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Lokalsport Der Schuh drückt auf mehreren Positionen
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11:00 03.11.2020
Die Stadtallendorfer Amar Zildzovic (links), Ben-Luca Fisher (Zweiter von rechts) und Laurin Vogt attackieren Großaspachs Jonas Meiser. Quelle: Marcello Di Cicco
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Stadtallendorf

Dass die dritte Spielzeit in der Regionalliga Südwest eine Herkulesaufgabe werden würde, wussten die Verantwortlichen von Eintracht Stadtallendorf schon vor dem Saisonstart Anfang September – angesichts von 42 Spieltagen und einigen Englischen Wochen für die nicht unter Profibedingungen arbeitenden Herrenwälder.

Eine lange Liste an Ausfällen

Nach zwölf Partien stehen lediglich sechs Punkte für das Tabellenschlusslicht zu Buche. Ob es nach dem wegen der neuen Entwicklungen in der Corona-Pandemie bereits abgesagten 13. Spieltag am nächsten Wochenende in der vierten Liga weitergeht, soll sich nach Auskunft von Jonas Ochs von der Geschäftsstelle der Regionalliga Südwest GbR spätestens am Dienstag, 3. November, entscheiden, „damit die Vereine so schnell wie möglich Planungssicherheit haben“, sagt Ochs. Eine Pause käme für Stadtallendorf sicher alles andere als zum ungünstigsten Zeitpunkt.

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Aufgrund lang- und mittelfristiger, überwiegend verletzungsbedingter Ausfälle von Stammkeeper Dusan Olujic, Kapitän und Abwehrchef Kevin Vidakovics, den Innenverteidigern Perry Ofori, Matthias Pape und Christopher Schadeberg, Offensivkraft „Ibo“ Aral, den „Sechsern“ Amar Zildzovic und Malcolm Phillips sowie Stürmer Felix Nolte war in den vergangenen Wochen nur eines beständig bei der Eintracht: die personelle Unbeständigkeit. „Wegen der Ausfälle wichtiger Spieler musste Trainer Dragan Sicaja oft wechseln“, bedauert Fußball-Präsident Reiner Bremer, der davon überzeugt ist: „In dem Kader steckt mehr Potenzial. Wir müssen die PS nur auf die Straße bringen.“

Schadeberg überzeugt Sicaja als Linksverteidiger

Am vergangenen Wochenende gelang dies beim 2:3 gegen den direkten Konkurrenten SG Großaspach nur bedingt. Sicajas Fazit: Insbesondere im zentralen Mittelfeld, in der Innenverteidigung und auf der Linksverteidiger-Position drückt der Schuh – teils gewaltig. „Malcolm fehlt uns an allen Ecken und Enden. Er bringt Ruhe und Körperlichkeit mit“, stellte Sicaja fest, der im Abwehrzentrum zuletzt wieder dem 19-jährigen Ben-Luca Fisher und dem laufstarken „Sechser“ Muhamet Arifi den Vorzug vor den Regionalliga-erfahrenen, gelernten Innenverteidigern Nestor Djengoue und Schadeberg gab. „Ben ist super. Er braucht nur jemanden neben sich, der auch 1,88 Meter groß ist und der dazwischenhaut“, meinte Sicaja.

Der Kroate weiß auch, „dass wir über unsere linke Abwehrseite so viele Gegentore bekommen haben“. Ob Niko Jovic, Arne Schütze oder Yannis Grönke – keiner konnte die Großbaustelle auf dem linken Abwehrflügel bisher schließen. In Aspach überzeugte Schadeberg seinen Coach in dieser Rolle – sogar nachhaltig, wie Sicaja verriet: „,Schade’ hat eine super zweite Hälfte gespielt. Jetzt werde ich komplett auf ihn setzen. Er bringt Erfahrung mit. Ich weiß nicht, warum ich diesen Schritt nicht früher gemacht habe“, sagte der Kroate.

Auswärts gibt’s noch sehr viel Luft nach oben

Sollte die Saison am nächsten Wochenende fortgesetzt werden, müsste der TSV am Samstag, 7. November (14 Uhr), bei der TSG Hoffenheim II ran – und hätte damit die Möglichkeit, im siebten Spiel auf fremdem Platz den ersten Zähler zu holen. „Die Leistung in den Heimspielen ist in Ordnung“, sagt Bremer, „auswärts kriegen wir aber nichts auf die Kette.“ Wohl auch, weil dem Aufsteiger wegen der Corona-Beschränkungen dort jegliche Fan-Unterstützung fehlt. „Das trifft alle, uns aber schwerer“, meint Bremer.

Von Marcello Di Cicco