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Lokalsport Die "junge Garde" macht weiter
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14:00 18.01.2020
Jonas Stehling (von links), Markus Bengelsdorff, Marcus Rolbetzki, Nico Hermann, Tim Waldinger, Stefan Möbus, Malte Sattler, Christopher Behling und Fabian Bierau bilden den neuen Kreisschiedsrichterausschuss Marburg. Es fehlt: Julius Martenstein. Quelle: Privatfoto
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Bauerbach

Ein Blick in die Vorstände vieler heimischer Fußball-Vereine lässt für die Zukunft des Sports Ungemach erahnen. Oftmals sind es Männer im gesetzten Alter, die seit vielen Jahren im Dienste ihres Heimatvereins unterwegs sind. Nachwuchs für derartige Ehrenämter ist Mangelware. Nicht so beim Kreisschiedsrichterausschuss, wie der Kreisschiedsrichtertag am Dienstagabend zeigte. Und das bleibt auch so.

Das lenkende Gremium der Schiedsrichtervereinigung Marburg hat seit Dienstagabend in Marcus Rolbetzki und Stefan Möbus nur noch zwei Mitglieder, die älter als 40 Jahre sind. Steffen Rödiger, in den vergangenen Jahren als Beisitzer tätig, gab sein Amt ab. „Mir wird schon nicht langweilig“, sagte er augenzwinkernd. Von 2004 bis 2016 war Rödiger Kreisschiedsrichterobmann. Vor vier Jahren gab Rödiger sein Amt an Markus Bengelsdorff ab.

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Dessen Ägide wurde im Bürgerhaus Bauerbach um eine weitere Amtszeit verlängert. Bengelsdorff wurde einstimmig wiedergewählt. Nicht einstimmig wurden Julius Martenstein als stellvertretender Kreisschiedsrichterobmann, Tim Waldinger als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit wiedergewählt. Allerdings gab es bei diesen Wahlgängen höchstens eine Gegenstimme oder auch nur Enthaltungen. Nico Hermann vom FSV Sterzhausen ersetzt Rödiger als Beisitzer. Ansonsten blieb das Gremium unverändert.

„Als diese Riege vor vier Jahren gewählt wurde, hatte der ein oder andere Zweifel. Ob das mit so jungen Leuten klappt, haben sich einige gefragt. Heute­ ­stehen wir sehr gut da“, sagte­ Wahlleiter Alfred Blaschke. Die Versammlung der Unparteiischen war beschlussfähig, da 97 – also mehr als 50 Prozent – der 167 aktiven Mitglieder anwesend waren.
Verbandsschiedsrichterobmann Gerd Schugard sprach ein Thema an, das die Öffentlichkeit im vergangenen Jahr häufig beschäftigte. In Bezugnahme auf einen Vorfall in der vergangenen Woche bei einem Hallenturnier in Hanau, als ein Trainer einen Schiedsrichter tätlich angriff, legte er den Finger in die Wunde: „Denkt bitte daran, dass Ihr das Spiel sofort abbrecht, wenn Ihr attackiert werdet. Man muss sich ganz klar von solchen Gewalttaten distanzieren. Aber leider können wir das Strafmaß nicht von heute auf morgen erhöhen.“

Der Ausschuss

Kreisschiedsrichterobmann: Markus Bengelsdorff.

Stellvertretender Kreisschiedsrichterobmann: Julius Martenstein.

Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit: Tim Waldinger.

Kreisschiedsrichterlehrwart: Marcus Rolbetzki.

Beisitzer: Jonas Stehling, Christopher Behling, Stefan Möbus, Malte Sattler, Fabian Bierau, Nico Hermann.

Der Wind für Veränderungen im Strafenkatalog für Angriffe­ auf Referees werde allerdings auf dem Verbandsfußballtag am 6. Juni dieses Jahres diskutiert. „Wir werden auf den Weg bringen, dass die Höchststrafe von drei auf mindestens fünf Jahre Sperre erhöht wird. Wir hoffen auf die Mehrheit der Delegierten“, sagte Schugard. Von hessenweiten Schiedsrichterstreiks halte er nichts, da dies zu viele­ Vereine treffe, die unschuldig seien.

Die Anzahl der Schiedsrichter ist in den vergangenen vier Jahren konstant geblieben, da 79 neue Schiedsrichter seit 2016 im Fußballkreis Marburg ausgebildet wurden, was die Abgänge nahezu eins zu eins kompensiert hat. Hans-Jakob Geissler vom FSV Sterzhausen hat seine Schiedsrichter-Ausbildung allerdings längst hinter sich. Er wurde für 60 Jahre als Referee geehrt.

von Benjamin Kaiser