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Lokalsport Für die Eintracht geht’s nach Bayern
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10:58 02.02.2021
Stadtallendorfs Ben-Luca Fisher (rechts) zieht an Nikos Zografakis (Stuttgart II, links) vorbei.
Stadtallendorfs Ben-Luca Fisher (rechts) zieht an Nikos Zografakis (Stuttgart II, links) vorbei. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Drei starke Auftritte legte die Stadtallendorfer Eintracht zuletzt hin. Die Ausbeute: ein magerer Punkt gegen den SC Freiburg II (1:1). Zu wenig für das Liga-Schlusslicht, um den Abstand von zehn Punkten zum Tabellenvorletzten TSV Schott Mainz zu verkürzen. Wo andere Trainer mit der sportlichen Situation hadern würden, übt sich Stadtallendorfs Übungsleiter Dragan Sicaja darin, zu betonen, wie gut ihm gefällt, was er seit zwei Wochen von seinen Schützlingen zu sehen bekommt.

„Auch gegen Stuttgart haben wir viel Aufwand betrieben, Leidenschaft und Herz gezeigt“, lobt der Kroate, „die Jungs machen einen Schritt nach vorne, ich kann ihnen keinen Vorwurf machen.“ Eine Mischung aus Pech, mangelnder Chancenverwertung und zu wenig Stabilität in der Defensive führt allerdings dazu, dass die Ergebnisse nicht die gewünschten sind.

Alzenau punktete gegen Top-Teams der Liga

Im Tabellen-20. FC Bayern Alzenau bekommt es der TSV Dienstag (2. Februar, 19 Uhr) mit einem Gegner zu tun, der ebenfalls auf Amateurbasis arbeitet – und wie die Herrenwälder auf junge Spieler setzt. In Marcel Wilke (31), Kreso Ljubicic (32) und Robert Schick (27) verfügt FCB-Coach Artur Lemm nur über drei Ü-25-Routiniers – wobei Schick (Hüfte) und Ljubicic (Knie) derzeit ausfallen.

„Was die Erfahrung angeht, ist Stadtallendorf besser aufgestellt. Wir haben zwar viele junge, talentierte Spieler, aber die entwickeln sich noch“, sagt Lemm – und meint: „Würden wir die Klasse halten, wäre es ein Wunder.“

Allerdings ließen die Unterfranken bereits ihre Qualität aufblitzen, begehrten gegen Topteams wie zuletzt die SV Elversberg (3:3) oder die Freiburger „Zweite“ (1:0) auf. „Trainer Artur Lemm hat mit dem Team einen klaren Plan, lässt sie vorne anlaufen und aktiv sein.

Zwei neue Spieler für die Unterfranken

Wilke führt die Mannschaft und gibt ihr Halt. Ich habe Respekt davor, wenn jemand eine Spielphilosophie hat, die er durchzieht“, schätzt Sicaja seinen Gegenüber, sieht den Druck jedoch beim Gegner: „Die müssen das Spiel gewinnen.“

Lemm sieht das angesichts der eigenen Umstände anders: „Wir müssen gegen keine Mannschaft der Liga gewinnen, dennoch wollen wir zu Hause gewinnen“, sagt der 45-Jährige, der in Michael Martin (Sportfreunde Schwäbisch Hall) und Nils Kohlbacher (FC Augsburg, A-Jugend) kurz vor dem gestrigen Ende der Transferperiode zwei neue Spieler in seinen Kader hinzubekommen hat.

Sicaja lobt Sattorovs Qualitäten

Apropos neue Spieler: Nach dem Wechsel von Rolf Sattorov vom KSV Baunatal an den Herrenwald verfügt Sicaja nun ebenfalls über eine weitere Option in der Offensive (die OP berichtete). Gegen den VfB Stuttgart II stand der 29-Jährige, der bis Juni 2022 bei der Eintracht unterschrieben hat, allerdings noch nicht im TSV-Kader.

„Er hat lange nicht trainiert. Zwei, drei Wochen fehlen ihm noch, bis er richtig in Tritt ist und das nötige Gefühl für den Ball hat“, meint Sicaja, der aber „überzeugt“ ist, „dass er uns helfen kann“.

„Im Sommer war er schon mal ein Thema bei uns, allerdings kam der Wechsel damals nicht zustande“, erzählt Sicaja, der den in der Offensive flexibel einsetzbaren Sattorov ob seiner Qualitäten schätzt: „Er kann den Ball gut behaupten, ist technisch versiert und stark im Eins-gegen-eins“, sagt der Coach der Eintracht.

Im Freistaat zu Hause, in Hessen sportlich aktiv

Geografisch gehört Alzenau zum Freistaat Bayern, sportpolitisch hat sich der FC Bayern Alzenau seit der Saison 1992 /93 wegen der räumlichen Nähe der Stadt aus dem Rhein-Main-Gebiet aber Hessen angeschlossen. Aus diesem Grund spielt Alzenau in der Südweststaffel der vierten Liga und nicht in der Regionalliga Bayern. Nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga Süd (2009/10 und 2011/12) und einer Saison in der Regionalliga Südwest (2012/13) ist die aktuelle Runde die vierte Saison des kleinen FCB in der Regionalliga.

Offiziell hat das Team aus Unterfranken zwar bereits sieben Heimspiele absolviert, die Partie gegen die Eintracht ist aber erst der sechste Auftritt auf eigenem Platz. Denn wegen der Corona-Verfügungslage in Bayern konnte die Elf von Trainer Artur Lemm erst Ende September ihr erstes Heimspiel im Städtischen Stadion am Prischoß bestreiten – und musste zum Re-Start im Dezember für einige Wochen gar ins hessische Walldorf ausweichen, um trainieren und spielen zu können. Erst seit der zweiten Januarwoche darf der kleine FCB wieder auf der eigenen Anlage spielen und trainieren.

Von Marcello Di Cicco