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14:58 20.03.2021
Leichtathletik-Trainerin Claudia Genz.
Leichtathletik-Trainerin Claudia Genz. Quelle: Bodo Ganswindt
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Stadtallendorf

Seit Jahrzehnten ist sie eines der prägenden Gesichter der Leichtathletik in Stadtallendorf. Sowohl als aktive Sportlerin sowie inzwischen auch als Trainerin, Betreuerin und Funktionärin ist die 58-jährige Claudia Genz aus dem Vereinsleben des TSV Eintracht Stadtallendorf nicht mehr wegzudenken.

Lange Zeit hat sie unter Klaus-Peter Rädel, dem langjährigen Leiter der Leichtathletikabteilung, trainiert und in den 80er-Jahren mit glänzenden Leistungen im Weitsprung und Sprint nicht nur in der heimischen Region, sondern mindestens hessenweit auf sich aufmerksam gemacht.

Genz: Habe mein Hobby zum Beruf gemacht

Als ihren größten Erfolg nennt sie den Titel der deutschen Hochschulmeisterin über die 60-Meter-Distanz in der Halle. Ab 1982 trainiert sie beim USC Mainz mit, der ihr während ihres Studiums zur Diplomsportlehrerin beste Bedingungen für ihre Disziplinen bietet. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt sie.

Schließlich kehrt sie 1987 zu ihrem Heimatverein zurück, dessen Mitglied sie seit 1971 ist und wo sie sich seit 1980 als Übungsleiterin erste Meriten verdient. Sie erhält beim TSV zunächst einen Job über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) und wird wenig später in der Leichtathletik- und der Turnabteilung hauptamtlich mit einer vollen Stelle tätig. Sie leitet maßgeblich eine neu gegründete Herzsportgruppe, in der sie aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage seit nunmehr vielen Jahren ein Rehabilitationsangebot als Anschlussheilbehandlung macht.

Genz: Ein Leben für die Leichtathletik

Parallel betreibt sie nach wie vor ihre Leichtathletik, in der sie im Weitsprung eine Bestmarke von 5,90 Metern erreicht, die 60 Hallenmeter in 7,6 und die 100 Meter im Freien in 12,4 Sekunden absolviert. In das „Trainingsgeschäft“ steigt sie erst viel später ein.

Inzwischen ist sie mit Ehemann Wolfgang verheiratet, hat mit ihm eine Tochter und einen Sohn. Beide Kinder beweisen sich ebenfalls in der Leichtathletik – Tochter Alina im Hammerwurf und Sohn Lennart als Sprinter und vor allem als Weitspringer, wo der 23-Jährige eine Bestweite von 7,29 Metern verweisen kann. Daran hat Mutter Claudia als Trainerin einen erklecklichen Anteil. “Wir haben ein Leben für die Leichtathletik geführt“, sagt Genz. Mehrere 1 000 Auto-Kilometer habe sie mit den jungen Leuten in Deutschland zurückgelegt.

Genz erledigt seit 2011 auch organisatorische Aufgaben

Als Klaus-Peter Rädel 2011 aus gesundheitlichen Gründen als Chef der 180 Mitglieder starken Leichtathletikabteilung nicht mehr zur Verfügung steht, übernimmt Genz nun auch organisatorische Aufgaben. „Ich kümmere mich um die Wettkampforganisation der eigenen Veranstaltungen wie etwa das Vorweihnachtskriterium in der Herrenwaldhalle, an dem an zwei Tagen etwa 700 bis 800 Athleten aus ganz Deutschland teilnehmen. Ich leite das Wettkampfbüro und übernehme auch das Wettkampfcoaching.“

Ihr zur Seite steht für den Auf- und den Abbau und die weitere Logistik eine Mannschaft unter der Leitung von Elke Kaisinger. Ein Team der Turnabteilung unter der Leitung von Herbert Köller kümmert sich um die Bewirtschaftung der Halle.

Keine Wettkämpfe mehr, aber sie hält sich fit

Dem Leichtathletikteam gehören überdies als Trainer neben Claudia Genz Alina Hausmann, Luisa Dahs, Irene Haak und Jan-Lois Kaisinger an. Diese stehen im ständigen Austausch miteinander.

Die Trainingssituation gestalte sich zu Corona-Zeiten recht problematisch, betont Genz. Benutzt werden können die Sprung- und Wurfanlage in der Herrenwaldhalle, die Sportplätze der Georg-Büchner-Schule sowie der Bundeswehr.

Hoffen auf bessere Übungsbedingungen

„Wir hatten im vergangenen Jahr so gut wie keine Wettkämpfe“ betont Genz, die hofft, dass sich die nicht gerade rosigen Übungsbedingungen bald ändern mögen. Da bleibt es abzuwarten, welche politischen Entscheidungen diesbezüglich getroffen werden.

Genz selbst hat sich längst aus dem aktiven Wettkampfsport zurückgezogen. „Aber ich halte mich auf jeden Fall fit.“ Immerhin will sie bis zum Erreichen des Rentenalters der Leichtathletik und dem Verein treu bleiben.

Von Bodo Ganswindt