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Lokalsport Stadtallendorfer hoffen gegen Erlensee auf viele Fans
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09:00 09.10.2021
Amar Zildzovic (Mitte) führt im Spiel gegen Fernwald den Ball, beobachtet von Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Haupttribüne. Dort sind zuletzt deutlich mehr Plätze frei geblieben als bei Partien vor Beginn der Corona-Pandemie.
Amar Zildzovic (Mitte) führt im Spiel gegen Fernwald den Ball, beobachtet von Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Haupttribüne. Dort sind zuletzt deutlich mehr Plätze frei geblieben als bei Partien vor Beginn der Corona-Pandemie. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Nach der erfolgreichen Partie bei Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz steht für die Stadtallendorfer Hessenliga-Fußballer an diesem Samstag direkt das nächste Topspiel auf dem Programm: Der 1. FC Erlensee ist beim TSV Eintracht zu Gast, es geht in dieser Partie (erst einmal) um den zweiten Tabellenplatz (siehe Infobox). Und Reiner Bremer hofft, dass die Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja von den Sitz- und Stehplatztribünen nicht nur lautstark, sondern auch zahlreich angefeuert wird. „Wenn wir da mehr als 400 oder an die 500 Zuschauer hätten, wäre das gut“, sagt der Präsident der Eintracht-Fußballabteilung, schiebt aber direkt hinterher: „Ich kann’s mir kaum vorstellen.“

Jeweils um die 300 Personen kamen bislang zu den Heimspielen in dieser Saison – merklich weniger als vor Beginn der Pandemie, als die Eintracht ebenfalls in der Hessenliga spielte. Einen Unterschied macht das nicht nur bei der Atmosphäre im Herrenwaldstadion, sondern auch in der Kasse, Einnahmen aus Tickets, Speisen und Getränken fallen entsprechend geringer aus. Zudem fällt die Werbung von Sponsoren weniger Menschen ins Auge.

Werben für mehr Zuschauer

Beim Heimspiel vor zwei Wochen gegen den FC Bayern Alzenau bat Stadionsprecher Giselher Pontow die Anwesenden, in der Familie und bei Freunden zu werben. „Bringt alle mit!“, forderte er auf. „Wir müssen mehr darum kämpfen als vor der Pandemie“, sagt Bremer dazu, hofft, dass tatsächlich der ein oder andere Fan Bekannte überzeugt, auch ins Stadion zu gehen.

„Wenn man Fotos von Spielen vor der Pandemie mit vielen Zuschauern sieht, dann fallen immer wieder Leute auf, die früher immer da waren, die man jetzt schon lange nicht mehr gesehen hat“, sagt Bremer, spricht von „echten Fußballfans aus unserer Region“, die „aus welchen Gründen auch immer bislang nicht wieder zu uns kommen“.

Gute Leistungen können Prozess beschleunigen

„Es braucht seine Zeit“, ist Bremer überzeugt, verweist auf die Bundesliga: „In Frankfurt sind vorher fast immer 50 000 Fans gewesen. Jetzt durften 25 000 rein, und die kamen nicht einmal.“ Auch bei anderen Vereinen, auch in anderen Sportarten ist Ähnliches zu beobachten: Die Marburger Erstliga-Basketballerinnen spielten zuletzt zu Hause zweimal vor je 250 Zuschauerinnen und Zuschauern, ein gutes Stück weniger als erhofft. Bei den Gießener Basketballern und den Wetzlarer Handballern sieht es auf höherem Niveau ähnlich aus.

Bremer ist überzeugt: „Wenn sich das Leben für die Menschen wieder mehr nach Normalität anfühlt, werden sie auch wieder zahlreicher ins Stadion gehen.“ Und: „Wenn sie Spaß daran haben, dann kommen sie auch regelmäßig.“ Dazu können die Stadtallendorfer Fußballer mit guten Leistungen beitragen.

Trainer Sicaja: „Körpersprache ist jetzt eine ganz andere“

Die jüngsten Auswärtssiege beim KSV Baunatal (2:0) und zuletzt beim zuvor verlustpunktfreien Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (3:0) tragen zur guten Stimmung im Team des TSV Eintracht Stadtallendorf bei. „Natürlich“, sagt Trainer Dragan Sicaja, sei die Laune nach den Erfolgen bestens. Ihm selbst gefiel vor allem, wie sich die Mannschaft nach mehreren nicht überzeugenden Auftritten präsentiert hat: „Die Körpersprache ist jetzt eine ganz andere.“ Diese hatte er unter anderem nach dem 1:1 gegen Bayern Alzenau kritisiert.

Leidenschaft fordert er auch in der Partie gegen Erlensee. Das Team aus der Nähe von Hanau steht als Zweiter einen Platz und einen Punkt (mit allerdings auch einem ausgetragenen Spiel mehr) vor den Stadtallendorfern, war da nicht unbedingt erwartet worden. „Großen Respekt“ zollt Sicaja dem 1. FC, der bislang 25 Tore erzielt hat – Bestwert in Gruppe A der Hessenliga, gemeinsam mit Fulda-Lehnerz.

Stadtallendorf hat bislang nur sechs Tore kassiert, liegt in dieser Statistik vorn. In Christopher Schadeberg fehlt jedoch ein Leistungsträger der vergangenen Wochen gesperrt. Perry Ofori und Fabian Seck kommen für den Platz in der Innenverteidigung infrage. sw

Von Stefan Weisbrod