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Lokalsport Dragan Sicaja drückt den Reset-Knopf
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00:18 25.03.2019
„Mehr als eine Klasse runtergehen können wir nicht“, sagt Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja. Morgen empfängt seine Elf Neuling FK Pirmasens im Herrenwaldstadion. Quelle: Michael Hoffsteter
Stadtallendorf

Der Spielplan in der Regionalliga Südwest meinte es zuletzt nicht ganz so gut mit der Eintracht. Ausgerechnet am Ende der Englischen Woche stand das wichtigste Spiel für die Herrenwälder an – und dann auch noch im gut 370 Kilometer entfernten Schwabenland, in Balingen, wo die Eintracht mit einem 1:3 einen Großteil der Resthoffnung auf den Klassenerhalt verspielte. „Nach der Englischen Woche und der Fahrerei dorthin waren wir körperlich und geistig nicht da“, sagt Stadtallendorfs Dragan Sicaja, der nach dem Spiel nicht der einzige TSVler war, der entsprechend enttäuscht war.

Acht Punkte Rückstand hat das Sicaja-Team auf Rang 15, der nur zum Klassenerhalt reicht, wenn kein Südwest-Vertreter aus der 3. Liga absteigt. Neun Punkte Rückstand sind es zum sicheren Nichtabstiegsplatz 13. Die Eintracht müsste also schon eine Siegesserie hinlegen, um wieder Anschluss zu finden – und hoffen, dass die restlichen „Kellerkinder“ sich weiter ein Schneckenrennen um den Klassenverbleib liefern.

18 Tore sind zu wenig

„Vor dem Spiel gegen Balingen hatte ich zur Mannschaft gesagt: ‚Jetzt hat die Stunde geschlagen. Sein oder nicht sein.‘“ Doch offenbar war der Druck zu hoch“, stellt der Kroate fest und drückt im Saisonfinale nun den Reset-Knopf. „Mehr als eine Klasse runtergehen können wir nicht“, gibt Sicaja zu bedenken. Der Coach setzt darauf, den Blick komplett vom Tableau abzuwenden und „jetzt bis zum letzten Spiel an unsere Grenzen zu gehen. Es geht darum, die Gefühle wiederzugewinnen: Wie ist es, ein Tor zu schießen, drei Punkte zu holen, Spaß zu haben? Ich habe die Mannschaft immer gepusht. Irgendwann erreicht man aber eine Grenze, die man nicht überschreiten kann. Und genau das ist der Fall“, sagt Sicaja, der sich demonstrativ hinter seine Schützlinge stellt. „Alle Spiele bis zur Winterpause waren ordentlich. Wir sollten jeden Moment in dieser Klasse genießen“, fordert der Coach, der allerdings weiß, dass die bisher „18 Tore zu wenig sind, um eine Chance zu haben“.

Ein „Dreier“ gegen den Aufsteiger aus Rheinland-Pfalz könnte den Funken der Hoffnung am Glimmen halten. Allerdings befinden sich die Mannen des am Saisonende scheidenden FKP-Trainers Peter Tretter ebenfalls noch im Abstiegskampf. Weil in Florian Bohnert (abgestellt für die luxemburgische Nationalmannschaft), Yannick Osée (Rot-Sperre), Christian Schubert (Schambeinentzündung) und Manuel Grün­nagel (muskuläre Probleme) vier Stammspieler ausfallen, „könnte ich mit einem Punkt gut leben“, sagt Tretter, der ein „von Kampf geprägtes Spiel“ erwartet, denn: „Für Stadtallendorf ist es wohl annähernd die letzte Chance, noch Richtung Klassenerhalt zu steuern.“

Bei den Herrenwäldern droht Stürmer Felix Nolte nach seinem ersten Saisontreffer auszufallen. „Er ist am Mittwoch im Training umgeknickt“, sagt Sicaja, der den Pfälzern bescheinigt: „Mit ihren Mitteln machen sie es sehr ordentlich. Sie verteidigen als Mannschaft nicht schlecht. Fußballerisch befinden sie sich auf unserem Niveau“, meint Sicaja über den Gegner, der – wie die Marburger Ostkreisler – ebenfalls nicht unter Profibedingungen arbeitet.

von Marcello Di Cicco