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16:58 16.08.2021
Freuten sich, dass nach vielen Monaten wieder gespielt wurde – und über den Langensteiner Sieg: Heinz Weber (von links), Michael Ujlaki, Hans Fleischhauer und Helmut Holz.
Freuten sich, dass nach vielen Monaten wieder gespielt wurde – und über den Langensteiner Sieg: Heinz Weber (von links), Michael Ujlaki, Hans Fleischhauer und Helmut Holz. Quelle: Stefan Weisbrod
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Langenstein

„Es gibt so Spiele“, sagte Heinz Weber, „da klappt alles.“ Es gibt auch solche, bei denen nichts funktioniert. Aber am Sonntag (15. August), da lief es für den SV Langenstein wirklich rund, gerade in der zweiten Halbzeit. „Also damit war zur Pause absolut nicht zu rechnen“, meinte Michael Ujlaki kurz vor Schluss der Kreisliga-B-Partie gegen den TSV Germania Betziesdorf. 6:0 stand’s am Ende. Weber und Ujlaki, Hans Fleischhauer und Helmut Holz sowie einige Dutzend weitere Zuschauerinnen und Zuschauer waren – soweit sie es mit den Grünen hielten – zufrieden.

Ein paar Meter sind es auf dem Sportgelände in Langenstein hinter der Grundlinie noch, bis eine Barriere kommt. Zu behaupten, die SVL-Fans etwas höheren Alters hätten ihren Stammplatz an der Eckfahne, ist also nicht ganz korrekt. Egal, dort in der Nähe jedenfalls standen sie am Sonntag (15. August) – und waren erst einmal vor allem froh, dass überhaupt wieder was los war. „Ist ja ewig her, dass man auf dem Sportplatz sein Würstchen essen, Bier trinken und Fußball gucken konnte“, sagte Weber. Nicht zuletzt habe die Geselligkeit gefehlt, da waren sich alle einig.

Pläne für sonntags

Im Frühjahr 2020 ging Corona-bedingt nichts mehr, im Herbst war nach zwei Monaten auch wieder Schluss. „Jetzt weiß man endlich wieder, wo man sonntags hingehen kann“, sagte Weber. Was ist, wenn es eine vierte Pandemiewelle gibt, wenn erneut Schluss mit Amateurfußball ist? „Hoffen wir, dass es dazu nicht kommt“, wollte sich der 81-Jährige nicht zu viele Gedanken darüber machen.

Sebastian Schulz hat den Ball im Blick, sein Kopfball geht zum 2:0 ins Tor. Kreisliga B Marburg I, SV Langenstein - TSV Germania Betziesdorf 6:0. 15. August 2021. Foto: Stefan Weisbrod Quelle: Stefan Weisbrod

Weber hat früher selbst beim SVL gekickt, ebenso wie die gleichaltrigen Fleischhauer und Holz, ebenso wie Ujlaki, mit 70 der Jüngste in dieser Runde. Gespielt wurde auf dem alten Platz im Ort, der noch heute teilweise fürs Training genutzt wird. Die neue Anlage wurde in den 1970ern errichtet, Ujlaki war dabei, hatte damals für die ausführende Firma gearbeitet, erzählt er.

Einiges alt, einiges neu

Auf diesem Platz ist nun die aktuelle Generation von Langensteinern Kickern aktiv. Wobei da tatsächlich überwiegend Langensteiner spielen: „Früher war manches anders. Früher hatte der Fußball bei den jungen Leuten noch einen höheren Stellenwert“, sagte Holz, der in seiner aktiven Zeit als Läufer auf den Außenbahnen eingesetzt worden ist, meist in der Reserve.

Nachwuchssorgen gibt es beim SVL wie bei vielen anderen Vereinen. Aktuell jedoch, darauf sind sie stolz, bilden tatsächlich Langensteiner beziehungsweise Personen, die mit dem 1.000-Einwohner-Dorf verbunden sind, das Gros der Mannschaft.

Fast jeder Angriff erfolgreich

Die war am Sonntag (15. August) zunächst vor allem in der Defensive gefordert. Die Betziesdorfer um deren Spielertrainer Dennis Lepper starteten einen Angriff nach dem anderen, kamen auch zu mancher guten Chance. Die Hausherren sorgten indes aus der Ferne für Gefahr, so auch wenige Minuten vor Ende der ersten 45 Minuten. So richtig war es aus mehr als 100 Metern Entfernung nicht zu erkennen, in der Pause kam die Aufklärung: Es war ein Freistoß von Sebastian Schulz, der direkt rein ging. Schwierig, da war sich das Quartett komplett einig, würde es werden, die Führung ins Ziel zu bringen.

Wurde es überraschend nicht – weil Schulz per Kopf nach einer Ecke erhöhte, Daniel Krause nach abgewehrtem Schuss ebenfalls mit dem Kopf zur Stelle war, Kapitän Daniel Gonzalez Recio einen Strafstoß verwandelte und Dominik Michel völlig freistehend einschoss. Beinahe jeder Vorstoß der Langensteiner war erfolgreich, während die Betziesdorfer mit allem möglichen haderten. „Hoffentlich werden die jetzt nicht zu selbstsicher“, mahnte Weber, freute sich aber dennoch über das Ergebnis und besonders mit seinen Enkeln Jannis und Tim Luca Schröder. Letzter stocherte den Ball zehn Minuten vor dem Abpfiff zum Endstand über die Linie.

Von Stefan Weisbrod