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16:58 25.08.2021
Malcom Phillips (Zweiter von rechts, gegen Leusels Lukas Ruppel) startet mit dem TSV Eintracht Stadtallendorf heute Abend im Mittelhessen-Derby gegen den FSV Fernwald in die neue Hessenliga-Saison.
Malcom Phillips (Zweiter von rechts, gegen Leusels Lukas Ruppel) startet mit dem TSV Eintracht Stadtallendorf heute Abend im Mittelhessen-Derby gegen den FSV Fernwald in die neue Hessenliga-Saison. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Nach einer ereignisreichen Corona-Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest will sich Eintracht Stadtallendorf nun in der Hessenliga behaupten. Mit einem runderneuerten Kader startet die Mannschaft um Trainer Dragan Sicaja heute (19.30 Uhr) beim FSV Fernwald in die neue Spielzeit.

Der Rückblick: Da den Regionalliga-Fußballern der Profistatus zuerkannt wurde, war der TSV Eintracht Stadtallendorf das einzige heimische Team, das spielte, während alle anderen Mannschaften eine Corona-Zwangspause einlegen mussten. „Für alle war die vergangene Runde nicht einfach“, sagt Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja (54) mit Blick auf die ehemaligen Konkurrenten. „Für uns war die Saison aber doppelt schwer, weil es uns knüppeldick getroffen hatte.“

Eine Reihe arrivierter Spieler, darunter Kevin Vidakovics, fielen teils über Wochen und Monate verletzungs- oder quarantänebedingt aus, die fehlende Unterstützung durch die Fans tat ihr Übriges für den auf Amateurbasis arbeitenden Verein. „Corona bringt einen zum Nachdenken“, sagt Sicaja und bezieht diese Aussage nicht nur auf die Bedeutung des Sports. Der Kroate verlor durch das Virus einen Cousin und einen guten Freund.

Die Corona-Pause: Eine Pause vom Spielbetrieb gab es für die Herrenwälder bis Mitte Juni nicht, sondern erst danach. Sicaja nutzte die Zeit, um seine Mutter in seiner Heimat Kroatien zu besuchen. „Für die Spieler war es wichtig, nach dieser Saison mal den Kopf freizubekommen.“ Als Letzter aller Hessenligisten nahm das Team erst am 25. Juli die Vorbereitung auf. „Jeder kam topfit zurück“, war Sicaja zufrieden mit dem Start.

Die Veränderungen: Für Sicaja ist klar: „Wir haben den größten Umbruch seit vielen Jahren hinter uns.“ In Spielern wie Kevin Vidakovics (FC Ederbergland), Laurin Vogt (Rot-Weiß Walldorf), Jascha Döringer (Hessen Kassel) oder Kristian Gaudermann (FC Gießen) haben „tragende Säulen“ (Sicaja) das Team verlassen, die die erfolgreichste Ära des Vereins mitgeprägt und zusammen mehr als 360 Viertliga-Spiele für die Eintracht bestritten haben. „Jetzt geht es darum, die Werte weiterzuführen, die uns in den vergangenen Jahren ausgezeichnet haben. Das ist eine sehr interessante Aufgabe“, findet Sicaja.

Auf der Torhüter-Position ist die Eintracht mit Tolga Sahin und Nils Ellenfeld (beide FC Gießen) neu aufgestellt. „Tolga ist ein gestandener Keeper, der die Liga spielen kann“, ist der Coach vom 24-Jährigen überzeugt und setzt auf ihn als neue Nummer eins. „Dahinter kommt Nils“, verrät Sicaja. In Maximilian Wiessner kam eine Offensivkraft aus Bauerbach, die „ich schon vor zwei, drei Jahren holen wollte“, erzählt Sicaja.

Fabian Seck (FC Schwalmstadt) sieht der Trainer als „gestandenen und zuverlässigen Spieler“, der sowohl als Innen- als auch als Außenverteidiger „super verlässlich“ sei. Timo Cecen (Türk Gücü Friedberg) habe nach einem Kreuzbandriss noch einen „Riesenrückstand“ – aber: „In besserem Fitnesszustand kann er uns richtig helfen. Er kann immer den Unterschied ausmachen“, ist Sicaja vom 27-Jährigen überzeugt, der 44 Drittligaspiele für den VfB Stuttgart II und Chemnitzer FC bestritten hat.

Die Taktik: Da sich das Personalkarussell im Sommer kräftig gedreht hat – acht Zugänge und neun Abgänge gab es seit dem letzten Viertligaspiel –, befindet sich Sicaja noch in der Feinjustierung. Bezüglich des Spielsystems will der Übungsleiter ausprobieren, „was das Spielermaterial hergibt“. An der Grundausrichtung soll sich aber nichts ändern. „Wir wollen immer probieren, aktiv und aggressiv zu sein und den Gegner anzulaufen.“

Das Ziel: „Wir haben ganz klar den Anspruch, in die Aufstiegsrunde zu kommen“, sagt Sicaja. Dafür müssen die Stadtallendorfer in der vor der Winterpause stattfindenden Qualifikationsrunde unter die Top fünf ihrer Staffel kommen. Einen Selbstläufer, nur weil das Team viel Viertliga-Erfahrung hat, sieht der Coach aber nicht – im Gegenteil: „Wir werden keinen Punkt holen, nur weil wir in der Regionalliga gespielt haben. Gegen uns sind alle Gegner motiviert. Da gilt es, Mentalität zu zeigen.“

Und sonst? Nach dem Weggang des langjährigen Kapitäns Kevin Vidakovics steht fest: Matthias Pape (31) trägt künftig die Armbinde. „Er wurde von der Mannschaft gewählt“, erzählt Sicaja. Pape spielt seit Sommer 2019 für die Eintracht, verletzungsbedingt fiel der Innenverteidiger zuletzt lange aus. Zu Papes Stellvertretern wurden Abwehrspieler Christopher Schadeberg und Stürmer Del-Angelo Williams gewählt.

Markovic verstärkt die Eintracht

Kurz vor dem ersten Spiel der Hessenliga-Saison heute (19.30 Uhr) in Steinbach gegen den FSV Fernwald hat der TSV Eintracht Stadtallendorf einen weiteren Spieler verpflichtet: Der 23-jährige Abwehrspieler Andrej Markovic, der zuletzt beim FC Gießen in der Regionalliga Südwest spielte, hat einen Einjahresvertrag beim TSV unterschrieben. Bei der Eintracht fällt gegen den FSV um die früheren TSV-Spieler Yannis Grönke, Ceyhun Dinler, Erdinc Solak und Tim Richter der langzeitverletzte Mirco Geisler (Kreuzbandriss) aus. Ob Christopher Schadeberg (Adduktoren), Amar Zildzovic (Herz-Rhythmus-Störungen) und Neuzugang Timo Cecen (Rückstand nach Kreuzbandriss) spielen können, entscheidet sich kurzfristig.  mdc

Von Marcello Di Cicco