Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Die Hatzbacher Medaillen-Sammlerin
Sport Lokalsport Lokalsport Die Hatzbacher Medaillen-Sammlerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 11.11.2020
Julia Sturm trainiert derzeit im Wald – auch ihre Bewegungen für den Dreisprung. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Hatzbach

Viele Sportlerinnen und Sportler müssen aufgrund der Corona-Krise derzeit kürzer treten. Weit davon entfernt ist die Leichtathletin Julia Sturm. Die 18-jährige Hatzbacherin ist nicht nur fokussiert auf ihr Lehramtsstudium, sondern auch auf ihre nächsten anstehenden Wettkämpfe.

Endplatzierung ist nur zweitrangig

Im Mittelpunkt steht für sie der Dreisprung, mit dem sie erst vor drei Jahren begonnen hat. „Bei meiner Trainerprüfung habe ich auch Dreisprung machen müssen. Mein späterer Landestrainer hat mich da sozusagen entdeckt und gesagt, dass ich das weitermachen soll“, erinnert sich Sturm. Nach nur drei Wochen Training nahm die Studentin zur Gymnasiallehrerin für die Fächer Sport und Biologie an ihrem ersten Wettkampf teil.

Anzeige

Mit großem Erfolg: Platz eins! „Danach habe ich mir auch erstmal gedacht, dass ich das ja erst seit drei Wochen mache und dann schaffe ich es direkt, Hessenmeisterin zu werden – das war unglaublich“, sagt Sturm. Seitdem verteidigte die 18-Jährige ihren Titel bei den „Hessischen“ in jeder Altersklasse, in der sie an den Start ging.

Kämpferisch und motiviert ist die Hatzbacherin, obwohl sie aktuell allein im Feld oder Wald trainieren muss. „Ich bin ein Energiebündel. Ich muss mich einfach bewegen. Mich haben im Frühjahr beim ersten Lockdown sogar Passanten gefragt, ob ich das hier gerade wirklich freiwillig mache“, sagt Sturm. Und das zahlte sich dieses Jahr zweifach aus: Sturm verteidigte ihren U-20-Hessentitel und startete im September erstmals bei den Aktiven.

Dort wurde sie mit 11,55 Metern hessische Vizemeisterin – es fehlten nur drei Zentimeter zu Platz eins. „Das stört mich immer noch, weil ich weiß, dass ich diese drei Zentimeter mehr hätte springen können. Aber dafür, dass es mein erster Start bei den Aktiven war, bin ich heute zufrieden – mit dem Sprung, nicht mit dem Ergebnis“, gibt Sturm zu.

Für Sturm zählt nur eins, sie muss mit ihren Sprüngen zufrieden sein, die Platzierung ist zweitrangig. „Dafür wird man oft komisch angeschaut oder gilt schnell als undankbar. Aber wenn ich hinter meinen Leistungen zurück bleibe und trotzdem gewinne, dann kann ich mich erstmal nicht richtig freuen“, sagt Sturm.

Einen Anteil an Sturms Erfolgen haben auch ihre Eltern Marion und Holger sowie Trainer Volker Jennemann. „Volker war fast mein ganzes Leben lang mein Trainer. Als ich mit dem Dreisprung angefangen habe und zum Training nach Kirchhain gegangen bin, hat er sich für mich beim Dreisprung eingelesen“, beschreibt Sturm das Verhältnis zu einem ihrem Trainer vom TSV Kirchhain.

Ihr nächster großer Wettkampf sind die Hessenmeisterschaften in der Altersklasse U 20 im Februar. Bei denen auch wieder die Endplatzierung zweitrangig sein wird, solange die 18-Jährige mit ihrer Leistung zufrieden ist. „Aber selbstverständlich möchte ich wieder U-20-Hessenmeisterin werden und meinen Titel verteidigen. Der Wettbewerb bei den Aktiven war ja nur just for fun, weil ich wusste, dass ich weiter springen kann. Aber ich trete weiter in meiner Altersklasse an“, sagt Sturm.

Das nächste Ziel sind die „Deutschen“

Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. „In diesem Jahr lag die Qualifikationsweite bei 11,80 Metern. Ich habe mich aber am Wettkampftag krank gefühlt und die Qualifikation deshalb nicht mitmachen können. Bei den „Deutschen“ selbst wäre ich mit meinen 11,55 Metern aber trotzdem in den Top Ten gewesen. Das ist jetzt nachträglich selbstverständlich ärgerlich. Aber beim nächsten Mal wird es sicher klappen“, gibt sich Sturm optimistisch.

Von Leonie Rink

Sturms Medaillen-Sammlung

Im Mai 2018 begann die Erfolgsgeschichte der 18-jährigen Julia Sturm. In ihrem ersten Wettkampf, wenige Wochen nach ihrem Trainingsbeginn im Dreisprung, wurde die Hatzbacherin mit 10,49 Metern nordhessische Meisterin der Altersklasse U 18. Es folgten im selben Jahr die Bronzemedaille bei den Süddeutschen Meisterschaften und der Titelgewinn bei der Hessenmeisterschaft mit einer Weite von 11,18 Metern. 

In ihrem zweiten Jahr gelang der Dreispringerin des TSV Eintracht Stadtallendorf mit 11,31 Metern die Titelverteidigung bei der U-18-Hessenmeisterschaft. Außerdem holte Sturm eine Woche später mit 11,29 Metern auch den Landestitel der U 20.
In diesem Jahr verteidigte die Lehramtsstudentin ihren Titel bei der U-20-Hessenmeisterschaft mit einer Weite von 10,90 Metern. Darüber hinaus wurde Julia Sturm auch hessische Hallenmeisterin. Die 18-Jährige startete zudem erstmals bei den Aktiven und gewann dort mit 11,55 Metern die Silber-Medaille bei den „Hessischen“.

11.11.2020
10.11.2020