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13:58 20.01.2021
Jascha Döringer (links, gegen Balingens Adrian Müller) will mit der Stadtallendorfer Eintracht im Hessenderby den ersten Punktgewinn des Jahres feiern.
Jascha Döringer (links, gegen Balingens Adrian Müller) will mit der Stadtallendorfer Eintracht im Hessenderby den ersten Punktgewinn des Jahres feiern. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Noch vor wenigen Wochen kämpften der TSV Eintracht Stadtallendorf und der TSV Steinbach Haiger zusammen vor dem Landgericht Mannheim ohne Erfolg gegen die Fortführung des Spielbetriebs in der Fußball-Regionalliga Südwest, am Mittwoch (20. Januar, 18 Uhr) stehen sie sich im Hessenderby als Gegner gegenüber – wobei die Rollen klar verteilt sind.

Der nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter FSV Frankfurt rangierende Tabellendritte gastiert beim mit sieben Punkten fast schon abgeschlagenen Tabellenletzten. Eine klare Sache, oder? „Nein“, sagt Steinbachs Trainer Adrian Alipour, „es wäre unprofessionell, sich von der Tabelle blenden zu lassen.“ Der 42-Jährige macht sich auch „keine Sorgen“, dass seine Schützlinge dies tun – das Team bereitet sich akribisch vor auf einen Gegner, „der an einem guten Tag in der Lage ist, jedes Team zu schlagen“, warnt Alipour.

Häufiges Aufeinandertreffen der beiden Vereine

Schon zu Hessenliga-Zeiten trafen beide Teams aufeinander, zuletzt auch immer wieder in Vorbereitungsspielen im Sommer und Winter. Während Alipour von seinem Team eine bessere Chancenverwertung als zuletzt fordert, muss Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja seine Spieler angesichts der sportlich schwierigen Situation bei Laune halten.

Angst, dass trotz bereits 13 Punkten Rückstand zum rettenden Ufer Tristesse einkehrt, hat er jedoch nicht. „Ich habe mir am Montag einige Spieler beiseitegenommen und ihnen gesagt, dass wir nie vermitteln dürfen, dass uns die Situation egal ist.

Es ist wichtig, als Mannschaft aufzutreten, die auch in schwierigen Zeiten zusammenhält“, sagt der Kroate, der unbedingt vermeiden will, dass eine gewisse Lethargie in den kommenden Monaten das kaputtmacht, was der Verein über Jahre mit geringen Mitteln aufgebaut hat. Und er erwartet, dass „die Spieler, die schon ein paar Jahre dabei sind, jetzt als Vorbilder auftreten – und nicht in irgendeine Monotonie verfallen“, sagt der Cheftrainer.

Der Kapitän ist im Lauftraining

Gute Nachrichten gibt es in personeller Hinsicht: Abwehrchef Kevin Vidakovics ist nach seinem Kreuzbandriss im Spätsommer wieder ins Lauftraining eingestiegen – genau wie Matthias Pape. „Sie machen zwei Laufeinheiten pro Woche, langsam mit Ball, aber ohne Gegner“, freut sich Sicaja, denn: „Das ist ein erster Schritt und wichtig für die anderen Spieler, dass beide zumindest wieder in der Kabine sind.“

Bis auf die Langzeitausfälle ist die Eintracht komplett, bei den Gästen fallen Sascha Wenninger (Hüftverletzung), Florian Bichler (Innenbandriss), Tino Bradara (Kreuzbandriss), Dennis Wegner (Knorpelschaden im Knie), Michael Schüler (Knieverletzung), Raphael Koczor (Zehenverletzung), Matay Birol (Kahnbeinbruch), Gian Maria Olizzo (Mittelfußbruch), Ko Sawada (fehlende Spielgenehmigung) und David Haider Kamm Al-Azzawe (Muskelfaserriss) aus.

Die nächsten Spiele in der Liga

Regionalliga Südwest: Bahlinger SC – FSV Frankfurt (Mittwoch, 14 Uhr), TSG Balingen – Hessen Kassel (Mittwoch, 17.30 Uhr), TSV Eintracht Stadtallendorf – TSV Steinbach Haiger (Mittwoch, 18 Uhr), SSV Ulm – FC Gießen, Kickers Offenbach – SV Elversberg (beide Mittwoch, 19 Uhr).

Drei Neue und ein Abgang

Der TSV Steinbach Haiger hat sich in der kurzen Weihnachtspause personell verstärkt. Erst vor wenigen Tagen hat der Tabellendritte der Regionalliga Südwest Offensivspieler Ko Sawada unter Vertrag genommen. Der 29-jährige Japaner war zuletzt in der ersten japanischen Liga bei Shonan Bellmare aktiv, wo er wegen einer schweren Knieverletzung nicht den Durchbruch schaffte. Seit Anfang des Jahres ist er zurück in Deutschland und absolvierte zuletzt ein Probetraining beim Zweitligisten Würzburger Kickers, wie der TSV mitteilt. Spielberechtigt ist er jedoch noch nicht.

Zuvor hatte der Klub Ivan Mihaljevic (U23 des FC Bayern München) und Paul Stock (FV Dudenhofen) verpflichtet. „Das sind drei herausragende Spieler, die eine ordentliche Qualität in unseren Kader bringen“, sagt Trainer Adrian Alipour gegenüber der OP – und stellt fest: „In der Breite sind wir gut aufgestellt. Jeder Spieler hat das Zeug für die Startelf.“ Moritz Göttel zog es als Leihgabe zum Ligakonkurrenten TuS RW Koblenz.

Von Marcello Di Cicco