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Achtung, Rutschgefahr
Achtung, Rutschgefahr
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16:00 22.12.2021
Gar nicht so einfach: OP-Volontärin Larissa Pitzen beim Eishockey-Training mit Trainer Michael Schubert im Eispalast Marburg.
Gar nicht so einfach: OP-Volontärin Larissa Pitzen beim Eishockey-Training mit Trainer Michael Schubert im Eispalast Marburg.
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Marburg

Schon früh am Morgen vor der offiziellen Öffnungszeit des Eispalastes startet das Training. Mit von der Partie sind Frauke Haselhorst, Mitarbeiterin der Jugendförderung in Marburg, Sarah Sommer und Bastian Hauk, Mitarbeiter im Haus der Jugend, sowie die beiden blutigen Eishockey-Anfänger und OP-Volontäre Lucas Heinisch und Larissa Pitzen.

Trainer Michael Schubert erklärt zunächst, welche Sicherheitskleidung für den Wintersport unerlässlich ist: „Wir hören hier ein dumpfes Klopfen“, sagt er und schlägt mit seinem Eishockey-Schläger gegen seine Schienbeinschoner. „Wenn wir an den Schienbeinen nicht geschützt sind, macht es kein Klopfgeräusch, sondern höchstens ein Aua.“ Alle lachen. Außerdem betont er, dass bei dem Training möglichst ohne Körperkontakt gespielt wird – nicht wie bei den Großen –, damit die Verletzungsgefahr so gering wie möglich gehalten wird.

„Sehr wichtig sind die Handschuhe. Wir wollen ja nicht, dass euch jemand über die Hände fährt“, erklärt er und deutet auf seine gepolsterten Handschuhe. „Außerdem kann man damit prima seinen Kopf schützen, falls man mal hinfällt.“ Recht hat er, wie wir noch sehen werden.

Das Warm-up

Neben Lockerungsübungen für den Nacken sollen Dehnübungen für Arme und Beine dabei helfen, die Muskeln und Sehnen auf das Training vorzubereiten. Danach werden ein paar Aufwärmrunden gedreht. Schon das ist gar nicht so leicht für Anfänger. „Nun nehmt euren Schläger mit beiden Händen vor die Brust und versucht, während des Fahrens so tief in die Hocke zu gehen, wie es geht“, sagt Schubert. Nach zwei Runden klappt die Hocke dann auch einigermaßen, auch wenn die Hocke der beiden Volontäre eher an einen Hexenschuss erinnert.

OP-Volontärin Larissa Pitzen beim Eishockey-Training mit Trainer Michael Schubert im Eispalast Marburg. Quelle: Lucas Heinisch
OP-Volontärin Larissa Pitzen beim Aufwärmen mit Trainer Michael Schubert im Eispalast Marburg. Quelle: Lucas Heinisch

Bei der zweiten Aufwärm-Übung wird der Schläger vor der Brust beim Fahren nach links und rechts bewegt, sodass sich nur der Oberkörper bewegt. „Das ist vor allem dann wichtig, wenn man während des Spiels mit dem Oberkörper eine andere Bewegung ausführen möchte als mit den Beinen“, erklärt Schubert seine Koordinations-Übung. Keine Ahnung, wie Eishockey-Profis das machen. Für jemanden, der nur geradeaus laufen kann, ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Eine letzte schnelle Runde über das Eishockeyfeld und die Aufwärmphase ist beendet.

Das Training

Jetzt wird es ernst. Schubert schnappt sich die ersten Hütchen und baut einen kleinen Slalom-Parcours auf. „Der nächste Schritt ist das Spiel mit dem Puck“, sagt er. So heißt die kleine, sehr harte Scheibe beim Eishockey. „Das wollen wir jetzt ausprobieren“, sagt er zuversichtlich. Er nimmt sich einen Puck und schiebt ihn mit seinem Schläger in Slalom-Bewegungen über das Eis. Es sieht leicht aus. Wir versuchen es auch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt das sogar irgendwie. Es gibt nur ein Problem: Der Puck kann ziemlich schnell werden. Und noch schneller, wenn er von einem Profi gespielt wird. „Profispieler bringen den Puck auch mal gut und gerne auf 150 Stundenkilometer“, verrät Michael Schubert. Wie man den treffen soll, geschweige denn als Torwart abwehren kann, wird uns auf ewig ein Rätsel bleiben. Für das abschließende Trainings-Spiel teilt der Trainer seine Schüler in zwei Gruppen auf. Gespielt wird auf einer Hälfte des Feldes. Kaum hat das Spiel begonnen, sind bei beiden Mannschaften hektische Bewegungen zu sehen und laute Rufe zu hören. Schon nach kurzer Zeit ringt Volontärin Larissa Pitzen mit ihrem Atem. „Das ist ganz normal“, erklärt Schubert, „im Profi-Sport wird auch alle zehn Minuten gewechselt, weil Eishockey spielen sehr kräftezehrend ist.“

Fazit nach einigen leichten Stürzen: Eishockey ist ganz schön kompliziert, ziemlich anstrengend, macht aber unglaublich viel Spaß.

Von Lucas Heinisch und Larissa Pitzen