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Lokalsport Deutscher Meister wartet auf BC Marburg
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10:56 27.01.2021
Eine Szene aus dem ersten Duell beider Teams: Marburgs Hanna Crymble (Mitte) tankt sich gegen die Hernerinnen Kristina Topuzovic (links) und Laura Westerik zum Korb durch.
Eine Szene aus dem ersten Duell beider Teams: Marburgs Hanna Crymble (Mitte) tankt sich gegen die Hernerinnen Kristina Topuzovic (links) und Laura Westerik zum Korb durch. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Um ein Haar wäre für die Bundesliga-Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg aus dem perfekten Wochenende ein durchwachsenes geworden.

Nach einem nie gefährdeten 83:43-Sieg gegen die Royals Saarlouis am vergangenen Freitag verspielten die Blue Dolphins am Sonntag gegen die Bascats USC Heidelberg innerhalb von knapp 15 Minuten eine 18-Punkte-Halbzeitführung – um in einer spannenden Schlussphase schließlich doch noch als Sieger des zweiten „Vier-Punkte-Spiels“ innerhalb von drei Tagen vom Spielfeld zu gehen.

„Nach diesen zwei Spielen können wir stolz sein“, sagte Marburgs Kapitänin und Topscorerin Marie Bertholdt nach dem hart erkämpften 64:61-Erfolg, mit dem der einzige hessische Frauen-Bundesligist in der Tabelle von Platz zehn am Rande der Abstiegszone auf Play-offs-Rang sieben kletterte.

Dies freute auch BC-Trainer Christoph Wysocki, der sein Team ohnehin nicht in unteren Tabellengefilden sieht. Was dem 64-Jährigen allerdings nicht gefiel: dass seine Schützlinge es in der zweiten Hälfte gegen Heidelberg nicht mehr mit demselben Elan wie vor der Pause angehen ließen.

Erst Herne, dann Keltern – dann Wasserburg

„Wir haben das angesprochen. Die Mannschaft weiß, dass es auf diese Art und Weise gegen eine andere Mannschaft in die Hose gegangen wäre. Wir haben das Thema aber schnell abgehakt“, beschwichtigt der Coach, der sein Team nach einem lockeren Training am Montag, am Dienstag zu zwei Einheiten bat.

In den kommenden Wochen stehen die Blue Dolphins vor anspruchsvollen Aufgaben: Nach dem Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Herne – 2020 wurde wegen des Corona-bedingten Saisonabbruchs kein Titelträger ermittelt – steht am Samstag (19 Uhr) das Heimspiel gegen Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern an. Nach der Länderspiel-Pause gastiert Rekordmeister TSV Wasserburg am Freitag, 12. Februar (20 Uhr), in der Sporthalle des Georg-Gaßmann-Stadions.

„Wir wollen das Spiel gegen Herne offen gestalten, haben nichts zu verlieren. Entscheidend wird sein, dass wir dagegenhalten und den Gegner gar nicht erst ins Rollen kommen lassen. Das ist eine Mannschaft mit großen Spielerinnen, da muss es in der Eins-gegen-eins-Verteidigung stimmen“, fordert Wysocki. In Loryn Goodwin (15), Jelena Vucetic (12,43), Kristina Topuzovic (12,08) und AeRianna Harris (11,25) hat Herne vier Spielerinnen in seinen Reihen, die durchschnittlich zweistellig punkten.

Bertholdt sieht Fortschritte

Vor zweieinhalb Wochen trafen beide Mannschaften bereits aufeinander. Im ersten Spiel nach der zweiten Corona-Quarantäne des BC setzten sich die Hernerinnen mit 75:67 in Marburg durch – es war das vorletzte Spiel unter Julian Martinez als Trainer.

Seit nicht ganz zwei Wochen ist nun Wysocki im Amt – ein Coach, der gerne „den aggressiven Basketball“, wie er sagt, spielen lässt. Einer, der mit seinem Team – wie gegen Heidelberg – in der Schlussphase auch mal eine Manndeckung ausprobiert, die er vorher noch nicht trainieren ließ, weil: „Zehn Tage sind sehr wenig Zeit, da kann man noch nicht so viel beeinflussen, wie man gerne möchte“, weiß Wysocki, der das Team auch dazu anhält, aus Systemen und Abläufen auszuscheren, um freier zu spielen – was Nationalspielerin Bertholdt durchaus gut gefällt.

„Wir spielen jetzt locker und unsere Stärken aus. Auch wenn es dadurch manchmal etwas chaotisch wird in unserem Spiel: Lieber spielen wir frei und etwas chaotisch und erkämpfen uns Dinge, als dass wir gehemmt spielen. Man merkt, dass wir wieder den Ehrgeiz haben, zusammen zu spielen.“

Von Marcello Di Cicco