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Lokalsport Stadtallendorfer bereiten sich auf schwere Saison vor
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07:57 05.08.2020
Freut sich auf seine dritte Regionalliga-Spielzeit – und hofft darauf, vor möglichst vielen Zuschauern spielen zu können: Stadtallendorfs Kapitän Kevin Vidakovics (links; hier gegen Dreieichs Tino Lagator).
Freut sich auf seine dritte Regionalliga-Spielzeit – und hofft darauf, vor möglichst vielen Zuschauern spielen zu können: Stadtallendorfs Kapitän Kevin Vidakovics (links; hier gegen Dreieichs Tino Lagator). Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Die Voraussetzungen der Stadtallendorfer sind nicht anders als vor ihrer ersten und vor ihrer zweiten Regionalliga-Saison: Der TSV Eintracht geht mit Feierabendfußballern die Herausforderung an, gegen größtenteils aus Vollprofis zusammengestellte Mannschaften zu bestehen. „Keine Frage, wir sind einer der Außenseiter“, sagt Kapitän Kevin Vidakovics. „Aber in dieser Rolle fühlen wir uns wohl.“

Die Fußballer vom Herrenwald – wie die Spieler aller Vereine – haben aufgrund der Corona-Krise eine extrem lange Pause hinter sich. „Ich glaube, wir hatten alle noch nie so viel Bock auf die Vorbereitung wie diesmal“, sagt Vidakovics im Gespräch mit der OP. „Jeder hat darauf gebrannt, wieder gegen den Ball treten zu können.“

Trotzdem: Auch die konditionellen Grundlagen müssen gelegt werden. „Ist hart, gehört eben dazu“, sagt der seit wenigen Wochen 30-Jährige, der aktuell aber pausieren muss: Eine Zyste in der Kniekehle sowie Probleme mit dem Außenmeniskus bremsen ihn aus.

Kapitän wäre beim Test in Breidenbach gern dabei

Eine genaue Diagnose soll es in den nächsten Tagen geben. Vidakovics hofft, um eine Operation herumzukommen, möglichst gar nicht weiter aussetzen zu müssen – auch mit Blick aufs nächste Vorbereitungsspiel am Sonntag (15 Uhr) beim FV Breidenbach, seinem Heimatverein.

„Ich habe da in der Jugend und dann auch zwei Jahre bei den Senioren gespielt. Ich komme von dort und wohne auch wieder in Breidenbach“, erläutert er, warum es für ihn „auf jeden Fall kein Testspiel wie jedes andere ist. Ich würde sehr gern mitspielen.“

42 Spieltage müssen ausgetragen werden

Wichtiger, natürlich, ist die Regionalliga, in der es Anfang September wieder losgehen soll, sofern es die Corona-Situation zulässt. Nachdem es wegen des Saisonabbruchs keine Absteiger gegeben hat, sind 22 Mannschaften am Start, entsprechend 42 Spieltage auszutragen. „Das bedeutet eine enorme Belastung“, ist sich Vidakovics bewusst, hofft, dass es die Mannschaft wegsteckt.

Zum Vorteil könnte der vergrößerte Kader werden: „Wir haben jetzt viele Spieler im Team, die“, ist er überzeugt, „über die Saison auch alle gebraucht werden.“ Die Voraussetzungen für die Spielklasse sieht er auch bei den Neuzugängen, die zuletzt in tieferen Klassen gespielt haben, wie Leon Lindenthal (von Gruppenligist 1. FC Schwalmstadt gekommen) und Hekuran Kureqi (zuletzt bei Kreisoberligist SG Ehringshausen/Dillheim aktiv). „Sie müssen aber natürlich zunächst an das höhere Niveau herangeführt werden“, sagt der Kapitän.

Vidakovics hofft, dass viele Zuschauer dabei sein dürfen

Gleichwohl ist für den routinierten Innenverteidiger klar: „Wir haben individuell nicht die Qualität wie die meisten anderen Mannschaften in der Liga. Unsere Stärke muss wieder die Gemeinschaft sein.“ So wie in der Saison 2017/2018, als dem damaligen Neuling der Klassenerhalt in der Regionalliga gelang. 2019 stieg das Team zwar ab, war aber auch damals selten chancenlos.

Nach dem Hessenliga-Titel in der Abbruch-Saison geht’s nun ins dritte Jahr in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. „Die meisten von uns haben das schon erlebt. Trotzdem ist es für uns etwas besonderes“, sagt Vidakovics und macht keinen Hehl daraus, sich auf Partien gegen Traditionsclubs wie Kickers Offenbach besonders zu freuen: „Vor vielen tausend Fans am Bieberer Berg zu spielen, das ist schon toll.“

Ohne Zuschauer macht’s „nicht so viel Spaß“

Er wünscht sich, dass tatsächlich viele Zuschauer zu den Partien kommen können: „Wenn in Offenbach nur 250 dabei sind und unsere Fans nicht mitkommen dürfen, wäre das schon richtig schade.“ Dasselbe gelte für Heimspiele, etwa die Partie am dritten Spieltag gegen Hessen Kassel. Die Sicherheit gehe vor, sagt er, „schön wäre, wenn es mit entsprechenden Maßnahmen klappen würde, dass möglichst viele Zuschauer dabei sind“. Natürlich könne man auch spielen, wenn niemand zusieht. „Aber es macht einfach nicht so viel Spaß.“

Vidakovics fühlt sich bei der Eintracht wohl

Seit zehn Jahren spielt Kevin Vidakovics beim TSV Eintracht Stadtallendorf, fühlt sich auch vor seiner elften Spielzeit bei den Herrenwäldern „super wohl“ im Verein. „Es gab auch mal Gespräche mit anderen Clubs, aber Stadtallendorf war immer mein erster Ansprechpartner und wird das auch in Zukunft sein“, erklärt der 30-Jährige, der noch bis 2022 unter Vertrag steht. Ein großer Vorteil für den Kapitän: Er kann bei der Eintracht Sport auf semiprofessionellen Niveau und Beruf – er absolviert ein duales Studium und arbeitet bei Weber Maschinenbau in Breidenbach – miteinander verbinden. „Das ist mir mit Blick auf die Zukunft wichtig. Bei den meisten Vereinen auf diesem Niveau wäre das in dieser Form sicherlich nicht möglich.“

Von Stefan Weisbrod