Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Die Rühling-Schwestern und ihr Rhönrad
Sport Lokalsport Lokalsport Die Rühling-Schwestern und ihr Rhönrad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:59 28.08.2021
Ein Sport, der verbindet: Lara (oben links), Hannah (unten liegend) und Solveig Rühling (oben rechts) turnen alle drei Rhönrad.
Ein Sport, der verbindet: Lara (oben links), Hannah (unten liegend) und Solveig Rühling (oben rechts) turnen alle drei Rhönrad. Quelle: Privatfoto
Anzeige
Marburg

Ihre Interessen und Hobbys könnten kaum ähnlicher sein: Es geht um die Rühling-Schwestern. „Ich habe mit acht Jahren bei einem Sportfest in Kirchhain, bei dem verschiedene Sportarten angeboten wurden, das Rhönradturnen für mich entdeckt“, sagt die 31-jährige Lara Rühling. Dennoch startete die Lehrerin, die an der Adolf-Reichwein-Schule die Fächer Mathematik, Ethik und Philosophie unterrichtet, nicht beim TSV Kirchhain mit dem Rhönradturnen, sondern beim TSV Eintracht Stadtallendorf.

Die 29-jährige Solveig Rühling, die ihr Referendariat in einer Grundschule macht, fing ein Jahr nach ihrer älteren Schwester mit diesem Sport an, sie aber wiederum in Kirchhain. „Wir kommen aus Burgholz. Deshalb sind Hannah und ich in Kirchhain in das Rhönradturnen eingestiegen“, sagt die angehende Grundschullehrerin für die Fächer Sport, Deutsch und Mathematik.

Rhönradturnen verbindet

Nicht überraschend ist, dass die jüngste der Schwestern, die 27-jährige Hannah Rühling, ebenfalls Referendarin ist. Sie unterrichtet die Fächer Biologie und Chemie. „Nachdem ich bei Solveig und Lara gesehen habe, wie viel Spaß ihnen der Sport macht, habe ich ein Jahr später auch mit dem Rhönradturnen begonnen“, sagt Hannah Rühling.

Aber nicht nur das begeistert die drei Frauen am Sport, sondern auch die Vielfältigkeit und der ästhetische Faktor am Rhönradturnen. „Der Sport verbindet das Turnen am Boden und Reck miteinander“, sagt die 31-jährige Lara Rühling. Seither ist das Rhönradturnen nicht mehr aus dem Leben der drei Schwestern wegzudenken. „Wir engagieren uns alle auch als Trainerinnen“, berichtet Hannah Rühling.

Ein Ausgleich zum Alltag

Zudem biete den Frauen der Sport einen Ausgleich zum Alltag in den Schulen. „Früher im Studium war es schwieriger, Zeit für das Rhönradturnen zu finden. In der Schulzeit war es einfach. Aber wenn man sich Zeit für etwas nehmen möchte, dann hat man diese Zeit auch“, findet Hannah Rühling.

Nur Solveig Rühling musste einmal zwangsläufig mit ihrem Sport aussetzen. „Ich habe mir das Kreuzband gerissen, dann musste ich eine Pause einlegen. Allerdings habe ich mich beim Fußballspielen verletzt“, erzählt Solveig Rühling. Auf die Frage, wie gefährlich das Rhönradturnen ist, antwortet Lara Rühling: „Blaue Flecken an den Armen oder Beinen sind normal. Es ist aber auch ein Sport, der extrem trainingsintensiv ist. Große Verletzungen hat sich bei uns zum Glück noch keiner zugezogen.“

Nach Hause kommen in die Sporthalle

Auch der Umgang mit den Kindern im Training habe einen Vorteil für die Arbeit einer Lehrerin: „Die Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen und zu überlegen, wie man den Kindern etwas am besten beibringt. Das hat uns auf keinen Fall für unsere Arbeit geschadet“, findet Lara Rühling. Während der Corona-Pandemie war es dann für die Schwestern schwer, den Sport ausüben zu können.

„Das Rhönrad kann nur in einer Halle benutzt werden, da es sonst kaputtgeht. Eine Freundin von mir besitzt einen Schlüssel für eine Sporthalle. Als ich dann auch in der Corona-Pandemie wieder dort war, habe ich mich gefühlt, als würde ich nach Hause kommen“, sagt Lara Rühling. Trotz des Trainingsbetriebs vermissen die Rühling-Schwestern vor allem Wettkämpfe. „Turniere schweißen zusammen. Man fiebert bei allen Sportlerinnen und Sportlern des eigenen Vereins mit, und diese Atmosphäre dort fehlt mir einfach“, sagt Hannah Rühling, die hofft, dass bald wieder in Wettkämpfen geturnt werden kann.

Von Leonie Rink