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Lokalsport Eintracht macht sich bereit für die Regionalliga
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19:57 23.05.2020
Stadtallendorfs Damijan Heuser (links, gegen SV Steinbachs Tim Kleemann) gehört zu jenen Spielern, die auch künftig für die Eintracht spielen. Quelle: Stefan Tschersich
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Stadtallendorf

Langeweile kam bei den Fußballern des TSV Eintracht Stadtallendorf in der Corona-Pause nur bedingt auf. Ob Videos vom Athletiktraining über Social Media, Hilfe für die Stadtallendorfer Kindertafel oder Autokino am Herrenwaldstadion – die Eintrachtler waren in den vergangenen Wochen alles andere als untätig (die OP berichtete).

Stimmt der Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes Mitte Juni nun noch für den vom Verband präferierten Saisonabbruch mit Aufsteiger, aber ohne Absteiger, dann steht den Herrenwäldern in den kommenden Wochen ein planerischer Kraftakt bevor. Denn dann spielt der aktuelle Spitzenreiter der Hessenliga künftig wieder in der Regionalliga Südwest.

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„Klar freuen wir uns. Aber nicht so, wie wenn wir es auf sportlichem Weg geschafft hätten“, räumt der Sportliche Leiter Fejz Hodaj ein und sagt mit Blick auf den Verbandstag: „Würde es jetzt noch in eine andere Richtung gehen, wäre es eine Riesenenttäuschung.“ Auch Trainer Dragan Sicaja sieht „keine andere Alternative“ als einen Saisonabbruch – und er gesteht: „Unter diesen Umständen habe ich Fußball nicht vermisst.“

Eintracht mit Sicaja vor Vertragsverlängerung

Regelmäßiges Training unter Hygiene- und Abstandsregeln hat der TSV nicht aufgenommen. Sicaja: „Wir haben uns kurz nach den Lockerungen einmal getroffen und noch mal unter der Woche. Da geht es aber eher darum, sich mal zu sehen“, sagt Sicaja, der den Blick schon nach vorne richtet und zu verstehen gibt, dass auch im dritten Jahr in der vierten Liga „Profitum nicht unser Ansatz“ sein wird – auch weil es für den Verein „finanziell nicht zu stemmen“ sei.

Offiziell verlängert ist der nach der Runde auslaufende Vertrag mit dem Cheftrainer noch nicht. Alle Beteiligten lassen aber durchblicken, dass dies nur eine Formalität ist und dass der Kroate bleiben wird. „Ich habe den Verein wegen ein paar Groschen nicht verlassen, als wir abgestiegen sind. Die Spieler sind ein Stück meiner Identität geworden. Außerdem passt das Drumherum“, sagt Sicaja.

Pandemie zwingt zur Suche nach Lösungen

Für Hodaj ist klar: „Dragan ist so eng mit dem Verein verbunden, hat hier in zehn Jahren viel aufgebaut. Das Vertragsgespräch wird vielleicht fünf Minuten dauern.“ Dass in dieser Frage alle so entspannt sind, liege daran, dass aus dieser Beziehung „längst eine Freundschaft geworden ist“, verdeutlicht Fußball-Chef Reiner Bremer.

In der Woche der um einen Monat verlängerten Meldefrist am 15. Mai reichte auch die Eintracht ihre Antragsunterlagen für die Regionalliga Südwest sowie die Kaution in Höhe von 35.000 Euro ein. „Das ist auch für uns kein Pappenstiel“, betont Bremer, laut dem unter den Verantwortlichen „nur kurz überlegt“ worden sei, ob der Aufstiegsverzicht eine Option ist.

Döringer, Heuser und Pape bleiben

„Wenn man Spieler überzeugen kann, dass sie eine Liga höher spielen könnten, aber nicht das Doppelte verdienen können, dann ist auch das möglich“, lässt Bremer durchblicken, dass die Eintracht angesichts der auch für Sponsoren ungewissen Zeiten künftig anders planen wird. „In der jetzigen Situation ist es schwieriger, nach Lösungen zu suchen“, weiß Bremer. „Ich kann nur den Hut vor den Vereinen ziehen, die jetzt schon sagen können, dass sie für die nächste Runde finanziell auf der sicheren Seite sind.“

Sicher ist hingegen, dass Spieler wie Jascha Döringer, Damijan Heuser und Matthias Pape an Bord bleiben. Sie haben zuletzt ihre Verträge verlängert, als Abgang steht bisher nur Ex-Profi Daniel Vier fest, den es zum FSV Fernwald zieht.

„Ein Großteil der Spieler steht noch unter Vertrag“, sagt Bremer. In den kommenden Tagen und Wochen sollen weitere Gespräche mit Spielern geführt werden. „In den vergangenen Wochen gab es aufgrund der Ungewissheit, wie es wegen der Coronavirus-Pandemie weitergeht, gar keine Gespräche“, begründet Hodaj.

Von Marcello Di Cicco

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