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Lokalsport Stadtallendorf fehlt nicht viel zu Punkt
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17:34 28.09.2020
Nah dran am Gegenspieler: der Stadtallendorfer Damijan Heuser (links) gegen Elversbergs Kevin Conrad. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Dragan Sicaja war es ein großes Anliegen, seine Spieler nach Abpfiff zu versammeln, ihnen zu sagen, wie stark er die Leistung fand. So wirklich zum Stimmungsaufheller wurde die Ansprache des Trainers unter den Regionalliga-Fußballern des TSV Eintracht Stadtallendorf aber nicht. Sie wussten: In diesem Spiel gegen die SV Elversberg, dem großen Favoriten auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die 3. Liga, war mehr drin.

Es war vor allem die Schlussphase, die für dieses Gefühl der verpassten Möglichkeit auf wenigstens einen Punkt sorgte, etwa bei Laurin Vogt: „Die Elversberger hätten sich sicherlich nicht beschweren dürfen, wenn wir am Ende noch eins machen.“ Doch weder der Joker, der eine Viertelstunde vor Schluss ins Spiel kam, zweimal an SV-Torwart Frank Lehmann (84. und 85. Minute) und dann am Außenpfosten (90.+1) scheiterte, noch Linksverteidiger Niko Jovic, der nach Klassespielzug in Lehmann seinen Meister fand (90.+3), nutzten ihre Chancen. Und so nahmen die Saarländer die drei Punkte mit. Deren Trainer Horst Steffen war schlicht „froh, dass wir das Spiel gedreht haben. Am Ende ist egal wie, Hauptsache, wir haben gewonnen.“

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Leidenschaftliche Vorstellung

Verdient, das war auch für Sicaja keine Frage, war der Elversberger Sieg auf jeden Fall – und doch war er unglücklich aus Sicht der Eintrachtler, die der spielerischen Überlegenheit der Gäste eine geschlossene Mannschaftsleistung – mit einem herausragenden Aykut Bayar zwischen den Pfosten – und viel Leidenschaft entgegensetzten.

„Wir haben für unsere jetzigen Möglichkeiten ein fast perfektes Spiel gemacht“, sagte Sicaja mit Blick auf die vielen Verletzten, auch auf das Fehlen von Stürmer Del-Angelo Williams, der gemäß Wechselvereinbarung im ersten Spiel gegen seinen vorherigen Verein nicht mitwirken durfte. „Der Gegner hat unglaubliche Qualität, das haben wir gesehen. Schade, dass wir am Ende für unsere Leistung nicht belohnt wurden.“

Doppelschlag durch Koffi

Die Elversberger bestimmten von Beginn an das Geschehen, beeindruckten mit hohem Tempo, ihrer Ballsicherheit und der Präzision im Passspiel – bissen sich an der gut stehenden Verteidigung der Eintracht aber die Zähne aus. Kamen sie dann doch mal durch, war zunächst stets Debütant Bayar, der den verletzten Dusan Olujic vertrat, zur Stelle. Ein halbes Dutzend Mal wurde er gefordert, etwa bei einem Flachschuss des Ex-Stadtallendorfer Israel Suero Fernandez (37.). Wenige Minuten vorher waren die Hausherren mit ihrer einzigen echten Chance der ersten 45 Minuten in Führung gegangen: Damijan Heuser zog einen Eckstoß von rechts mit dem linken Fuß Richtung Tor, Jascha Döringer drückte den Ball mit dem Kopf ins Tor (33.).

Auch die erste Chance der Heimelf im zweiten Durchgang hatte Döringer, der knapp verzog (60.). Noch näher dran war der eingewechselte Gino Parson, bei seinem Schuss fehlten nur Zentimeter (70.). Dann aber drehte der erst vor wenigen Tagen vom SV Waldhof Mannheim zur Sportvereinigung gewechselte und zur Pause ins Spiel gekommene Kevin Koffi die Partie: Wenige Minuten nach seinem Ausgleichstreffer – Jovic fälschte seinen Schuss unglücklich ab (73.) – staubte der Ivorer zur Elversberger Führung ab, nachdem Bayar einen Ball von Luca Schnellbacher noch an den Pfosten gelenkt hatte (80.).

Von Stefan Weisbrod

Steno

Eintracht Stadtallendorf - SV Elversberg 1:2 (1:0). 

TSV Eintracht Stadtallendorf: Bayar - Gaudermann, Schadeberg, Djengoue, Jovic - Geisler, Phillips, Arifi, Döringer - Heuser (77. Vogt) - Nolte (65. Parson).

SV Elversberg: Lehmann - Fellhauer, Rehfeldt, Dragon, Conrad - Dacaj, Baumgärtl (46. Koffi) - Feil, Suero Fernandez, Neubauer - Schnellbacher (90. von Piechowski).

Schiedsrichter: Philipp Reitermayer (Palmbach). Zuschauer: 355. Tore: 1:0 Jascha Döringer (33.), 1:1, 1:2 Kevin Koffi (73., 80.). Gelbe Karten: Nolte, Jovic / Suero Fernandez.