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Lokalsport Ein Lichtblick in der Corona-Zeit für Tia Becker
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15:00 16.01.2021
Tia Becker vom Kampfsport Kirchvers hat im vergangenen Jahr Erfolge bei den virtuellen Deutschen Meisterschaften und den virtuellen Weltmeisterschaften gefeiert.
Tia Becker vom Kampfsport Kirchvers hat im vergangenen Jahr Erfolge bei den virtuellen Deutschen Meisterschaften und den virtuellen Weltmeisterschaften gefeiert. Quelle: Privatfoto
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Kirchvers

Thailändische Musik füllt die Halle. Zwei Kämpferinnen bewegen sich im Ring zu der Musik. Der sogenannte „Wai Kru Ram Muay“ soll dem Trainer der Athleten ihren Respekt ausdrücken. Wir befinden uns im November des vergangenen Jahres. Tia Becker vom Kampfsportverein Kirchvers steht zum ersten Mal beim Vikings-Cup im rheinland-pfälzischen Marnheim im Ring – gleich zweimal an diesem Tag.

„Vor dem Kampf war ich total aufgeregt. Während des Kampfes dann nicht mehr. In den Pausen kam die Aufregung aber wieder zurück“, sagt die Achtklässlerin, die die Europaschule Gladenbach besucht. Verloren gingen beide Kämpfe, das sei jedoch nur nebensächlich. „Mein zweiter Kampf war schon viel besser als der erste. Ich war einfach zu aufgeregt. Aber ich bin froh über die Erfahrungen, die ich gesammelt habe“, fügt die 13-Jährige hinzu.

Die Reise begann vor zwei Jahren

Bevor sie zur Kampfsportart Muay Thai gekommen ist, die mit Boxhandschuhen ausgeübt wird und bei der der ganze Körper samt Knien, Ellenbogen und Füßen eingesetzt werden darf, übte die Kirchverserin Leistungsturnen und Reiten aus. „Das war einfach nicht so meins“, erinnert sich die Achtklässlerin.

Vor zwei Jahren hörte sie, dass es eine Kampfsportart namens Muay Thai beim Kampfsportverein Kirchvers gibt und besuchte das Probetraining. „Ich kann mich im Training immer richtig auspowern. Außerdem lerne ich immer wieder etwas Neues. Und die Trainer und Leute im Verein sind cool. Wir verstehen uns alle sehr gut“, erläutert die 13-Jährige, wieso sie bei dem Sport geblieben ist.

Die Freude überwiegt

Zudem spielt die Kirchverserin noch Volleyball – aber nur einmal die Woche. Das Kämpfen bereite ihr einfach mehr Spaß. Und das zeigt sich auch, wenn man einen Blick auf das vergangene Jahr der Achtklässlerin wirft. Bei den Deutschen Meisterschaften, die aufgrund der Corona-Pandemie als E-Championship, also rein virtuell, ausgetragen wurden, holte Tia Becker in den Kategorien Wai Kru und Max Fit die Goldmedaille. Dazu kam außerdem eine Medaille in Silber im Schattenboxen.

„Es ist schade, dass wir nicht wirklich kämpfen konnten, so wie es geplant war. Aber ich finde es gut dass man es geschafft hat, es als virtuelle Deutsche Meisterschaft auszutragen – und das innerhalb von zwei Tagen“, merkt die Schülerin an. Dadurch ging ihre Reise auch international weiter.

Erfolgreiches Jahr 2020

Mit ihren Deutschen-Meisterschafts-Titeln qualifizierte sich die 13-Jährige für die virtuellen Weltmeisterschaften des Muay Thai Dachverbandes IFMA (International Federation of Muaythai Associations).

Die Teilnahme war mit großem Erfolg verbunden: Am Ende stand die Bronzemedaille in der Kategorie Max Fit für die Kirchverserin zu Buche. „Sowas gewinnt man nicht jeden Tag. Da bin ich echt stolz drauf. Vor allem war es ein Lichtblick in diesem Corona-Jahr“, sagt die Achtklässlerin, die von Mitschülern auf ihre sportlichen Erfolge angesprochen wird.

„Die meisten Leute fragen dann immer, was das genau für ein Sport ist, den ich da mache und was ich damit erreicht habe“, erklärt die Kirchverserin, die sich für das Youth Olympic Festival im Sommer dieses Jahres qualifiziert hat. Ob die Veranstaltung wie geplant in der Slowakei stattfinden kann, weiß Tia Becker noch nicht: „Wenn es virtuell stattfindet, ist es auch in Ordnung für mich. Ich will einfach dabei sein.“

Trainer lobt Tia Becker in den höchsten Tönen

Ihr Trainer Roman Butz sieht die Stärken der Achtklässlerin in ihrem „enorm hohen Durchhaltevermögen“. Weiter fügt Butz, der auch Vorstand des Kampfsportvereins Kirchvers ist, an: „Tia schafft es immer, noch das letzte Körnchen obendrauf zu legen. Auch wenn sie es selbst nicht glaubt, dass sie es noch schafft“, sagt der Coach.

Auch für ihn kam die Bronzemedaille seines Schützlings überraschend. Es sei nicht abzusehen gewesen, da die anderen europäischen Länder, wie die Griechen, starke Athleten an den Start schickten. „Es war eine von nur fünf Medaillen, die Deutschland bei der virtuellen Weltmeisterschaft geholt hat. Dass Tia eine davon errungen hat ist unfassbar. Wir sind super stolz auf sie“, sagt der Vorstand des Kampfsportvereins.

Und was ist für die Achtklässlerin noch möglich? „Alles“, wenn es nach ihrem Trainer geht: „Was sie macht, macht sie immer super konsequent. Wenn sie mental noch die nächsten Schritte macht und an Selbstvertrauen gewinnt – dann gibt es für Tia keine Grenzen.“

Von Leonie Rink

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