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Lokalsport Eintracht Stadtallendorf feiert Kantersieg im Hessenpokal
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16:35 31.07.2022
Louis Preisig (Mitte, Eintracht Stadtallendorf) gegen Jonas Damaschke (rechts, SV Nieder-Ofleiden).
Louis Preisig (Mitte, Eintracht Stadtallendorf) gegen Jonas Damaschke (rechts, SV Nieder-Ofleiden). Quelle: Marcello Di Cicco
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Nieder-Ofleiden

In der 63. Minute wurde es Timo Cecen etwas zu bunt. „Was spielen wir hier für ne Sch...?“ rief der Mittelfeldspieler der Stadtallendorfer Eintracht, als sein Team etwas zu fahrig aufspielte. Wohlgemerkt: Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste nach Toren durch Louis Preisig (17., 25.), Malcolm Phillips (20., 40.), Arne Schütze (28.) und Rolf Sattorov (45.+1) bereits mit 6:0 gegen den SV Nieder-Ofleiden, gegen den zum Auftakt des Fußball-Hessenpokals am Ende einer einseitigen Partie ein 11:0-(6:0) Kantersieg stand.

„Es war eine ordentliche Trainingseinheit für Mittwoch“, resümierte Stadtallendorfs Frederik Trümner, blickte bereits auf den Hessenliga-Auftakt beim TSV Steinbach II. Der Zugang von Hannover 96 II war neben Joshua Enobore, Louis Preisig und Edi Kulas einer der vier Neuen in der Eintracht-Startelf, traf bei seinem Pflichtspieldebüt – in der zweiten Hälfte in ungewohnter Rolle als Stürmer – zum zwischenzeitlichen 8:0 (74.) und gehörte zu jenen Spielern, die bei Trainer Dragan Sicaja einen guten Eindruck hinterließen.

„Freddy hat gezeigt, dass er will. Er ist ehrgeizig und bringt der Mannschaft unheimlich viel Ruhe. Louis weiß, wo die Kiste steht, er hat ein Gefühl für den Raum“, lobte der Coach, dem noch Amar Zildzovic (Urlaub), Ryunosuke Takehara (fehlende Spielberechtigung) und Del-Angelo Williams (beruflich verhindert) fehlten. Und so rotierte der Coach kräftig während des Spiels gegen den hoffnungslos unterlegenen A-Ligisten, der sich vor etwa 250 Zuschauern auf dem trockenen, schwer zu bespielenden Rasenplatz tapfer wehrte.

Dass sich bei den Gästen phasenweise der Schlendrian einschlich, dass sie es sich ein ums andere Mal zu kompliziert machten, ärgerte nicht nur Cecen. „Man hat gesehen, dass man auch gegen solche Gegner Probleme bekommt, wenn man nicht einfach, sondern mit zu vielen Kontakten spielt“, stellte Sicaja fest. An der Übermacht des Hessenligisten gegenüber dem vier Klassen tiefer spielenden Alsfelder Kreispokalsieger änderte dies freilich nichts: Christopher Schadeberg (66.), Cecen (79., 90.) und Mirco Geisler (81.) sorgten für das zweistellige Ergebnis – und dafür, dass die Herrenwälder mit einem guten Gefühl in die Spielzeit in Hessens höchster Liga starten können.

„Was den Fitnesszustand angeht, sind wir noch nicht so weit, wie wir nach sechs Wochen Vorbereitung wären“, sagte Cecen, „aber unser Anspruch ist es, nach Steinbach zu fahren, um das Spiel zu gewinnen.“ Es ist der Anspruch eines Teams, das nach dem in der vergangenen Spielzeit verpassten Regionalliga-Aufstieg wieder „oben mitspielen“ (Trümner) will – daran lässt auch Cecen keinen Zweifel. „Ich spiele immer um das Limit“, sagte Ex-Drittliga-Profi. „Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft. Es gibt aber noch ganz andere Teams in der Liga. Jetzt zu sagen, wir spielen um den Aufstieg, wäre komplett fatal.“

Von Marcello Di Cicco