Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Daniel Bohl aus Langenstein ist in London dabei
Sport Lokalsport Lokalsport Daniel Bohl aus Langenstein ist in London dabei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 28.04.2022
Frankfurt-Fan Daniel Bohl (links) mit SGE-Vorstand Axel Hellmann.
Frankfurt-Fan Daniel Bohl (links) mit SGE-Vorstand Axel Hellmann. Quelle: Privatfoto
Anzeige
Langenstein

Nein, Zufall ist es nicht, dass Daniel Bohl zu den etwa 3 000 Glücklichen unter den Fans der Frankfurter Eintracht zählt, der hautnah dabei sein darf, wenn der Fußball-Bundesligist heute (21 Uhr / RTL) im Halbfinal-Hinspiel der Europa League gegen West Ham United in London den ersten Schritt in Richtung Finale machen will. Den Trip hat sich der 35-Jährige aus Langenstein vielmehr redlich erarbeitet, gehört er im größten deutschen SGE-Fanclub „Adlerhorst“ aus Stadtallendorf schließlich zu den sogenannten Vielfahrern.

In guten wie in schlechten Zeiten – was als Schwur im Ehegelübde gilt, ist auch das Motto von Bohl als Eintracht-Anhänger. „Als Fan ist es auch wichtig, in schlechten Zeiten da zu sein, auch dann zu klatschen, wenn es wehtut“, sagt der Langensteiner, der schon knapp 40 Auswärtsfahrten auf dem Buckel hat.

So manche Anekdote kann er von jenen Trips erzählen – etwa wie er zu Zweitligazeiten der Frankfurter in Cottbus im Mannschaftshotel der SGE nächtigte oder wie es in Aue „regnete wie aus Eimern“. Er erinnert sich aber auch allzu gerne an das „Jahrhundertspiel“ jüngst in Barcelona, wo die Eintracht ein Feuerwerk abbrannte und den großen FC Barcelona aus dem eigenen Stadion fegte, wo die Fanmassen der Gäste den Weltklub in seinen Grundfesten erschütterte. „Das war ein einmaliges Erlebnis“, sagt Bohl.

Zusammen mit fünf Mitstreiten aus dem Fanclub, der insgesamt 15 Tickets für die Partie in London erhalten hat, ist der SGE-Anhänger an diesem Donnerstag (28. April) in den frühen Morgenstunden gen Düsseldorf aufgebrochen, von wo aus es mit dem Flieger in die englische Hauptstadt und dort vom Flughafen Heathrow mit der U-Bahn knapp 30 Kilometer durch die Stadt zum London Stadium (Olympiastadion) geht. Aus beruflichen Gründen muss der bei einem Stadtallendorfer Unternehmen tätige Zerspanungsmechaniker manches Mal kürzertreten, „die Europa-League-Fahrten wollen wir aber gerne mitmachen – egal in welches Land, wenn wir können, fahren wir mit“. Wie es ein achter Fan eben macht.

Die Frage, warum er so viel Zeit, Geld und Herzblut in das Fan-Dasein investiert, beantwortet Bohl leicht: „In erster Linie, um die Mannschaft anzufeuern.“ Dies zusammen mit Freunden zu machen, entlohne für den Aufwand, für den er diese Saison vom Team so einiges zurückerhält.

Gegen den Premier-League-Club erwartet Bohl „ein heißes Spiel“, hofft auf ein Remis. „Im Waldstadion schmeißen wir sie dann raus“, gibt sich der Fan erfolgssicher – und hoffnungsfroh. Mit einigen Mitstreitern hat er bereits Hotelzimmer in Sevilla gebucht. Dort findet am 18. Mai nicht irgendein ein Spiel statt, sondern das Europa-League-Finale – vielleicht mit Beteiligung der Frankfurter und im Beisein von Daniel Bohl.

Von Marcello Di Cicco