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Lokalsport Deutsches Team verpasst EM-Finale
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18:03 16.06.2022
Taime Kuttig, hier im Marburger Trikot, hat mit dem deutschen Team das EM-Finale verpasst.
Taime Kuttig, hier im Marburger Trikot, hat mit dem deutschen Team das EM-Finale verpasst. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Pescara

Der Titeltraum ist ausgeträumt! Die deutschen Blindenfußballer haben das Halbfinale der Europameisterschaft im italienischen Pescara denkbar knapp verpasst. Gegen Frankreich unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Martin Mania aus Marburg im Sechsmeterschießen. Der französische Kapitän Babacar Niang verwandelte den entscheidenden Versuch. Zuvor hatten die Fans eine offene Partie auf hohem Niveau erlebt. Mania sprach von einer „tollen Leistung“ seiner Mannschaft. „Wir hatten den Gegner am Rande der Niederlage. Aber uns fehlt dann noch ein Stück weit die Qualität und die Erfahrung, solche Spiele zu gewinnen“, sagte der Bundestrainer. Er könne seinem Team „nichts vorwerfen“.

Guter Beginn

Für die Deutschen sah es zunächst gut aus. Die Mannschaft um Taime Kuttig, Ali Pektas, Hasan Koparan und Torhüter Sebastian Themel von den Sportfreunden Blau-Gelb Blista Marburg ging durch ein Eigentor in Führung: Tidiane Diakite schoss Benoit Chevreau an, vom Bein des Torwarts sprang der Ball über die Linie. Manias Mannschaft war in der Folge überlegen, setzte Akzente, hielt die Franzosen auf der anderen Seite weitgehend vom eigenen Tor fern. Kurz vor Ende der ersten Hälfte aber doch der Ausgleich: Yvan Wouandji wurde nicht aktiv angegriffen, die Passivität nutzte er für einen Schuss aus halbrechter Position, den Themel passieren ließ. „Wir hatten genug Zeit, uns zu sortieren, aber er läuft dann an uns vorbei“, wird Rasmus Narjes in einer DFB-Mitteilung zitiert.

Wacklige Defensive

Auch beim zweiten Gegentreffer sah die Defensive nicht gut aus. „Wir attackieren uns da gegenseitig“, so Narjes zur Situation, die eine Minute vor Schluss der regulären Spielzeit zum Ausgleich führte: Der Ball lag auf der Strafraumgrenze, hätte dort geklärt werden können. Am schnellsten reagierte doch Frankreichs Spielführer Niang, der das 2:2 erzielte. Die zweite deutsche Führung, von Kuttig nach einem starken Tempodribbling über die linke Seite mit einem Flachschuss ins rechte Eck erzielt, war damit ausgeglichen. Weil im Entscheidungsschießen auch das Glück fehlte, jubelten am Ende die Franzosen, die an diesem Freitag um 17 Uhr im Finale auf die Türkei treffen. Zuvor spielt die deutsche Mannschaft um 15 Uhr gegen England um den dritten Platz.

Von Stefan Weisbrod