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Lokalsport Eintracht Frankfurt stehen goldene Zeiten bevor
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08:58 20.05.2022
Um die Trophäe der UEFA Champions League spielt Eintracht Frankfurt in der Saison 2022/23.
Um die Trophäe der UEFA Champions League spielt Eintracht Frankfurt in der Saison 2022/23. Quelle: Dave Thompson/AP/dpa
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Frankfurt

Noch gar nicht so lange ist es her, da verbreitete die „Büffelherde“ der Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga und in der Europa League Angst und Schrecken.

Doch das Trio bestehend aus Luka Jović, Ante Rebić und Sébastien Haller gehört bei der SGE längst der Vergangenheit an – ebenso wie André Silva, der noch in der Saison 2020/21 28 Bundesliga-Tore für die SGE erzielte.

Dass es das Quartett in den vergangenen Jahren weg vom Main zu anderen europäischen Topklubs zog, hat vor allem einen Grund: lukrative finanzielle Angebote – nicht nur für die wechselwilligen Spieler, auch für die Frankfurter, die mit Silva, Jović, Rebić und Haller insgesamt kolportierte 175 Millionen Euro einnahmen. Viel Geld, aber auch ein hoher Preis: Schließlich musste die Eintracht immer wieder einen Neuaufbau vollziehen.

Supercup-Finale am 10. August

Mit dem Final-Sieg in der Europa League gegen die Glasgow Rangers hat die Eintracht nicht nur sportlich den zweitgrößten europäischen Wettbewerb gewonnen, sie steigt damit auch finanziell in neue Sphären auf. Der Druck, nach der „Büffelherde“ und Silva im umworbenen Filip Kostic einen weiteren Topspieler zu verlieren, dürfte spürbar sinken.

8,6 Millionen Euro spült der Sieg von Sevilla in die Taschen, weitere 3,5 Millionen gibt es als Antrittssalär für das europäische Supercup-Finale am 10. August gegen den Champions-League-Sieger, eine weitere Million für den Sieg. Beim Start in der Königsklasse warten fixe 15,64 Millionen Euro.

Je Sieg in der Gruppenphase 2,6 Millionen, für ein Unentschieden 900.000 Euro. Sollte die Eintracht die Gruppenphase überstehen, winken im Achtelfinale (9,6 Millionen Euro), Viertelfinale (10,6 Mio.), Halbfinale (12,5 Mio.) und Finale (12,5 Millionen plus 4,5 Millionen für den Sieger) die ganz großen Geldtöpfe.

Präsident: „Wir gehen jetzt nicht groß einkaufen“

„Natürlich tun die zusätzlichen Einnahmen nach zwei Jahren Corona gut. Das hilft uns extrem für die Zukunft“, sagte Sportvorstand Markus Krösche nach dem Erfolg von Sevilla. Doch trotz aller Wachstumschancen will sich der Verein treu bleiben.

„Die Champions League ist natürlich außergewöhnlich für Eintracht Frankfurt, aber wir werden unsere Transferstrategie nicht ändern“, verkündete Krösche. Präsident Peter Fischer bekräftigte: „Der Wettbewerb wird härter und schärfer. Aber wir gehen jetzt nicht groß einkaufen, weil wir uns einmal für die Champions League qualifiziert haben. In diesem Verein wird es kein Harakiri geben.“

Was aus der Büffelherde wurde

Luka Jović: Der Serbe wechselte 2019 für die Frankfurter Rekordablöse von etwa 60 Millionen Euro zu Real Madrid, das den Angreifer mit einem Sechsjahresvertrag ausstattete. Bei den Königlichen stand er im Schatten hinter Topstürmer Karim Benzema – zur Rückrunde 2020/21 wurde er schließlich verliehen, zurück an die Frankfurter. Auch in dieser Saison kommt Jović nicht an Benzema vorbei, verbucht meist nur Kurzeinsätze.

Sébastien Haller: Etwa 50 Millionen Euro legte West Ham United 2019 auf den Tisch, um den Franzosen von der Eintracht loszueisen. Bei den Londonern lief es zunächst gut, dann bremsten ihn kleinere Verletzungen aus, er verlor seinen Torriecher. In der Winterpause 2020/21 zog Haller für eine Ablöse von 22,5 Millionen Euro weiter zu Ajax Amsterdam. Beim niederländischen Rekordmeister schlug er sofort ein – und überzeugte auch diese Saison. Haller steht in Amsterdam noch bis 2025 unter Vertrag.

Ante Rebić: Im Gegenzug für André Silva wechselte der Kroate 2019 zunächst als Leihgabe zum AC Mailand, richtig glücklich wurde er dort allerdings zunächst nicht. Als der 18-malige italienische Meister im Winter 2019/20 Zlatan Ibrahimovic zurückholte, lief es plötzlich auch bei Rebić. Milan verpflichtete Rebić schließlich fest, in der Folge avancierte er zum Leistungsträger bei den Rossoneri. In dieser Saison erzielte Rebić in 24 Serie-A-Spielen zwei Treffer.

111,7 Millionen Euro aus der Champions League für den FC Bayern

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München hat nach Angaben des Internetportals „Spox“ in der abgelaufenen Saison in der Champions League 111,7 Millionen Euro eingenommen.

Der diesjährige Tabellenzweite der Bundesliga, Borussia Dortmund, für die bereits in der Gruppenphase der Königsklasse Schluss war, spülte die Champions League immerhin 63,7 Millionen Euro in die Vereinskasse.

Der dritte deutsche Teilnehmer, der VfL Wolfsburg indes konnte 36 Millionen Euro einnehmen.

RB Leipzig, die gegen die Glasgow Rangers im Halbfinale der Europa League unterlagen, nahmen 45,6 Millionen Euro in der Königsklasse ein.

Nicht miteinberechnet sind bei allen Vereinen ein zweistelliger Millionenbetrag aus dem Marktpool, dessen Summe erst am Saisonende feststeht.

Von Marcello Di Cicco

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