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Lokalsport Eintracht Frankfurt II in Hessenliga? Montag wird entschieden
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15:00 17.02.2022
Jan Schröder (rechts) in einem Testspiel gegen Wehen Wiesbaden um Nico Rieble. Der 18-Jährige gehört zum Frankfurter Bundesliga-Kader, ist aber bislang ohne Pflichtspieleinsätze im Männerbereich – die könnte er in einer neuen Reserve erhalten.
Jan Schröder (rechts) in einem Testspiel gegen Wehen Wiesbaden um Nico Rieble. Der 18-Jährige gehört zum Frankfurter Bundesliga-Kader, ist aber bislang ohne Pflichtspieleinsätze im Männerbereich – die könnte er in einer neuen Reserve erhalten. Quelle: Juergen Kessler/imago
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Frankfurt / Stadtallendorf

Vor acht Jahren hatte Eintracht Frankfurt seine zweite Männer-Fußballmannschaft abgemeldet – jetzt die Rolle rückwärts: Am Montagabend hat der Fußball-Bundesligist kommuniziert, was bereits zuvor gemunkelt wurde. Bereits ab der nächsten Saison soll wieder eine Reserve der SGE am Spielbetrieb teilnehmen (die OP berichtete). Der Club hat beantragt, dass die Mannschaft nicht auf Kreisebene, sondern direkt in der fünftklassigen Hessenliga starten darf. Die Satzung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) lässt das seit einer Änderung prinzipiell zu, wie Verbandsfußballwart Thorsten Bastian gestern gegenüber der OP bestätigte.

Bereits am kommenden Montag soll die Entscheidung durch den Verbandsspielausschuss fallen, teilte dessen Vorsitzender Bastian mit. Wie das Ergebnis aussehen könnte, wolle er im Vorfeld nicht spekulieren, so Bastian, der auch Klassenleiter der Hessenliga ist. Dass alle Hessenligisten zustimmen müssen, wie der Hessische Rundfunk berichtet hatte, sei falsch, erklärte der frühere Erstliga-Linienrichter: „Das ist nicht so, das ist von uns auch nicht so kommuniziert worden.“

Sportvorstand Krösche stellt Hessenligisten Konzept vor

Reiner Bremer, Präsident der Fußballabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf, ist der Meinung, „dass die Entscheidung längst getroffen wurde“ – zugunsten der Frankfurter Eintracht. „Da wurde vor einigen Jahren mit der Abmeldung der zweiten Mannschaft ein Fehler gemacht, der nun korrigiert werden soll“, hat er Verständnis für das Anliegen des Bundesligisten. Was ihm nicht gefällt, ist die Kommunikation: „Es hätte sicherlich bessere Möglichkeiten gegeben, die Vereine bei dieser Thematik einzubinden.“ Wichtig ist aus seiner Sicht, dass anderen Vereinen durch eine Eingliederung der Frankfurter „Zweiten“ keine Nachteile entstehen: „Wenn Frankfurt dann Erster wird und der Zweite nicht aufsteigt, wäre das nicht gut.“ Jedoch könnte der HFV nicht ohne Zustimmung der Regionalliga-Südwest-Gesellschaft festlegen, dass es in diesem Fall einen zweiten festen Aufsteiger gibt.

Offen ist, ob die Stadtallendorfer in der nächsten Spielzeit überhaupt auf die SGE-Reserve treffen würden: In die im März beginnende Hessenliga-Aufstiegsrunde gehen sie als Tabellenführer, haben bei vier Punkten Vorsprung beste Chancen auf den Wiederaufstieg in die Regionalliga.

Der TSV Eintracht sei „kein Gegner“ einer Eingliederung von Eintracht Frankfurt II in Hessens höchste Spielklasse, sagte Bremer, „aber es gibt Vereine, die klar dagegen sind“. Das sei bei einer kurzfristig von Bastian einberufenen Videokonferenz am Dienstagabend deutlich geworden. Dort informierte der Verbandsfußballwart die Vertreter der Hessenligisten über die Möglichkeiten gemäß der HFV-Satzung, außerdem präsentierte Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche ein Konzept des Clubs für die zweite Mannschaft. „Es hat ein Austausch stattgefunden“, sagte Bastian im Gespräch mit der OP, „aber es gab keine Abstimmung oder ähnliches. Es ging nicht um ein Meinungsbild.“

Andreas Möller verlässt Eintracht Frankfurt im Sommer

Zum Ende der aktuellen Saison wird Andreas Möller Eintracht Frankfurt verlassen und seine Tätigkeit als Leiter des Leistungszentrums beenden. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, gaben persönliche Gründe des ehemaligen Profis den Ausschlag für den selbst gewünschten Rückzug. Der Vertrag des 54-Jährigen läuft am 30. Juni 2022 aus. „Ich möchte mich nach Vertragsende wieder vorrangig privaten Dingen widmen und mehr Zeit für die Familie haben“, begründete Möller diesen Schritt. Dank kam vom Vereinspräsidenten. Möller habe viele neue Dinge in der Ausbildung junger Fußballer angestoßen. „Als einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer überhaupt hat Andreas unserem Leistungszentrum gutgetan und vieles zum Positiven verändert. Für die Zukunft wünschen wir ihm beruflich, aber insbesondere privat, alles Gute“, sagte Peter Fischer. Die Nachfolge des früheren Nationalspielers will die Eintracht in Ruhe klären. „Andy hat uns frühzeitig in seine Gedanken einbezogen. Somit haben wir die Möglichkeit, dementsprechend zu reagieren und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Andreas Möller ist bei Eintracht Frankfurt jederzeit herzlich willkommen“, sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.

Von Stefan Weisbrod