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Lokalsport Von Abstiegs-Trübsal keine Spur
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14:00 26.07.2019
Will mit seiner Eintracht in der Hessenliga „oben mitmischen“: Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja. Quelle: Miriam Prüßner
Stadtallendorf

Nach zwei Jahren Regionalliga ist der TSV Eintracht Stadtallendorf zurück in der Hessenliga. Von Trübsal ob des Abstiegs gibt’s am Herrenwald aber keine Spur. Vielmehr herrscht Freude, dass es nach langer Vorbereitung nun wieder ernst wird. Und es ist Zuversicht zu spüren. Trainer Dragan Sicaja macht aber im Gespräch mit der OP deutlich: „Es gibt in dieser Klasse vier, fünf Mannschaften, die oben mitmischen können. Dazu gehören auch wir.“ Reiner Bremer, Präsident der Fußballabteilung, spricht vom „vorderen Drittel“, das angepeilt werde. „Wichtig ist, dass wir gut in die Saison starten. Nach etwa zehn Spielen werden wir eine Zwischenbilanz ziehen. Dann wissen wir, was drin ist.“ Nur Angreifer Felix Nolte gibt sich offensiver: „Wir haben starke Gegner. Aber wir sind auch sehr stark. Wir wollen ganz oben mitspielen und wieder zurück in die Regionalliga.“ 

Die Spieler brennen auf den Saisonstart. „Dafür macht man schließlich die Vorbereitung und trainiert auch bei 35 Grad und mehr“, sagt Nolte. Sein Trainer ist zufrieden mit der Vorbereitungsphase: „Die Jungs haben mitgezogen, alle bieten sich an. Auch die Testspiele liefen gut“, berichtet Sicaja. Unter anderem setzte sich die Eintracht gegen Regionalligist TSV Steinbach Haiger mit 1:0 durch, spielte gegen Hessenliga-Meister FC Gießen 2:2, gewann das Turnier in Bauerbach, bei dem es im Finale den FSV Fernwald, auf den sie auch in der Liga trifft, nach Elfmeterschießen bezwang, und siegte zuletzt auch beim Regionalliga-West-Absteiger 1. FC Kaan-Marienborn (3:1). Die Ergebnisse sind für den Trainer allerdings nachrangig. „Wichtiger ist die Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben. Und die hat mir gefallen“, sagt der 52-Jährige, der in seinem achten Jahr am Stück – zuvor war er schon von 2009 bis 2011 in Stadtallendorf – das Team coacht. „Wir waren in den meisten Spielen sehr präsent, haben Chancen herausgespielt und genutzt.“

Unter den Abgängen sind nur wenige Stammkräfte der vergangenen Spielzeit. Dass der Kern der aktuellen Mannschaft bereits in der Regionalliga zusammengespielt hat, sieht Sicaja als großen Vorteil: „Die Spieler kennen sich, zum Teil schon seit einigen Jahren. Das macht es auch für die Zugänge einfacher“, ist der Trainer nach den Eindrücken aus der Vorbereitung überzeugt.

Den Neuen traut er allesamt den Sprung in die Hessenliga zu – wenn auch nicht unbedingt sofort. Vor allem den jungen Spielern – Philipp Basmaci (gekommen aus der U 19 des SV Wehen Wiesbaden), Moritz Bäumel (U 19 des SV Darmstadt 98), Liridon Krasniq (U 19 der Offenbacher Kickers), Joannis Mitrou (Hessen Kassel) sowie der 18-jährige brasilianische Torhüter Joao Gabriel Borgert (Vila Nova FC) – „müssen wir aber Zeit geben“, macht er klar. Der Kroate Niko Jovic, gekommen aus Bosnien und Herzegowina von Zweitligist HNK Capljina, kann in der Defensive und im Mittelfeld eingesetzt werden; Sicaja bezeichnet ihn als „sehr intelligenten Spieler“. Mittelfeldspieler Matthias Pape, gewechselt von Verbandsligist SF BG Marburg, stand in den Vorbereitungsspielen meist in der Startelf und kommt dafür auch beim Auftakt gegen Hessen Kassel infrage, wie Sicaja bestätigt.

Florian Eidam vertritt verletzten Dusan Olujic

Sicher im Herrenwaldstadion auflaufen wird ein anderer Spieler, der von den Blau-Gelben gekommen ist: Florian Eidam wurde kurzfristig verpflichtet, nachdem sich Stammtorwart Dusan Olujic eine Muskelverletzung zugezogen hatte und mehrere Wochen fehlen wird. „Wir mussten reagieren. Wir wollen ja nicht einen 18-Jährigen direkt verbrennen“, erklärt Sicaja mit Blick auf Nachwuchskeeper Borgert. Er ist froh, „dass sich die Möglichkeit ergeben hat, Florian zu verpflichten“ und bedankt sich bei den Marburgern, „dass sie den Wechsel möglich gemacht haben“.

Der Trainer sieht den Torhüter, der zuvor auch bei der FSG Südkreis und beim FSV Schröck gespielt hatte, „auf keinen Fall als Schwachpunkt“. Eidam mache „einen ruhigen und gefassten Eindruck. Ich habe ein gutes Gefühl bei ihm“. Der 27-Jährige hat am Donnerstag vergangener Woche erstmals mit der Stadtallendorfer Mannschaft trainiert, wurde direkt „sehr gut aufgenommen“, wie er gegenüber der OP berichtet. Im Testspiel bei Kaan-Marienborn kam er erstmals zum Einsatz, hinterließ einen guten Eindruck. Jetzt freut er sich auf eine „sportliche Herausforderung und hoffentlich schöne Erlebnisse“, etwa direkt zum Auftakt morgen gegen Aufstiegsfavorit Kassel: „Da werden sicherlich zehnmal so viele Zuschauer sein, wie ich es bisher gewohnt bin.“

von Stefan Weisbrod