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10:58 09.09.2021
Dominik Karge (links) attackiert gegen Breidenbachs Sebastian Wanke.
Dominik Karge (links) attackiert gegen Breidenbachs Sebastian Wanke. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nein, ein normales Fußballspiel ist es auch – oder gerade – für Dominik Karge von den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg nicht, wenn am Samstag (11. September, 16 Uhr) die SF BG und der VfB Marburg zum Stadtderby in der Verbandsliga Mitte auf dem Kunstrasen am Zwetschenweg aufeinandertreffen.

„Im Training am Dienstag war schon richtig Dampf drin“, verrät Karge und führt dies auf das prestigeträchtige Duell zurück, denn: „Derbys sind immer besondere Spiele, auf die man sich freut – hoffentlich kommen viele Zuschauer“, sagt der 31-jährige Karge, der schon für beide Vereine die Schuhe geschnürt hat: in der C- und B-Junioren-Hessenliga sowie von 2017 bis 2019 für den VfB. Zwischen 2008 und 2017 spielte der gebürtige Frankenberger für den FC Ederbergland, stieg mit dem Klub zweimal in die Hessenliga auf.

Der Aufwand war zu groß

„Nach dieser langen Zeit habe ich mal eine Veränderung gebraucht“, nennt der Berater in der IT-Branche einen Grund, warum es ihn vor vier Jahren wieder zu den „Schimmelreitern“ verschlug. Ein weiterer Grund: der zeitliche Aufwand. Zwei Jahre zuvor war er mit seiner jetzigen Ehefrau nach Marburg gezogen. „Der Aufwand des Pendelns war mir zu groß. Ich bin um 6.30 Uhr aus dem Haus gegangen und kam erst um 21.30 Uhr wieder nach Hause – und das dreimal pro Woche. Das war mir zu viel.“

Als die Anfrage vonseiten des damaligen Gruppenligisten kam, „hatte ich einfach richtig Lust auf dieses ambitionierte Projekt“, erzählt Karge, der in seiner ersten Saison Stammspieler wurde, aber nur auf 30 Einsätze in seinen zwei VfB-Jahren kam. Eine hartnäckige Verletzung an der Achillessehne plagte ihn, wegen ihr konnte er in der Saison 2018/19 gar nicht spielen. „Ich stellte dann für mich fest, dass ich eine Pause brauchte, habe mit den VfB-Verantwortlichen offen und ehrlich gesprochen, und mir wurde großes Verständnis entgegengebracht“, erzählt Karge.

Karge fühlt sich „pudelwohl“

In der Winterpause fragte der damalige SF-BG-Coach Manuel Rasiejewski, mit dem Karge kurz zuvor beim VfB zusammengespielt hatte, ob Karge sich einen Wechsel an den Zwetschenweg vorstellen könne. Karge konnte, vollzog ihn – und hat ihn nicht bereut. „Ich fühle mich im Verein pudelwohl“, sagt Karge, der das Gefühl hat, mit seiner Erfahrung die junge Mannschaft zu bereichern. „Außerdem gibt es bei den SF BG noch ein richtiges Vereinsleben. Das ist mir wichtig, so kannte ich das auch noch vom FC Ederbergland. Man spürt, dass hier Freunde zusammenspielen.“ Und das ziemlich erfolgreich.

Mit zehn Punkten aus vier Spielen rangieren die Sportfreunde auf Platz zwei, der aufstiegsambitionierte VfB mit erst sechs Zählern auf der Habenseite auf Rang neun, könnte mit einem Sieg im Stadtderby also aufschließen. Als Favorit sieht Karge die Blau-Gelben dennoch nicht – auch wenn sie erst Ende Juli im Kreispokal-Viertelfinale nach Verlängerung mit 2:1 die Oberhand behalten hatten.

Die Rivalität steht im Vordergrund

„Der Druck liegt nicht bei uns, wir sind voll im Soll“, meint der Offensivspieler, der unter dem neuen Trainerduo Maurice Jauernick/Sascha Nahrgang eine bessere Stabilität in der Defensive ausmacht. „Vergangene Saison hatten wir noch das Problem, dass wenn wir ein Gegentor bekommen haben, wir zu schnell Spiele aus der Hand gegeben haben. Jetzt sind wir deutlich stabiler. Die Trainer bereiten uns auf jeden Gegner extrem gut vor“, lobt Karge.

Bei der Analyse des nächsten Gegners kann der 31-Jährige selbst helfen, kennt er einige VfB-Spieler wie Artur Besel oder Fabian Schmidt noch aus seiner Zeit beim Nachbarn von der Gisselberger Straße. Mit ihnen tauscht er sich auch noch aus, wenn er sie mal in der Stadt trifft. Am Samstag steht aber erstmal die Rivalität im Vordergrund.

Von Marcello Di Cicco