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Lokalsport Rennen um die letzten Plätze in der A-Liga-Aufstiegsrunde
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15:00 06.11.2021
Amanuel Neamn (links; hier gegen Yanik Hesse vom FSV Cappel II) will mit dem FV Cölbe die Aufstiegsrunde der Kreisliga A Marburg erreichen. Aktuell belegt sein Team Platz sechs, der dafür reichen würde.
Amanuel Neamn (links; hier gegen Yanik Hesse vom FSV Cappel II) will mit dem FV Cölbe die Aufstiegsrunde der Kreisliga A Marburg erreichen. Aktuell belegt sein Team Platz sechs, der dafür reichen würde. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

18 Mannschaften spielen in der Marburger Fußball-Kreisliga A – aber nur sechs davon kämpfen im kommenden Frühjahr um den Titel. Es ist das alternative Modell, für das sich der Fußballkreis Marburg für seine A-Liga entschieden hat, nach dem auch in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord (mit insgesamt 19 Teams) gespielt wird (die OP berichtete). Zwei der sechs Teilnehmer an der Aufstiegsrunde stehen im VfL Neustadt und dem RSV Roßdorf bereits fest, ein Dritter in der Spvgg Rauischholzhausen ziemlich sicher auch: Es müsste schon eine Menge schieflaufen, dass der Dritte der Tabelle bei neun Punkten Vorsprung auf den Siebten Eintracht Stadtallendorf II noch „rausfliegt“. Dahinter gibt es acht Anwärter für drei verbleibende Plätze mit mehr oder weniger guten Aussichten.

Die FSG Südkreis und der TSV Wohratal haben jeweils 27 Punkte auf dem Konto, damit vier mehr als die Stadtallendorfer Hessenliga-Reserve. Gewinnen sie jeweils mindestens zwei ihrer drei verbleibenden Spiele, wären sie durch, bräuchten auf keine anderen Mannschaften, keine anderen Ergebnisse, nicht auf direkte Vergleiche zu blicken. In eigener Hand hat es auch der FV Cölbe als Sechster. Allerdings muss die volle Ausbeute von neun Punkten her, um sicher mindestens auf Platz sechs zu bleiben.

Der FV Cölbe ist nur mit drei Siegen sicher dabei

Dass Cölbe (38:21) gegenüber Stadtallendorf II (38:29) aktuell die bessere Tordifferenz vorweist, nützt dem FV nichts – denn entscheidend ist bei Punktgleichheit der direkte Vergleich, wie Walter Sitorius auf OP-Anfrage bestätigt: „Die Regelung greift nicht nur, wenn es eine Hin- und eine Rückrunde gibt, sondern auch bei Einfachrunden“, stellt der Abteilungsleiter Spielbetrieb beim Hessischen Fußball-Verband klar. Das direkte Duell mit der Eintracht-Reserve ging mit 1:6 verloren.

Ephraim Eshele traf in dieser Partie vor vier Wochen doppelt, Ex-Drittliga-Profi Timo Cecen gar vierfach. Cölbes Spielertrainer Farzan Qayumi lässt durchblicken, dass er es alles andere als gut fand, mit welchem Personal die „Zweite“ aus Stadtallendorf antrat. Mehr ärgert er sich aber über zwei andere Spiele: „Gegen Rauischholzhausen war auf jeden Fall mehr drin“, sagt er im Rückblick auf ein 1:3. „Und in Cappel dürfen wir nicht verlieren.“ Bei der FSV-Reserve gab es vor zwei Wochen eine 0:1-Niederlage.

Aber bringt ja nichts, sich damit zu beschäftigen, wo die Mannschaft punktemäßig stehen könnte. „Wir haben es selbst in der Hand und wir haben den Anspruch, die Aufstiegsrunde zu erreichen“, macht Qayumi deutlich, spricht von „schweren Aufgaben“. Seine Mannschaft muss noch in Caldern und bei der SG Rosphe ran, empfängt dazwischen den SV Schönstadt. Dieses Derby sei ohnehin „immer noch einen Tick härter“.

Stadtallendorf II hat mit den Reserven aus Wetter, Cappel und Bauerbach ein vermeintlich leichtes Restprogramm. Einige Patzer der besser platzierten Konkurrenten wären vonnöten, damit die SG Salzböde-Lahn, der SSV Hatzbach (beide 20 Punkte) oder der TSV Caldern (19 Zähler) noch auf Rang sechs springen könnten. Der SV Mardorf hat zwar ebenfalls nur 19 Punkte auf dem Konto, aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand – und damit noch Chancen? „Nein“, lautete die kurze und eindeutige Antwort von Coach Lukas Greb.

Mardorfs Trainer Greb sieht keine realistische Chance

„Realistisch“, führt er aus, „ist Platz sechs nicht mehr.“ Sowohl gegen Cölbe als auch gegen Stadtallendorf II hat der SV verloren, Punktgleichheit würde also nicht reichen, Südkreis und Wohratal sind noch weiter weg. „Und das Restprogramm von diesen Mannschaften ist nicht so, dass ich denke, dass sie noch viele Punkte liegenlassen werden.“

Greb ist sicher: Mit etwas mehr Glück – er denkt an Niederlagen bei Salzböde-Lahn, gegen Wohratal und gegen Stadtallendorf II – und weniger Verletzungspech könnte die Situation „eine ganz andere“ sein. „Wir haben die Seuche“, sagt er in Anbetracht mehrerer schwerer Verletzungen von Stammspielern. Zuletzt hat sich Niklas Rhiel am vergangenen Wochenende gegen Cappel II einen Schienbeinbruch zugezogen, das Spiel wurde deshalb abgebrochen.

In den verbleibenden Partien in diesem Kalenderjahr, allesamt gegen Teams, die die Aufstiegsrunde sicher oder wahrscheinlich verpassen werden, gehe es nun bereits um „wichtige Punkte für das Frühjahr“. Denn anders als die Mannschaften auf den Plätzen eins bis sechs, die dann nochmal bei Null beginnen und in Hin- und Rückrunde den Meister ermitteln, nehmen die Teams auf den Plätzen sieben bis 18 ihre untereinander erspielten Resultate mit, sollen sozusagen die Rückrunde austragen. Drei Absteiger sind vorgesehen.

Restprogramm der Aufstiegsrundenanwärter

FSG Südkreis (4. Platz, 14 Spiele, 27 Punkte, 46:20 Tore): SG Rosphe (Auswärtsspiel), SG Salzböde-Lahn (Heimspiel), SG Niederklein/Schweinsberg (A).

TSV Wohratal (5., 14, 27, 29:23): SSV Hatzbach (H), VfB Wetter II (A), VfL Neustadt (H).

FV Cölbe (6., 14, 25, 38:21): TSV Caldern (A), SV Schönstadt (H), SG Rosphe (A).

Eintracht Stadtallendorf II (7., 14, 23, 38:29): VfB Wetter II (A), FSV Cappel II (H), SV Bauerbach II (A).

SG Salzböde-Lahn (8., 14, 20, 24:33): RSV Roßdorf (H), FSG Südkreis (A), RSV Kleinseelheim (H).

SSV Hatzbach (9., 14, 20, 23:40): TSV Wohratal (A), VfL Neustadt (A), RSV Roßdorf (H).

SV Mardorf (10., 13, 19, 20:22): SV Bauerbach II (A), TSV Caldern (H), SV Schönstadt (A), FSV Cappel II (Nachholspiel, H).

TSV Caldern (11., 14, 19, 31:34): FV Cölbe (H), SV Mardorf (A), Spvgg Rauischholzhausen (H).

Von Stefan Weisbrod