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Lokalsport Zwei Vereine machen gemeinsame Schritte für die Entwicklung
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11:00 22.04.2022
Marburg/Weimars Ronja Hoffmann (Mitte) ist von Ebsdorfergrunds Milena Klein (links) und Greta Schönhals nicht zu stoppen.
Marburg/Weimars Ronja Hoffmann (Mitte) ist von Ebsdorfergrunds Milena Klein (links) und Greta Schönhals nicht zu stoppen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Rivalitäten zwischen zwei Fußballvereinen sind keine Seltenheit. Was passiert aber, wenn man aus Sicht der Spielerinnen plötzlich mit dem vermeintlichen „Feind“ zusammenspielen soll? Es werden erst einmal Grüppchen gebildet. Dazu wird die Frage „Müssen wir wirklich mit denen zusammenspielen?“ gestellt. So geschehen bei den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg und dem FC Weimar Lahn.

„Anfangs gab es beim Training eine Seite mit Weimarerinnen in roten und eine mit Marburgerinnen in blauen Trikots. Ziemlich schnell aber haben sich alle Mädchen untereinander gut verstanden und jetzt ist es eine gemischte Gruppe“, berichtet Daniel Goy von den SF BG Marburg schmunzelnd, der mit Lothar Potthoff vom FC Weimar/Lahn die Mädchenspielgemeinschaft (MSG) Marburg/Weimar als Sportliche Leiter bildete.

Trotz Corona schnelle Teambildung

Aber wie kam das zustande? „Wir haben vor zwei Jahren festgestellt, dass jeder Verein in bestimmten Altersgruppen wie C- oder D-Juniorinnen für sich gerade so ein Team stellen konnte“, erklärt Potthoff. Daraus resultierte, dass zunächst aus diesen Jahrgängen eine Spielgemeinschaft gebildet wurde. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es jedoch im ersten Jahr nur wenige gemeinsame Partien des Teams. „Wir haben aber trotzdem gesehen, dass das funktioniert. Auch die Mädels haben relativ schnell zusammengefunden“, ergänzt Potthoff.

Das zweite Jahr der MSG dagegen bewerten Goy und Potthoff als „richtig gut“, ebenso wie die Entwicklung, die die Mannschaft genommen habe. Das ältere Team startet in der Hessenliga, die D-Jugend dagegen in der A-Liga. Dabei haben die beiden Verantwortlichen das Ziel Entwicklung nie aus den Augen verloren.

„Wir wollen, dass die B-Juniorinnen in der kommenden Saison auf dem großen Elferfeld spielen und nicht mehr auf dem kleinen Neunerfeld“, sagt Potthoff. Damit soll nach den letzten beiden Jahren im Jugendbereich der Übergang zum Seniorinnenbereich einfacher für die Fußballerinnen gestaltet werden. „Wenn die Mädchen bei Marburg in der Hessenliga oder Gruppenliga und bei uns in der Gruppenliga oder Kreisoberliga starten wollen, ist es einfacher, wenn zuvor auf dem Elferfeld gespielt wurde“, sagt Potthoff.

Weiteres Ziel: Abgang von Leistungsträgerinnen verhindern

Um diesen Vorgang zu unterstützen, meldet das Team zur kommenden Saison die neue gemeinsame U-16-Mannschaft in der Verbands- oder Hessenliga an. „Das ist der nächste Schritt, da wir aktuell da noch zwei getrennte Mannschaften haben. Dann kann es auch sein, dass wir runter bis zur U 10 oder U 12 Spielgemeinschaften haben“, kündigt Potthoff an. Damit verfolgt das Sportliche-Leiter-Duo noch ein weiteres Ziel: Den Abgang von Leistungsträgerinnen nach beispielsweise Wetzlar zu verhindern. „Das war für die Marburger Mannschaften das große Dilemma. Wir haben die Mädels ausgebildet und dann kam Wetzlar und hat sie abgeworben, weil sie dort Juniorinnen-Bundesliga spielen können“, sagt Goy und ergänzt, dass er den Ehrgeiz der Spielerinnen verstehe, der Wechsel für den abgebenden Verein jedoch „schade“ sei.

Nun könne die Spielgemeinschaft dieser Entwicklung entgegenwirken, da die Teams in der Hessenliga an den Start gehen. „Damit können wir auch den Eltern ein Stück weit den Stress nehmen, da sie die Mädchen nicht nach Wetzlar, sondern nur nach Marburg zum Training fahren müssen“, ergänzt Potthoff.

Von Leonie Rink