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Lokalsport „Erfolgserlebnis wäre die beste Medizin“
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10:54 09.10.2020
Stadtallendorfs Nestor Djengoue (links) zeigt vollen Einsatz gegen Frankfurts Muhamed Alawie. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Eintracht Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja ist dieser Tage ein gefragter Mann. Ständig klingelt sein Handy. Am anderen Ende der Leitung: Berater, die vereinslose Spieler noch bei einem Verein unterbringen wollen.

Ob die Stadtallendorfer Eintracht nach den zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen auch noch mal nachlegen wird? Sicaja wiegelt ab: „Wir reagieren auf Unfälle“, sagt der Kroate und meint damit, dass der Aufsteiger bislang nur Verpflichtungen vornahm, wenn Spieler ausfielen:

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etwa bei Kevin Vidakovics (Kreuzbandriss), für den Nestor Djengoue geholt wurde, oder Dusan Olujic, der wegen einer Kreuzbandverletzung wohl noch länger pausieren muss.

Lob für Zugang Abramovicz

Den frei gewordenen Platz des Routiniers im Torwartteam füllt künftig Mateusz Abramowicz aus. Der 27-jährige Pole kam kurz vor Transferschluss. Bereits vergangene Woche trainierte der Keeper dreimal mit. „Bei ihm merkt man, dass er schon auf einem anderen Niveau Fußball gespielt hat“, lobt Sicaja seinen neuen Schützling, der Erfahrung aus der ersten polnischen Liga mitbringt. Bis Donnerstagabend gab es allerdings noch kein grünes Licht dafür, dass der Torhüter bereits am Samstag (14 Uhr) gegen den FC-Astoria Walldorf spielberechtigt ist. Sollte es nicht klappen, „wäre es nicht schlimm“, beschwichtigt Sicaja, „Aykut Bayar hat zuletzt nicht schlecht gehalten“.

Bei der Eintracht hapert es woanders: Insbesondere vor dem gegnerischen Kasten tut sich der Neuling schwer. „Die Jungs geben, was sie können“, erkennt Sicaja an, „aber im Fußball geht’s um mehr.“

Trotz der Tatsache, dass die Herrenwälder in der Südweststaffel die Rote Laterne in der Hand halten, schaut Sicaja mit seinem Team positiv nach vorne. „Man sollte nie daran zweifeln, was man macht“, sagt der Coach. Zumal er nicht allein Sorgenfalten auf der Stirn hat.

Walldorf verlor wichtige Pfeiler

Als Tabellen-20. mit einem Punkt mehr auf der Habenseite steht der FC-Astoria Walldorf keineswegs viel besser da. Dennoch ist sich Walldorfs Geschäftsführer Sport, Roland Dickgießer, sicher: „Qualität ist da. Unser Kader ist stark genug für die Regionalliga.“ Der frühere Bundesliga-Profi des SV Waldhof Mannheim will allerdings nicht verhehlen, dass sich die Kurpfälzer bislang schwer taten, die Abgänge adäquat zu kompensieren.

In André Becker (Jahn Regensburg), Minos Gouras (1. FC Saarbrücken) und Luca Stellwagen (Viktoria Köln) verlor Trainer Matthias Born vor der Runde wichtige Pfeiler des Teams an höherklassige Vereine. Für Dickgießer allerdings kein Grund, sich nach vertragslosen Spielern umzuschauen. „In den vergangenen Jahren hat es zu Saisonbeginn bei uns immer etwas gestottert.

Arifi sitzt Gelbsperre ab

Zugänge sind bei uns keine mehr geplant. Wenn es passen würde, kann es zwar durchaus sein, dass noch ein Spieler kommt. Wir machen uns da aber keinen Stress“, sagt der 59-Jährige, der weiß, dass es „für beide Mannschaften ein wichtiges Spiel“ ist – aber auch, „dass der Druck für uns etwas größer ist, weil wir ein Heimspiel haben“. 300 Zuschauer, aber keine Gästefans, sind im Dietmar-Hopp-Sportpark zugelassen.

Nicht spielen werden dort Innenverteidiger Eric Jansen (Sehnenabriss im Oberschenkel) und Mittelfeldspieler Mirco Born (Kreuzbandriss). Aufseiten der Gäste fehlt neben den langzeitverletzten Spielern „Sechser“ Muhamet Arifi, der wegen seiner fünften Gelben Karte pausieren muss. Sicaja ist angesichts der Tabellenkonstellation klar, „dass wir zusehen müssen, jetzt positive Ergebnisse zu liefern. Ein Erfolgserlebnis wäre die beste Medizin.“

Regionalliga Südwest: TSG Balingen - TSV Steinbach Haiger (Fr., 9. Oktober, 18.30 Uhr), SG Großaspach - SSV Ulm (Fr., 19 Uhr), Kickers Offenbach - FC Bayern Alzenau (Fr., 19.30 Uhr), Bahlinger SC - FC Gießen, FSV Mainz 05 II - VfB Stuttgart II, VfR Aalen - TSV Schott Mainz, FSV Frankfurt - Hessen Kassel, SV Elversberg - FK Pirmasens, 1899 Hoffenheim II - SC Freiburg II, FC-Astoria Walldorf - Eintracht Stadtallendorf (alle Sa., 14 Uhr), TuS RW Koblenz - FC Homburg (So., 14 Uhr).

Von Marcello Di Cicco