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Lokalsport Sicaja hakt das 0:4 ab: "Kann passieren!"
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19:00 08.11.2019
Kein Durchkommen gibt es in dieser Szene für den Stürmer der Stadtallendorfer Eintracht, Felix Nolte, in der Partie beim SC Hessen Dreieich.  Quelle: Stefan Tschersich
Stadtallendorf

Wenn der Aufsteiger beim Ex-Regionalligisten und Meisterschaftsmitfavoriten antritt, sind die Rollen klar verteilt. Alles andere als ein Sieg für die Eintracht gegen den 1. Hanauer FC wäre eine Überraschung. So weit die Theorie. Blickt man auf die laufende Saison, in der Hanau als Neuling lediglich 6 seiner 15 Spiele verloren hat, blickt man auf den Kader der Südhessen mit einem ehemaligen Bundesliga-Profi als Spielertrainer und zahlreichen regionalliga-erfahrenen Akteuren, und blickt man auf das vergangene Spiel beim Hessenliga-Schwergewicht RW Hadamar, wird schnell deutlich, dass das Stadtallendorfer Team von Trainer Dragan Sicaja gewarnt sein muss.

Hanau bot trotz der 1:3-Niederlage in Hadamar eine spielerisch, läuferisch und kämpferisch starke Vorstellung, war über 90 Minuten gleichwertig. Nur die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. Besseres gewünscht hatte sich zuletzt sicherlich auch Dragan Sicaja beim SC Hessen Dreieich.

Hessenliga

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0:4 nach 0:0 zur Pause klingt heftig, ist es auch: „Da muss man gar nicht groß drumherumreden. Wir haben nach der Pause gegen einen extrem motivierten und starken Gegner die Kontrolle verloren, wirkten vom Kopf her etwas müde, haben schlecht verteidigt. All‘ das hat der Gegner ausgenutzt. Das müssen wir akzeptieren. So etwas kann passieren! Es hat an diesem Tag einfach nicht gereicht. Solche Spiele gibt es, fertig!“, sagte Sicaja und hakte damit die Pleite beim Ex-Regionalliga-Konkurrenten ab.

„Es hilft nicht, wenn du dich permanent mit solch einem Spiel beschäftigst. Deshalb richtet sich mein Blick nach vorn“, ergänzt der Coach der Eintracht. Blick nach vorn bedeutet, das Spiel gegen Hanau steht an. Zentrale Figur des Teams ist Michael Fink. Der ehemalige Profi spielte unter anderem von 2006 bis 2009 für Eintracht Frankfurt und ein Jahr für Mönchengladbach. 

Hintergrund

Der 1. Hanauer FC 93 ist der älteste hessische Fußballverein. Er wurde gegründet am 23. März 1893 – und wäre ein Jahr später fast Deutscher Meister geworden. Als man 1894 in Berlin zum Endspiel um die erste Deutsche Fußballmeisterschaft gegen den späteren dreifachen Deutscher Meister Viktoria Berlin antreten sollte, konnten die Hanauer die Reise nach Berlin nicht bezahlen. Der erste Deutsche Meistertitel ging damit kampflos an die Viktoria.

Den größten sportlichen Erfolg der „jüngeren Geschichte“ feierte der 1. Hanauer FC im Jahr 1978 mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Danach pendelten die Hanauer zwischen Bezirks- und Hessenliga, aus der sie 1996 wieder abstiegen. Nach nunmehr 33 Jahren glückte also in der vergangenen Saison die Rückkehr des 1. Hanauer Fußballclubs 1893 in die höchste hessische Amateurliga.

Im Mai 2019 übernahm er als Interimstrainer den damaligen Verbandsligisten Hanau. Seit dieser Saison ist Fink als Spielertrainer für den Aufsteiger aktiv. „Ich kenne ihn und viele andere Hanauer Spieler aus vergangenen Zeiten. Dass Michael Fink mit seinen 37 Jahren noch auf hohem Niveau in der Hessenliga spielt, ist schon etwas Besonderes. Respekt!“, ist Sicaja beeindruckt.

Zu seinen Bundesliga-Zeiten bei der Frankfurter Eintracht spielte Fink in der Bundesliga meist auf der Sechser-Position – laufstark, kampfstark. Dass er es auch technisch draufhat, bewies er am 19. Januar 2008 im Vorbereitungsspiel der Frankfurter beim SC Paderborn. Sein Treffer zum 1:0 (Endstand 1:1) nach elegantem Fallrückzieher wurde in der ARD-Sportschau zum „Tor des Monats“ gewählt.

„Bleibt zu hoffen, dass er sich am Samstag gegen uns zurückhält“, sagt Sicaja schmunzelnd und ergänzt: „Im Ernst: Wir spielen gegen eine gute Mannschaft, die aus meiner Sicht nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird und müssen hochkonzentriert an die 90 Minuten herangehen.“

Personell gibt es keine großen Neuigkeiten bei der Eintracht. Daniel Vier sollte nach seiner Schulter-Verletzung eigentlich in dieser Woche wieder ins Training einsteigen, schlägt sich derzeit aber mit einem grippalem Infekt herum, sodass er erst kommende Woche zur Mannschaft stößt.

von Michael E. Schmidt