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Eintracht verliert und darf sich dennoch freuen
Eintracht verliert und darf sich dennoch freuen
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19:33 05.12.2021
Timo Cecen (links, gegen Hanaus Tarik Sejdovic) gehörte zu den Aktivposten in der Eintracht-Offensive.
Timo Cecen (links, gegen Hanaus Tarik Sejdovic) gehörte zu den Aktivposten in der Eintracht-Offensive. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Paradox – ein Wort, das Trainer Dragan Sicaja am Samstagnachmittag nach der 2:3 (0:1)-Niederlage der Stadtallendorfer Eintracht in der Gruppe A der Fußball-Hessenliga gegen den Hanauer FC häufiger in den Mund nahm. Es umschrieb die Situation nach dem letzten Heimspiel des Jahres ziemlich treffend. „Du verlierst ein Spiel und kriegst zwei Punkte“, sagte Sicaja und spielte damit auf das an, was parallel in Neuhof passiert war. Weil die Osthessen durch einen Treffer in letzter Minute mit 2:1 gegen Alzenau gewannen, machten sie den Sprung in die Aufstiegsrunde perfekt – und beschenkten damit sogleich die Herrenwälder, die zuvor zwei Punkte mehr gegen Neuhof als gegen Alzenau geholt hatten.

„Dass wir trotz der Niederlage diese zwei Punkte mehr (in die Aufstiegsrunde, Anm. d. Red.) mitnehmen, ist die beste Nachricht des Tages“, stellte Stadtallendorfs Spielmacher Timo Cecen fest. Neben dem bereits qualifizierten Spitzentrio löste wie Neuhof auch der FSV Fernwald sein Playoff-Ticket. Die Würfel sind damit vor dem letzten Spieltag der Qualifikation am kommenden Wochenende gefallen, das Gastspiel der Eintracht am Samstag (14 Uhr) bei Buchonia Flieden hat nur noch Freundschaftsspiel-Charakter.

Jenen Charakter hatte letztlich auch die Partie gegen Hanau – und doch herrschte großer Frust aufseiten der Gastgeber nach der zweiten Saisonniederlage. „Diese Niederlage ist genauso schmerzhaft wie jede andere“, bekannte Cecen – Sicaja pflichtete ihm bei, denn: „Im letzten Spiel will man sich immer anständig von den Zuschauern verabschieden“, gab der Trainer zu bedenken.

Wirklich sehenswert war für die rund 250 Zuschauer rings um den Kunstrasenplatz lediglich die Schlussphase einer etwas fahrigen Partie. Die erneute Gästeführung zum 2:1 durch Cetin Kubilay (74.) konterte Del-Angelo Williams mit dem Ausgleich (82.), doch mit einem trockenen Schuss aus 14 Metern ins kurze Eck war es Kristijan Bejic vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen (87.). „Im Endeffekt hat nicht Hanau gewonnen, sondern wir haben verloren“, stellte Cecen fest und begründete dies – genau wie Sicaja – mit der mangelnden Chancenverwertung: „Bei allem Respekt darfst du gegen diesen Gegner keine drei Gegentore fangen. Wir dagegen hätten acht oder neun Tore machen müssen“, meinte Cecen.

Maximilian Wiessner (8., 21.) und Del-Angelo Williams (9.) vergaben die Hochkaräter vor der Pause, der eingewechselte Ephraim Eshele (84.) und Damijan Heuser (90.) jene im zweiten Durchgang. Die Gäste um den bockstarken Ex-Stadtallendorfer Wessam Abdel-Ghani machten viel aus ihren wenigen Tormöglichkeiten, gingen durch Abdel-Ghani wie aus dem Nichts in Führung (18.).

„Ich verliere ungern – vor allem so ein Spiel, in das nicht alle mit einer hundertprozentigen Einstellung hineingegangen sind“, sagte Sicaja, der früh reagierte, indem er den indisponierten Muhamet Arifi (38.) und den glücklosen Wiessner (46.) austauschte. „Hätten wir von Beginn an mit der Spannung wie in der zweiten Halbzeit gespielt, wären wir nie auf die Verliererstraße gekommen“, meinte Sicaja. Per Strafstoß brachte Cecen sein Team zwar kurz nach dem Seitenwechsel wieder ins Spiel zurück – es änderte jedoch nichts am Ausgang, der letzten Endes so manchem Beteiligten einfach nur „paradox“ vorkam.

Eintracht Stadtallendorf: Sahin – Schütze, Phillips, Schadeberg, Markovic – Arifi (38. Bartheld), Zildzovic (80. Eshele) – Heuser, Cecen, Wiessner (46. Sattorov) – Williams.

Hanauer FC: Brao – Calabrese (60. Gogol), Ünal, Sejdovic, Abdel-Ghani – Kovjenic, Biehrer, Ljubicic, Kara (75. Wüst) – Cetin, Bejic.

Schiedsrichter: Manuel Winkler (Landau). Zuschauer: 250.

Von Marcello Di Cicco