Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Letzte Football-Messe auf heiligem Rasen
Sport Lokalsport Lokalsport Letzte Football-Messe auf heiligem Rasen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:46 26.08.2019
Marvin Rutsch (links) wird vom Münchener Jacob Wuesthoff attackiert. Am Sonntag, 25. August, trifft er mit den Mercenaries zum letzten Heimspiel der Saison auf die Allgäu Comets. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Einst waren Sonntage für Andacht beim Gottesdienst verplant. Im feinen Zwirn machten sich Groß und Klein auf, um die Woche mit diesem sozialen und religiösen Ereignis quasi abzuschließen. Das Georg-Gaßmann-Stadion ist zwar keine Kathedrale, dennoch wird dort am Sonntag die letzte Football-Messe im Jahr 2019 abgehalten.

Auf dem „heiligen Rasen“, in der von Ballsportlern selten genutzten Sportstätte, begehen die Marburg Mercenaries gegen die Allgäu Comets ihr letztes Heimspiel in der laufenden Saison. Es könnte einiges zu feiern geben. Bei einem Sieg lösen die „Söldner“ das Playoff-Ticket, da der Tabellendritte dann mindestens den vierten und somit letzten Endrundenrang sicher hat.

„Natürlich wäre es besonders schön, so etwas vor den eigenen Fans zu schaffen und sich gebührend zu verabschieden“, sagt Head Coach Tibor Gohmert. Er unterstreicht, dass sein Team gegen das Team aus dem tiefen Süden Bayerns noch eine Rechnung offen hat. Vor zwei Wochen unterlagen die „Söldner“ bei den Comets mit 19:22. „Da haben wir falsche Trainerentscheidungen, angefangen bei mir, getroffen und auch nicht gut gespielt“, unterstreicht Gohmert.

Die Rushing Defense muss sich deutlich steigern

Aber auch für ihn ist der erste Cheftrainerposten in der GFL ein Lernprozess. Die Verfehlungen im ersten Aufeinandertreffen mit den „Kometen“ – Tabellenfünfter und somit nur mit einem Sieg noch eine Minimalchance auf die Playoffs – müssen ausgemerzt werden. In der Defensive, die im Hinspiel von einer sehr dünnen Personaldecke geplagt wurde, muss die Rushing Defense sich deutlich steigern.

Jede Abwehr, die etwas auf sich hält, ist besonders stolz darauf, wenn ein Gegner kaum gegen sie laufen kann. Es ist ein Charaktertest und hat viel mit dem ab und an kontroversen Wort „Männlichkeit“ zu tun. Für Defensive Coordinator (DC) Sergej Schmidt wird es am Sonntag ein emotionales Spiel.

Das Mercenaries-Urgestein, fast 20 Jahre als Spieler und Trainer in seinem Heimatklub aktiv, ist mit seiner Familie ins Ruhrgebiet umgezogen und coacht in seiner letzten Saison für die „Mercs“ das letzte Spiel im Georg-Gaßmann-Stadion. „Ja, ich bin schon ein bisschen melancholisch“, gibt er zu. Aber für Gefühle ist bis zum Abpfiff keine Zeit.

mr-life-Gameday

Der letzte Heimspieltag der Marburg Mercenaries in dieser GFL-Saison wird von „mrlife – Lust auf Leben“ präsentiert. Das Magazin aus dem HITZEROTH-Medienhaus bietet in Kooperation mit der Sparkasse Marburg-Biedenkopf ein attraktives Gewinnspiel an, bei dem es unter anderem Gutscheine im Wert von bis zu 150 Euro zu gewinnen gibt. Die Teilnahme ist vor Ort im Georg-Gaßmann-Stadion bis zum zweiten Spielviertel möglich. Für Mutige, die es in der Halbzeit schaffen, ein Field Goal zu schießen, gibt es darüber hinaus Gutscheine für das Restaurant Dombäcker, das Welcome Hotel Marburg und für eine Fahrt mit einem Auto vom Autohaus Leege zu gewinnen. Außerdem wird ein Familienprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken und der Möglichkeit zum Basteln von Fan-Buttons angeboten.

Der DC hat Forderungen. „Ich möchte gegen jedes Team weniger als 100 Rushing Yards zulassen“, sagt er. Im Hinspiel waren es über 200 Yards. Running Back Lennies McFerren und Quarterback Raleigh Yeldell waren das zweiköpfige Rushing-Ungeheuer. Noch ärgerlicher für die „Mercs“: Die Comets passten in diesem Spiel kaum.

Die Marburger wussten also oft, dass ein Laufspielzug auf sie zukommt und waren dennoch machtlos – frustrierend. „Ich gehe aber davon aus, dass Allgäu am Sonntag ein wenig öfter passen wird“, sagt Schmidt. Die Wide Receiver der Comets sind jedoch nicht die Positionsgruppe, die für klappernde Zähne und schlotternde Knie sorgen.

Auch die Schützlinge von Offensive Coordinator (OC) Elias Gniffke bekleckerten sich nicht mit Ruhm beim 19:22. „Es gibt auf jeden Fall einige Dinge wiedergutzumachen. Vor allem müssen wir in der Redzone effektiver werden“, erklärt der OC. Sein Team verbuchte viel Raumgewinn, hievte allerdings zu wenige Punkte auf die Anzeigetafel.

Funktioniert das diesmal besser und können die Hausherren in der Defensive Allgäus starkes Laufspiel zumindest in Schach halten, stehen die Chancen gut. Dann können die „Mercs“ nach dem Verpassen der Playoffs im vergangenen Jahr wieder um die Teilnahme im German Bowl mitspielen.

von Benjamin Kaiser

  • German Football League Süd: Kirchdorf Wildcats – Frankfurt Universe (Sa., 16 Uhr), Ingolstadt Dukes – Munich Cowboys (Sa., 18.30 Uhr), Marburg Mercenaries – Allgäu Comets (So., 16 Uhr).
  • German Football League Nord: Potsdam Royals – Kiel Baltic Hurricanes (Sa., 16.30 Uhr), Berlin Rebels – Dresden Monarchs, Cologne Crocodiles – Hildesheim Invaders, Lions Braunschweig – Düsseldorf Panther (alle So., 15 Uhr).