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Tag der Marathon-Matches
Tag der Marathon-Matches
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21:54 07.07.2021
Kam gegen den Kolumbianer Alejandro Gonzalez nach Satzrückstand zurück und verwandelte schließlich seinen ersten Matchball: Marvin Netuschil.
Kam gegen den Kolumbianer Alejandro Gonzalez nach Satzrückstand zurück und verwandelte schließlich seinen ersten Matchball: Marvin Netuschil. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nein, einfach sei es am Ende nicht gewesen. „Vielleicht sah es von außen so aus. Aber auch im dritten Satz musste ich alles reinwerfen“, sagte Marvin Netuschil, nachdem er erst einmal durchgepustet hatte. Mehr als drei Stunden hatte er sich zuvor mit dem Kolumbianer Alejandro Gonzalez duelliert. Als er schließlich seinen ersten Matchball verwandelt hatte, ballte er die Fäuste. Es war eine Mischung aus Freude und Erleichterung – Erleichterung darüber, dass sein großer Kampf nicht vergebens war.

Insgesamt 17 Erstrunden-Matches im Einzel und im Doppel sind am Mittwoch (7. Juli), am dritten Tag der Marburg Open, über die Bühne gegangen, noch zwei weitere knackten die Drei-Stunden-Marke: Am Abend setzte sich der Dominikaner Nick Hardt mit 7:5, 6:7 und 6:4 gegen Ivan Nedelko aus Russland durch. Einige Stunden zuvor lief es für Maik Steiner unglücklich.

Arnaud Bovy bei den Marburg Open. Quelle: Thorsten Richter

Der 27-Jährige gewann gegen Arnaud Bovy den ersten Satz, verlor den zweiten im Tiebreak. Auch im dritten Durchgang schenkten sich die Kontrahenten nichts, wieder stand es nach Spielen 6:6, erneut musste der Tiebreak die Entscheidung bringen. Am Ende verwandelte der Belgier dort seinen Matchball zum 8:6 – zum Leidwesen seines Gegners, dessen Schläger herhalten musste und zertrümmert im Mülleimer landete.

Auf das Match folgt das Regenerationsprogramm

Netuschil hatte sich in seinem Marathon-Match zunächst mit einem Rückstand auseinandersetzen müssen, nachdem er den ersten Durchgang mit 8:10 im Tiebreak abgegeben hatte. Aus der Spur werfen ließ sich der 29-jährige Westfale dadurch nicht, kam immer mehr in die Offensive, glich mit 6:4 aus. Im letzten Satz ging es mehrmals über Einstand, immer machte der Deutsche die entscheidenden Punkte.

„Ich habe mich für die richtigen Schläge entschieden“, sagte er im Rückblick. „Es war auch hintenraus nicht einfach“, betonte er – trotz 5:0-Führung und letztlich klar wirkendem 6:1. „Ich glaube, er war am Limit“, sagte er über seinen Gegner aus Südamerika. „Aber ich war auch am Limit.“

Und so stand am Mittwoch (7. Juli) noch ein ausgiebiges Regenerationsprogramm auf dem Plan: Auslaufen, Stretching, Physio. Denn viel Zeit hat Netuschil nicht: Am Donnerstag (8. Juli), laut Spielplan frühestens um 12.30 Uhr, muss er bereits wieder ran, bekommt es mit dem Schweden Jonathan Mridha zu tun – der hatte die erste Runde bereits am Dienstag (6. Juli) überstanden.

Auch Louis Weßels ist am Donnerstag (8. Juli) dabei, trifft (ebenfalls frühestens um 12.30 Uhr) auf den Bulgaren Alexander Donski. Der Turniersieger des Jahres 2019 bezwang am Mittwoch (7. Juli) in der ersten Runde des Hauptfelds Niklas Schell glatt mit 6:3 und 6:4.

Marvin Netuschil bei den Marburg Open. Quelle: Thorsten Richter

Eine Menge Applaus für gelungene Aktionen gab es für den 18-jährigen Mike Bezolt und den noch zwei Jahre jüngeren Maximilian Grenz – zu holen war für das Doppel des veranstaltenden TV Marburg aber nichts: Gegen Steiner und Patrick Zahraj unterlagen die Gruppenliga-Spieler mit 0:6, 0:6.

Die Ergebnisse

Am Mittwoch (7. Juni) haben gespielt:

  • Einzel, 1. Runde: Maik Steiner (Deutschland) – Arnaud Bovy (Belgien) 6:3, 6:7 (3:7), 6:7 (6:8); Tim Handel (Deutschland) – Dominik Recek (Tschechien) 2:6, 6:4, 6:4; Yan Sabanin (Russland) – Ryan Nijboer (Niederlande) 0:6, 3:6; Yannik Steinegger (Schweiz) – Sidane Pontjodikromo (Niederlande) 0:6, 6:7 (9:11); Neo Niedner (Deutschland) – Tobias Simon (Deutschland) 2:1 Aufgabe Simon; Marvin Netuschil (Deutschland) – Alejandro Gonzalez (Kolumbien) 6:7 (8:10), 6:4, 6:1; Raphael Collignon (Belgien) – Marko Tepavac (Serbien) 1:6, 1:3 Aufgabe Collignon; Aleksandre Metrevell (Georgien) – Guy Den Heijer (Niederlande) 6:3, 1:6, 6:2; Louis Weßels (Deutschland) – Niklas Schell (Deutschland) 6:3, 6:4; Ivan Nedelko (Russland) – Nick Hardt (Dominikanische Republik) 5:7, 7:6 (7:1), 4:6; Daniel Cokierman (Israel) – Milan Welte (Deutschland) 4:6, 4:6; Christopher Heyman (Belgien) – Henri Squire (Deutschland) 5:7, 3:6.
  • Doppel, 1. Runde: Karlo Cubelic/Paul Wörner (beide Deutschland) – Niels Visker/Deney Wassermann (beide Niederlande) Absage Visker/Wassermann; Maik Steiner/Patrick Zahraj (beide Deutschland) – Mike Bezolt/Maximilian Grenz (beide Deutschland) 6:0, 6:0; Tim Handel (Deutschland)/Yannik Steinegger (Schweiz) – Lennart Melzer (Luxemburg)/Marcel Sudzum (Niederlande) 6:1, 7:6 (7:2); George Botezan (Rumänien)/Christopher Patzanovsky (Deutschland) – Alejandro Gonzalez (Kolumbien)/Ryan Nijboer (Niederlande) 3:6, 1:6; Aleksandre Bakshi/Zura Tkemaladze (beide Georgien) – Aleksandre Metrevell (Georgien)/Marko Tepavac (Serbien) 2:6, 0:6.

Am Donnerstag (8. Juli) sollen ab 11 Uhr die acht Einzel-Achtelfinals sowie die vier Doppel-Viertelfinals ausgetragen werden. Die Ansetzungen finden Sie hier.

Von Stefan Weisbrod