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Lokalsport Eintracht Stadtallendorf trifft spät zum 1:1
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17:46 26.09.2021
Damijan Heuser (rechts) im Zweikampf gegen Alzenaus Tim Grünewald. Das Duell der Regionalliga-Absteiger endete 1:1.
Damijan Heuser (rechts) im Zweikampf gegen Alzenaus Tim Grünewald. Das Duell der Regionalliga-Absteiger endete 1:1. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Die fünfte Minute der Nachspielzeit ist fast abgelaufen. Noch einmal versuchen es die Stadtallendorfer, noch einmal wird der Ball von der rechten Seite in den Alzenauer Strafraum geschlagen. Del-Angelo Williams kommt mit dem Kopf dran, verlängert in Richtung Tor. „Damit habe ich gerechnet“, wird Leon Lindenthal später gegenüber der OP sagen. „Ich bin reingelaufen. Zum Glück ging der Ball genau dahin.“ Der Stürmer drückte das Spielgerät über die Linie – 1:1, doch noch der Ausgleich, immerhin.

Insgesamt war es ein gerechtes Ergebnis in einem alles andere als guten Hessenliga-Spiel, in dem der TSV Eintracht gut 50 Minuten in Überzahl agierte, gegen halbwegs solide stehende Unterfranken aber nur wenige Mittel hatte. „Nein“, sagte Trainer Dragan Sicaja nach dem Schlusspfiff, nach dem späten Treffer, „ich kann mich nicht darüber freuen.“ Das beste am Spiel, dieser Einschätzung stimmte er „voll und ganz“ zu, war aus Stadtallendorfer Sicht das Ergebnis. Positiv sei zudem gewesen, dass die Mannschaft nach Rückstand einmal mehr Moral gezeigt, nicht aufgesteckt habe. Sicajas Mängelliste fiel länger aus.

Eine Reihe von Fehlern führt zum Gegentor

„Wir haben uns ins Spiel gequält“, sagte der Coach. „Wir haben dem Gegner dann Geschenke gemacht. Wir haben ihn eingeladen, ein Tor zu schießen.“ In der 19. Spielminute war es, als Muhamet Arifi den Ball an der Grundlinie vertändelte, als Christopher Schadeberg vor dem Tor nicht konsequent genug klärte, als ein alles andere als wuchtiger Flachschuss von Tim Grünewald unter den Händen von Torwart Tolga Sahin durchrutschte und neben dem linken Pfosten im Netz landete. „Wir bauen dadurch den Gegner auf. Wir machen ihn stärker, als er ist.“

Der 42-jährige Peter Sprung organisierte das Spiel des FC Bayern Alzenau im Zentrum, gewann beinahe jedes Kopfballduell, der Koreaner Mingi Kang beschäftigte die Eintracht-Verteidiger und Marcel Wilke dirigierte die Defensive. „Das hat ausgereicht, um unsere Mannschaft in Schach zu halten“, beklagte Sicaja, dem es an Engagement in seinem Team fehlte. Del-Angelo Williams machte viele Kilometer, strahlte – bis zur Schlusssituation – aber nur selten Gefahr aus. „Er arbeitet wie ein Ochse. Um ihn herum ist die Körpersprache eine andere, sind alle müde“, sagte Sicaja, schüttelte mit dem Kopf.

Drei Alzenauer Spieler handeln sich Sperren ein

Ab Ende der ersten Hälfte agierten die Hausherren mit einem Mann mehr. Luca Bergmann hatte Damijan Heuser nach Ansicht von Schiedsrichter Pascal Loschke aus Kassel Rot-würdig gefoulten. Die Gäste standen nun tiefer, setzten aber Nadelstiche, erzeugten vor allem über Kang Gefahr. Enis Halimi traf zwar, Alzenau-Keeper Fabian Wolpert war aber zuvor gefoult worden (62.). Bei einem Freistoß von Kevin Bartheld war der Torhüter zur Stelle (89.).

Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste in doppelter Unterzahl: Jose Holebas, 37 Jahre alter ehemaliger griechischer Nationalspieler, war bei seinem ansonsten weitgehend unauffälligen Debüt im Alzenauer Trikot wegen Meckerns vom Platz geflogen. Nach Spielende handelte sich dann noch ein dritter Bayern-Spieler eine Sperre ein: Wilke sah auf dem Weg vom Platz wegen Reklamierens noch Gelb-Rot, während sich daneben die Stadtallendorfer zu fragen schienen, ob sie sich über den Punkt freuen sollten.

TSV Eintracht Stadtallendorf: Sahin – Schütze, Schadeberg, Arifi, Markovic – Zildzovic, Bartheld – Zucca (46. Halimi), Cecen (59. Lindenthal), Heuser (78. Wießner) – Williams.

FC Bayern Alzenau: Wolpert – Porporis (90.+3 Heptazeler), Bergmann, Pancar, Santos (90. Topic) – Wilke – Grünewald, Sprung, Holebas, Alexander – Kang (89. Bischof).

Schiedsrichter: Loschke (Kassel). Zuschauer: 315. Tore: 0:1 Grünewald (19.), 1:1 Lindenthal (90.+5). Rote Karte: - / Bergmann (41./Grobes Spiel). Gelb-Rote Karten: - / Holebas (87.), Wilke (nach Abpfiff).

Von Stefan Weisbrod