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Lokalsport Eine Perspektive für den Mannschaftssport
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15:10 16.05.2021
Die E-Jugend II (Jahrgang 2011) von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg beim Training.
Die E-Jugend II (Jahrgang 2011) von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg beim Training. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Corona-Infektionszahlen sinken bundesweit, auch in Hessen und im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Die Landesregierung hat einen Stufenplan beschlossen (die OP berichtete am Freitag). Und dieser bietet Sportlerinnen und Sportlern in Amateurteams eine Perspektive, die es so bislang noch nicht gab.

Die erste Stufe greift, sofern in einem Landkreis beziehungsweise einer kreisfreien Stadt die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt und somit aus den Regelungen der Bundesnotbremse herausfällt, frühestens aber ab kommenden Montag. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt der Wert seit Dienstag unter 100. Da Donnerstag Feiertag war, könnte Anfang kommender Woche der fünfte Werktag mit entsprechendem Wert sein, anschließend Lockerungen eintreten.

Nach den Regelungen dieser Stufe wäre Gruppensport für Kinder bis einschließlich 14 Jahre möglich, so war die hessische Regelung auch bislang. Fitnessstudios dürften öffnen, Aktive müssten sich dafür anmelden und einen aktuellen Coronatest vorlegen. Schwimmbäder blieben geschlossen. Diese dürften öffnen, sobald die zweite Stufe erreicht ist. Außerdem wäre demnach Mannschaftssport unter Einhaltung von Hygieneauflagen wieder ohne Alterseinschränkung erlaubt. Ein aktueller Test wird dabei empfohlen. Stufe zwei ist erreicht, wenn die Inzidenz nach Erreichen der ersten Stufe an weiteren 14 aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 oder sobald sie an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen lang unter 50 liegt.

Landessportbund im

Gespräch mit Wiesbaden

Rechnerisch könnten die Regeln der zweiten Stufe demnach im Kreis ab Anfang Juni gelten, sofern die Inzidenz lokal unter 100 bleibt, eventuell sogar früher, wenn sie unter 50 sinkt. Aber ist das in der Praxis so? Der Landessportbund äußert sich vorsichtig. Man stehe „zu den Auswirkungen der neuen Regelungen für den Sport in Hessen“ in „engem Austausch mit der Landesregierung“, teilt er mit.

Der Hessische Fußball-Verband sieht indes eine „klare Perspektive“. Er habe „Hoffnung, dass wir in vielen Landkreisen und Städten bald wieder auf dem Platz stehen und Fußball spielen dürfen“, wird Präsident Stefan Reuß in einer Mitteilung zitiert. Auch der Marburger Kreisfußballwart Peter Schmidt wünscht sich, dass zeitnah auch Jugendliche und Erwachsene wieder zumindest trainieren, eventuell gar Testspiele bestreiten können: „Seit mehr als einem halben Jahr ist kaum etwas möglich. Es wäre super, wenn sich das jetzt ändert.“

Kreisfußballwart: Ligaspiele nur mit Zuschauern

Dass dann, wie vor einigen Wochen diskutiert, Mitte Juli eine neue Saison in den regionalen und lokalen Ligen beginnen könnte, „sehe ich aber nicht“, sagt Schmidt. „Das wäre nur vorstellbar, wenn überall in Hessen sehr schnell die zweite Stufe erreicht würde.“ Außerdem: „Zumindest in der Region Gießen/Marburg sind wir uns einig, dass Ligaspiele nur mit Zuschauern stattfinden sollen. Dafür müsste zuerst die Möglichkeit geschaffen werden.“

Von Stefan Weisbrod