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Lokalsport Ein Quintett verlässt die Eintracht
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17:58 03.01.2021
Haben die Stadtallendorfer Eintracht vor dem Start der Restrunde verlassen: Dusan Olujic (oben von links, im Uhrzeigersinn), Felix Nolte, Johannes Müller, Gino Parson und Aykut Bayar. Quelle: Archivfotos
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Stadtallendorf

Wenn die Stadtallendorfer Eintracht am Samstag, 9. Januar (14 Uhr), voraussichtlich mit einem Geisterspiel im Herrenwaldstadion gegen die Offenbacher Kickers um den neuen Cheftrainer Sreto Ristic (siehe nebenstehender Bericht) in die Restrunde der Fußball-Regionalliga Südwest startet, dann hat sich das Gesicht der Mannschaft im Vergleich zum dann alten Jahr erheblich verändert.

In Stürmer Felix Nolte (29), Defensivspieler Johannes Müller (19), den Torhütern Aykut Bayar (28) und Dusan Olujic (35) sowie Co-Spielertrainer Gino Parson (41) verlassen gleich fünf Akteure den Verein – überdies Hekuran Kureqi (SG Ehringshausen), der allerdings nicht der ersten Garde angehörte und zu keinem Viertliga-Einsatz kam. Neuer Assistenztrainer wird Sebastian Przybyszewski, zudem kommt in Nick Bremer ein Nachwuchstalent vom VfB Marburg zurück.

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Der 39-jährige Przybyszewski spielte in der Saison 2013/14 für die Eintracht, wechselte danach zum SV Emsdorf und war auch Jugendtrainer beim JFV Stadtallendorf/Ostkreis. „Wir wollten eine interne Lösung, und diese ist perfekt. Das Gesamtpaket passt einfach“, sagt der Sportliche Leiter Fejz Hodaj. Der Posten war vakant geworden, weil Parson die Eintracht verlässt. „Er hatte uns mitgeteilt, dass er gerne regelmäßig spielen will. Das ist in dieser Klasse aber leider nicht möglich“, erklärt Hodaj.

Schmerzen bereiten dürfte den mit erst 14 Toren in 15 Partien ohnehin offensivschwachen Herrenwäldern der Weggang von Sturmtank Felix Nolte, dessen Vertrag ebenfalls einvernehmlich aufgelöst wurde. Dafür gebe es „mehrere Gründe“, sagt Nolte gegenüber der OP. „Der Hauptgrund ist der zeitliche Aufwand“, begründet der Angreifer, der in Bottendorf wohnt, in Allendorf/Eder arbeitet und eine eineinhalbjährige Tochter hat. Angesichts des zusätzlichen anstehenden zeitlichen Aufwands mit Nachholspielen und Hessenpokal lasse sich sein Engagement bei der Eintracht künftig nicht mehr vereinbaren mit Beruf und Familie. „Ich will aber weiter möglichst hochklassig Fußball spielen“, sagt Nolte, der seit 2018 in 65 Spielen 21 Mal für die Eintracht getroffen hat.

Abramowicz wird die feste Nummer eins im Tor

Während Youngster Johannes Müller wegen einer beruflichen Veränderung (Polizei) geht, kommen bei Keeper Dusan Olujic mehrere Gründe zusammen: Alter, Beruf, Verletzung. Der 35-Jährige, der schon zwischen 2008 und 2014 bei der Eintracht war und erneut seit 2018 für den TSV spielt, zog sich im September eine Knieverletzung (Kreuzband) zu. Seitdem pausiert er. Sein Back-up, der vor der Saison gekommene Aykut Bayar, kehrt der Eintracht den Rücken, weil er nach einem Umzug von Fulda nach Frankfurt und beruflicher Tätigkeit in Fulda den Aufwand nicht mehr leisten könne, so Fejz Hodaj.

Feste Nummer eins soll nun Mateusz Abramowicz (28) werden. „Das haben wir klar kommuniziert“, sagt Cheftrainer Dragan Sicaja, dem weiterhin João Borgert als Ersatzkeeper zur Verfügung steht. Ab März wäre zudem ein Keeper aus der eigenen A-Jugend als weiterer Ersatztorhüter spielberechtigt. Die Verpflichtung eines weiteren Torwarts sei daher laut Hodaj „erst einmal nicht“ geplant. „Das könnte man immer noch kurzfristig machen, falls es nötig werden sollte“, sagt Sicaja, der einen neuen Schützling unter seinen Fittichen hat: Nick Bremer, Sohn von Fußball-Präsident Reiner Bremer. „Er ist unser Junge“, sagt Sicaja stolz über den 18-Jährigen, der bis zur B-Jugend am Herrenwald ausgebildet wurde. „Nick ist ein junger Spieler mit Potenzial. Dragan ist dafür bekannt, mit solchen Spielern zu arbeiten“, sagt Hodaj.

„Wir versuchen noch ein, zwei Spieler zu holen. Wenn es nicht klappt, ist es aber auch okay“, sagt Sicaja – wohl wissend, dass der finanzielle Spielraum vor dem Hintergrund der Corona-Krise und den damit einhergehenden fehlenden finanziellen Mitteln aufgrund des Zuschauerausschlusses beziehungsweise der Zuschauerbeschränkungen und Einnahmen aus dem Catering kleiner ist als üblich. „Es ist eine schwierige Situation, aus der wir jetzt gemeinsam – als Mannschaft mit dem Verein – herauskommen müssen. Dafür müssen wir Opfer bringen“, weiß Sicaja. Mit Spielern und Trainer hat sich der TSV deshalb auf einen Gehaltsverzicht geeinigt. „Wir haben gute Gespräche geführt“, sagt Präsident Reiner Bremer.

„Schwere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Das macht vor unserem Verein nicht halt. Die Jungs, die mit uns ins Jahr 2021 gehen, sind voll mit dem Herzen dabei“, ist der Fußball-Chef dankbar, „wie wir, Vorstand, Trainer und Mannschaft in dieser Situation zusammenstehen“.

Von Marcello Di Cicco