Eintracht jedoch Personalprobleme im Defensivbereich. Gelson Fernandes fällt wegen einer Oberschenkelverletzung aus, der Einsatz von Kapitän David Abraham und Sebastian Rode ist fraglich. Beide waren im Abschlusstraining gestern aber dabei. Hütter blieb daher cool. „Wir werden eine Lösung finden. Es gibt andere Optionen“, sagte der 49-Jährige.

Hütter will sich nicht verrückt machen lassen

Nicht verrückt macht sich der Österreicher auch wegen eines möglichen Elfmeterschießens. Geübt wurde das Nervenduell im Training nicht. „Das bringt nichts“, sagte Hütter. „Wenn es um die Wurst geht, musst du am Punkt konzentriert sein und das Ding reinhauen.“

Und auch das Scheitern der Frankfurter vor fünf Jahren gegen den FC Porto mit dem heutigen Donezk-Trainer Paulo Fonseca – nach einem 2:2 im Hinspiel gab es zu Hause ein 3:3 – interessiert ihn nicht. „Ich habe mit der Vergangenheit nichts am Hut, zumal ich nicht dabei war. Ich beschäftige mich nur mit der Gegenwart“, betonte Hütter. Da sei eine Topleistung gefordert, damit die Eintracht bei der Auslosung des Achtelfinales am morgigen Freitag in Nyon im Topf liegt. „Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass wir wieder ein Fest feiern können“, so Hütter.

Bayer Leverkusen kam gegen FK Krasnodar in der Vorwoche zu einem 0:0 und ist deshalb in der BayArena heute (21 Uhr/DAZN) wegen der Auswärtstorregel zum Treffen und Siegen gezwungen. „Ich hätte gern ein Auswärtstor gemacht“, gab Trainer Bosz deshalb zu. Angesichts von vier Liga-Siegen in Serie zeigte sein Innenverteidiger Jonathan Tah aber keine Selbstzweifel vor der Begegnung mit dem russischen Tabellenzweiten. „Das gibt Selbstvertrauen, das gibt Mut“, versicherte der Nationalspieler.

von Eric Dobias