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Lokalsport Emily Haak träumt vom ganz großen Wurf
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10:58 19.09.2021
Emily Haak trainiert hart, um Medaillen für sich und den TSV Eintracht Stadtallendorf zu holen.
Emily Haak trainiert hart, um Medaillen für sich und den TSV Eintracht Stadtallendorf zu holen. Quelle: Leonie Rink
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Stadtallendorf

Dreimal schleudert Emily Haak den Hammer um sich selbst – dann lässt sie los. Der Hammer landet im Gras einige Meter entfernt. „Ach Mist, der Untergrund ist glitschig“, sagt die Schülerin aus Niederklein. Die 15-Jährige ist Hammerwerferin beim TSV Eintracht Stadtallendorf. Im nassen Ring, in dem Haak steht, um den Hammer um ihren eigenen Körper zu drehen, hat die Sportlerin keinen Halt. Aber sie beißt sich durch und verbessert ihre Weite noch einmal in dieser Trainingseinheit.

„Emily hat gute körperliche Voraussetzungen für den Sport. Zudem besitzt sie viel Potenzial und sie ist ein totaler Wettkampftyp“, sagt TSV-Trainerin Claudia Genz über sie. Zu der Leichtathletik kam die Zehntklässlerin, die die Georg-Büchner-Gesamtschule in Stadtallendorf besucht, bereits in jungen Jahren. „Meine Mama hat mich immer mit in die Halle genommen, wenn meine Schwester Natalie trainiert hat. Man kann also sagen, dass ich in der Halle groß geworden bin“, sagt Haak.

Auf die Kraft kommt es an

Sie startete mit dem Dreikampf bestehend aus Laufen, Springen und Werfen. „Ich bin aber noch nie gerne gelaufen“, gibt die Schülerin zu. Aus diesem Grund entdeckte sie die Sportarten für sich, bei denen es auf die Kraft des Athleten ankommt: Speerwurf, Diskuswerfen, Kugelstoßen und dann der Hammerwurf. „Beim Hammerwerfen kommt es auf die Technik an – zudem ist es wichtig, dass man genügend Kraft hat. Man kann auch einen schlanken Körperbau haben. Aber die Kraft muss da sein“, erklärt Haak.

Aus diesem Grund gibt es kuriose Trainingsübungen: Dehnungen auf einer schmalen Turnbank sowie Drehungen mit verbundenen Augen. Damit soll der Gleichgewichtssinn und die Orientierung gestärkt werden. Dass sich diese Übungen auszahlen, zeigte sich jüngst bei den hessischen Hammerwurfmeisterschaften in Fürth, bei denen Haak ihre bisherige Bestweite um mehr als drei Meter auf 41,75 Meter verbesserte.

Haak setzt sich neue Ziele

„Ich hatte mir ein Ziel von 40 Metern gesetzt. Als es dann im ersten Versuch gleich funktioniert hat, war ich super glücklich. Mein neues Ziel sind 43 Meter und dann 45 Meter“, sagt Haak. Da die Schülerin in den ersten Versuchen bei Turnieren ihre besten Werte erzielt, stellte sie ihre Vorbereitung bei Wettkämpfen um. „Ich laufe mich jetzt erst 30 Minuten vor Beginn warm, werfe mich ein und mache Koordinationsübungen. Sonst fehlte mir gegen Ende immer die Kraft“, merkt die 15-Jährige an.

Eine enorme Kraft, um eine drei Kilogramm schwere Kugel mehrmals um den eigenen Körper herum zu drehen. „Ich konzentriere mich immer auf die Drehung. Wenn ich die Kugel aber loslassen kann, ist das ein befreiendes Gefühl“, erklärt Haak. Dieses Glücksgefühl möchte die Hammerwerferin noch verstärken, indem sie Medaillen gewinnt. „Das sind Erinnerungen, die niemals weggehen. Ich möchte einen Platz unter den ersten drei bei den Süddeutschen Meisterschaften oder den Deutschen Meisterschaften“, sagt sie.

Von Leonie Rink